Wanderung Pointe du Van - Pors Théolen

Pors Théolen, La Buvette de Pors Théolen, die Buvette, Café, Bar, am Meer, Atlantikblick

Die Buvette in Pors Théolen, ein wunderbares Fleckchen Erde

Von der Pointe du Van zur Buvette von Pors Théolen

Die Chapelle Saint-They an der Pointe du Van, Cap Sizun, Finistère

Die Chapelle de Saint-They an der Pointe du Van

Diese Wanderung führt Sie über einen der spektakulärsten und schönsten Abschnitte der nördlichen Steilküste des Cap Sizun. Ob Sie nur bis zur charmanten kleinen Buvette in Pors Théolen wandern oder die Tour noch bis zur Pointe de Brézellec verlängern – es erwartet Sie die Bretagne in ihrer reinsten Form.

 

Startpunkt der Wanderung: Für den Aufbruch haben Sie zwei bequeme Möglichkeiten:

  1. Der offizielle, ausgeschilderte Parkplatz direkt an der Pointe du Van.

  2. Der etwas weiter Richtung Pors Théolen gelegene Parkplatz beim Restaurant „Pilleur d'Épaves“. Von hier aus haben Sie auch einen direkten Zugang auf die Küste, wenn Sie den Parkplatz hinten verlassen.

Der Weg: Sobald Sie Ihre Wanderschuhe geschnürt haben, folgen Sie dem GR 34, dem berühmten Zollpfad, in Richtung Osten (Pointe de Brézellec). Der Weg schlängelt sich hier eng an der Klippenkante entlang und bietet Ihnen bei jedem Schritt neue, atemberaubende Ausblicke auf den Atlantik.

 

Der four à Pain von Keriolet, der alte Brotbackofen an der Pointe du Van

Hier kommen Sie vorbei, der four à pain de Kériolet

Der Brotbackofen von Kériolet: Ein Stück Gemeinschaftsgeschichte

Wenn Sie den Weg zwischen der Pointe du Van und Pors Théolen wandern, stoßen Sie auf ein kleines, unscheinbares Gebäude, das eine architektonische Besonderheit des Cap-Sizun darstellt: den alten Brotofen von Kériolet.

  • Ein Dach aus Stein: Im Gegensatz zu den meisten Gebäuden in der Region besitzt dieser Ofen keinen Dachstuhl aus Holz. Sein Dach besteht aus massiven Granitblöcken, die direkt auf dem Mauerwerk ruhen. Um das Gebäude vor den salzigen Winden zu schützen und die Wärme zu speichern, ist das Dach mit Erde bedeckt, auf der heute wildes Gras wächst.

  • Schutz vor dem Feuer: Diese Bauweise (Granit ohne Holz) wurde im Cap-Sizun gezielt gewählt, um die Brandgefahr zu minimieren – eine Seltenheit, die man heute nur noch an sehr wenigen Orten in der Bretagne findet.

  • Das Innere: Der Ofen wurde 2010 liebevoll restauriert. Während das Gewölbe im Inneren mit modernen feuerfesten Ziegeln erneuert wurde, ist die Sole (der Boden des Ofens, auf dem das Brot liegt) noch im Original aus Granit erhalten.

  • Ein echter „Gemeindeofen“: Obwohl er heute auf Privatgrund steht, war er früher ein „Four banal“ – ein gemeinschaftlicher Ofen. Alle Familien des Weilers Kériolet nutzten ihn reihum, um ihr Brot zu backen.

Die Mühlen von Trouguer, Cap Sizun, Pointe du Van, Windmühlen

Die Windmühlen von Trouguer: Ein technisches Duo

Nur einen kurzen Abstecher vom Küstenpfad entfernt, direkt von der Straße zur Pointe du Van aus sichtbar, thronen die Windmühlen von Trouguer auf der Anhöhe.

 

Sie nutzen die beständigen Westwinde der Pointe du Van und sind lebendige Zeugen der Handwerkskunst vergangener Jahrhunderte. Dank leidenschaftlicher Restaurierungen in den 2000er Jahren sind sie heute wieder voll funktionsfähig.

Zwei Mühlen – Zwei Architekturen

Das Besondere an diesem Ort ist, dass Sie zwei verschiedene Mühlentypen direkt nebeneinander bewundern können:

  1. Die Turmwindmühle (Moulin tour): Die größere der beiden Mühlen ist massiv aus Granit gebaut. Ihre langen Flügel werden mit Segeltuch bespannt, um die Kraft des Windes einzufangen. Hier dreht sich nur die Dachkappe mit den Flügeln in den Wind.

  2. Die Bockwindmühle (Moulin chandelier): Dieser seltenere Typ (auch Pivot-Mühle genannt) besitzt einen festen Steinsockel, auf dem das gesamte hölzerne Mühlenhaus ruht. Das Besondere: Das komplette Oberteil aus Holz kann je nach Windrichtung gedreht werden.

  3. Veranstaltungs-Tipp: Jedes Jahr im August findet hier ein großes Erntefest statt. Besucher können den Mahlvorgang beobachten, alte Handwerksberufe kennenlernen und traditionelle bretonische Trachten bewundern.
Die Mühlen von Trouguer, Cap Sizun, Pointe du Van, Windmühlen

Der Weg setzt sich spektakulär fort: Entlang der zerklüfteten Steilküste führt der GR 34 in einem stetigen Auf und Ab über Stock und Stein in Richtung der spektakulären Pointe de Castelmeur. 

 

Da der Küstenwanderweg hier durchaus holperig ist, sind festes Schuhwerk und eine gute Kondition die Grundvoraussetzung, um die wilde Schönheit des Cap Sizun entspannt genießen zu können.

Impressionen am Weg zur Pointe de Castelmeur

Pointe de Castelmeur – Natur, Geschichte und ein Hauch von Legende

Die Pointe de Castelmeur gehört zu den eindrucksvollsten Küstenlandschaften im Cap Sizun. Hoch über dem Atlantik erhebt sich ein schmaler Felsvorsprung mit steil abfallenden Klippen, die hier bis zu 60 Meter in die Tiefe stürzen. Heute ist die Landspitze ein ruhiger, geschützter Naturraum, doch ihre Geschichte reicht mehrere Jahrtausende zurück.

 

Das Oppidum von Castelmeur – eine „große Festung“ der Kelten

 

Besonders bemerkenswert ist das sogenannte Oppidum von Castelmeur, eine befestigte Siedlung aus der Eisenzeit. Ein Oppidum war eine keltische Höhensiedlung, die sowohl als Wohnort als auch als Schutzanlage diente.

 

Die Pointe de Castelmeur bot dafür ideale Voraussetzungen: Drei Seiten des Felsvorsprungs waren durch steile Klippen natürlich gesichert. Lediglich die Landseite musste befestigt werden – und genau hier errichteten die Bewohner ein ausgeklügeltes Verteidigungssystem mit mehreren Wallanlagen und Gräben. 

 

Archäologische Funde zeigen, dass der Ort bereits seit mindestens 4.000 Jahren genutzt wurde. In der Eisenzeit (etwa zwischen dem 5. und 3. Jahrhundert v. Chr.) wurde die Anlage von den Kelten stark ausgebaut. Insgesamt schützten vier Verteidigungslinien und mehrere Gräben die Siedlung. Der letzte Wall erreichte eine Höhe von etwa vier Metern.

 

Innerhalb der Befestigung befand sich ein ganzes Dorf: Ausgrabungen haben die Spuren von rund 90 bis 95 Wohnhäusern nachgewiesen.

Die Lage auf dem Felsvorsprung war nicht nur strategisch, sondern auch lebenspraktisch: Die Nähe zum Meer ermöglichte Fischfang, während das Hinterland landwirtschaftlich genutzt werden konnte.

Nutzung bis ins Mittelalter

Die Geschichte des Ortes endet nicht mit der Antike. Funde belegen eine Nutzung bereits vor der Römerzeit, aber auch spätere Anpassungen der Befestigungen, vermutlich bis ins Mittelalter hinein.

 

Der Ort blieb also über viele Jahrhunderte hinweg von Bedeutung, auch wenn sich seine Funktion wandelte.

Legenden und Geschichten

Wie viele Orte in der Bretagne ist auch die Pointe de Castelmeur von Legenden umgeben. So soll die Landspitze im Mittelalter von englischen Truppen genutzt worden sein. Später, gegen Ende des 16. Jahrhunderts, soll auch der berüchtigte bretonische Räuber La Fontenelle hier Unterschlupf gefunden haben.

 

Ob diese Geschichten historisch belegt sind oder eher zur regionalen Erzähltradition gehören, ist unklar, sie verleihen dem Ort jedoch bis heute eine besondere Atmosphäre.

 

Heute: Naturerlebnis mit Geschichte

Heute gehört die Pointe de Castelmeur zu einem geschützten Küstengebiet. Der Zugang ist bewusst sehr eng und eingeschränkt, um die empfindliche Natur zu bewahren. Wanderer können das Gelände vom Küstenwanderweg (GR34) aus entdecken und dabei die spektakulären Ausblicke auf den Atlantik genießen.

 

Wer hier steht, blickt nicht nur auf eine beeindruckende Landschaft, sondern auch auf einen Ort, der seit Jahrtausenden Menschen angezogen hat, als Siedlung, Festung und Zuflucht.

 

Die Pointe de Castelmeur, ein Felsvorsprung im Atlantik

Nach dem Stopp an der markanten Pointe de Castelmeur erreichen Sie nach etwa weiteren 20 Minuten den idyllischen Schutzhafen von Pors Théolen. Hier erwartet Sie ein ganz besonderes Highlight: die Buvette von Pors Théolen.

 

Auf der Terrasse direkt am Meer lässt es sich herrlich entspannen. Probieren Sie unbedingt einen von Anne hausgemachten Far Breton zu Ihrem Kaffee – ein echtes Stück bretonischer Lebensart! Wer es herzhafter mag, findet eine Auswahl an  regionalen Bieren und einfache Weine.

 

Und sollte Ihnen an einem kühleren Tag im Winter die Meeresbrise ordentlich um die Nase geweht haben, ist der köstliche Glühwein von Anne oder eine heiße Schokolade mit Sahne genau das Richtige zum Aufwärmen.

Impressionen vom Weg nach Pors Théolen

Die Buvette von Pors Théolen, Cap Sizun, Buvette, Café, Bar am Meer, Far Breton, Meerblick

Es geht nichts über einen hausgemachten Far Breton von Anne direkt am Atlantik

 

Blick auf die Buvette, von der Pointe de Castelmeur aus kommend

 

Die Buvette von Pors Théolen, Cap Sizun, Buvette, Café, Bar am Meer
Die Buvette von Pors Théolen, Cap Sizun, Buvette, Café, Bar am Meer
Die Buvette von Pors Théolen, Cap Sizun, Buvette, Café, Bar am Meer

Impressionen aus der Buvette de Pors Théolen

 

Die Buvette von Pors Théolen, Cap Sizun, Buvette, Café, Bar am Meer

Bei Ebbe findet man in Pors Théolen einen wunderschönen Strand für Mensch und Hund.

Aufbruch zur Pointe de Brézellec: Geschichte am Wegesrand

Nachdem Sie sich in der Buvette gestärkt haben, führt der Weg direkt hinter dem Haus wieder bergauf. Sie setzen Ihre Wanderung auf dem GR 34 in Richtung der Pointe de Brézellec fort.

 

Ein maritimes Denkmal: Der „Amer“ von Pors Théolen

Nachdem Sie einen kleinen Bach im Tal überquert haben, steigen Sie zu einer Besonderheit aus vergangenen Zeiten hinauf.

Oben angekommen stoßen Sie auf einen sogenannten Amer. Dabei handelt es sich um eine markante Tagessichtmarke, die der Sichtnavigation im Küstenbereich diente. Dieser spezielle Amer hatte jedoch noch eine weitere, strategische Aufgabe:

  • Geschwindigkeitsmessung: Er diente als fester Peilpunkt für die Schiffe der königlichen Marine in der Bucht von Douarnenez.

  • Die Messstrecke: Durch das Anpeilen zweier solcher Marken in einem bekannten Abstand konnte die Besatzung auf See exakt berechnen, wie schnell ihr Schiff durch das Wasser schnitt – eine überlebenswichtige Information in den tückischen Strömungen vor dem Cap Sizun.

Der Amer von Pors Théolen, Zeichen für die Seefahrt, Bucht von Douarnenez, Cap Sizun

Der Amer von Pors Théolen, ein Sichtzeichen der Seefahrer

Der Amer von Pors Théolen, Zeichen für die Seefahrt, Bucht von Douarnenez, Cap Sizun

Das Finale zur Pointe de Brézellec: Ein Blütenmeer im Frühjahr

Nachdem Sie die Aussicht am historischen Amer genossen haben, führt Sie der GR34 weiter zu einem der malerischsten Abschnitte der gesamten Tour.

 

Im Frühjahr und Frühsommer zeigt sich das Cap Sizun hier von seiner farbenprächtigsten Seite und der GR 34 verwandelt sich in einen schmalen Pfad inmitten eines Blütenmeers.

 

Blütenmeer:

Beidseits des Weges leuchten gelber Ginster und das kräftige Pink der Armeria Maritima (Strand Grasnelke) mit großblumigen weißen Margeriten um die Wette. Dazwischen setzen alle möglichen Küstenblumen ihre Akzente.

 

Dramatische Kulisse:

Diese bunten Farbtupfer bilden den perfekten Rahmen für die spektakulären, steil abfallenden Felswände, an denen die Brandung der Bucht von Douarnenez bricht.

 

Genießen Sie diesen Abschnitt mit allen Sinnen – die Mischung aus den bunten Blüten, der salzigen Seeluft und dem spektakulären Panorama ist die Belohnung für jeden zurückgelegten Meter.

Von Pors Théolen zur Pointe de Brézellec, über die blühende Küste (Fotos im April)

Die Pointe de Brézellec: Panorama und ein Auge von Pierre Chanteau

Am Ziel Ihrer Etappe an der Pointe de Brézellec angekommen, öffnet sich Ihnen ein Panorama auf die ganze Bucht von Douarnenez und die Crozon Halbinsel.

 

Der Blick nach links:

Schauen Sie nach links (Westen) in Richtung der Pointe du Van. Bei klarer Sicht können Sie weit draußen auf dem Meer den einsamen Phare de Tévennec erkennen, der auf seinem Felseneiland den Strömungen trotzt.

 

Der Blick nach rechts:

Nach rechts (Osten) schweift das Auge über die wilde Steilküste zum Vogelschutzgebiet von Goulien (Réserve du Cap Sizun) mit seinen markanten vorgelagerten Felseninseln und der Pointe de Penharn.

 

Der Blick voraus:

Grade vor sich (Norden), sehen Sie hinter der Bucht von Douarnenez die gegenüberliegende Crozon Halbinsel mit dem Cap de la Chevre und seinem Sémaphore.

 

Ein besonderes Detail:

Das Auge der Seenotretter wacht über die Bucht.

Eines der berühmten „Augen“ von Pierre Chanteau schaut Sie hier an.

Der Künstler hat diese Mosaik-Augen an zahlreichen Orten entlang der Küste des Finistère installiert. Sie sind eine Hommage an die unermüdliche Arbeit der Seenotretter (SNSM). Hier an der Pointe de Brézellec wacht das Auge symbolisch über die Seeleute und erinnert uns an die ständige Präsenz der Retter in der Not.

 

Ein Abstecher an den Schutzhafen:

Haben Sie noch Energie für ein paar extra Höhenmeter? Ein kleiner Asphaltweg führt von der Klippe hinunter zum malerischen Schutzhafen von Brézellec

Wander-Tipp: Der steile Asphaltweg hinunter ist schnell gemacht, aber denken Sie daran: Jeder Meter, den Sie hinuntergehen, muss auf dem Rückweg auch wieder hinauf bewältigt werden! 

Mehr zum Schutzhafen von Brézellec unter: Schutzhäfen am Cap Sizun

An der Pointe de Brézellec, Ausblicke und Augenblicke

Im Schutzhafen von Brézellec

Wer den steilen Weg hinunter nicht scheut, wird mit einem Anblick belohnt, der die raue Seele der Bretagne widerspiegelt. Der Port de Brézellec ist kein gewöhnlicher Hafen – er ist ein Zeugnis des menschlichen Überlebenswillens an einer der unerbittlichsten Küsten Europas.

 

Was diesen Ort so besonders macht:

  • In den Fels gehauen: Der Hafen schmiegt sich eng in eine schmale Felsspalte. Die steilen Wände bieten den Booten den dringend benötigten Schutz vor den gewaltigen Nordwestwinden und dem Wellengang der Bucht von Douarnenez.

  • Die Slipanlage und die Winde: Besonders fotogen ist die Rampe, über die die Fischer ihre Boote mühsam aus dem Wasser ziehen, um sie vor den Winterstürmen in Sicherheit zu bringen und die Seilwinde oben am Hafen, die dazu dient, den Fang und alles benötigte Material hinaufzubringen. Hier wird deutlich, dass das Meer in der Bretagne nicht nur Kulisse, sondern harte Arbeit ist.

  • Farbenfrohe Kontraste: Die leuchtenden Farben der kleinen Boote bilden einen fantastischen Kontrast zum dunklen, nassen Granit der Klippen und dem tiefen Blau oder Türkis des Wassers. Für Fotografen ein Traum.

Einblicke in den Schutzhafen von Brézellec