Ein Ausflug zu den Glénan-Inseln gehört zu den unvergesslichsten Erlebnissen eines Bretagne-Urlaubs.
Etwa 10 bis 15 Seemeilen (je nach Abfahrtshafen zwischen 18 und 30 Kilometern) vor der Küste von Concarneau gelegen, erwartet Sie ein Naturparadies von außergewöhnlicher Schönheit.
Was das Archipel so besonders macht:
Einzigartige Lagune: Die Inselgruppe besteht aus sieben Hauptinseln und zahlreichen kleineren Eilanden, die kreisförmig angeordnet sind und in ihrer Mitte eine geschützte Lagune umschließen.
Türkisblaues Wasser: Durch den extrem hellen Sand und das klare Wasser schimmert das Meer hier in Farben, die man sonst nur aus der Südsee kennt.
Natur pur: Die Inseln sind ein geschütztes Naturparadies. Besonders berühmt ist die „Glénan-Narzisse“, eine seltene Blume, die nur hier vorkommt und im Frühjahr die Inseln in ein weißes Blütenmeer verwandelt.
Ein kleiner geografischer Hinweis:
Obwohl die Inseln wie eine ferne Welt wirken, sind sie von den Häfen des Festlands (wie Concarneau, Fouesnant oder Bénodet) aus gut mit den Ausflugsbooten zu erreichen. Planen Sie für dieses Erlebnis am besten einen kompletten Tag ein, um die Ruhe und das besondere Licht des Archipels in vollen Zügen zu genießen.
Sobald man nach etwa einer Stunde Überfahrt am Steg der Hauptinsel Saint-Nicolas anlegt, traut man seinen Augen kaum: Feine, weiße Sandstrände und smaragdgrünes, unvergleichlich klares Wasser lassen sofort Bilder von exotischen Ländern im Kopf entstehen. Es ist eine paradiesische Landschaft, die man so mitten im Atlantik nicht vermuten würde.
Ein Archipel im Wandel der Gezeiten
Neben Saint-Nicolas gehören weitere große Inseln wie Bananec, Loch, Penfret, Drenec, Guiautec, Quignénec, Brunec und Cigogne zum Archipel. Über die genaue Anzahl der Inseln und Inselchen herrscht seit jeher Uneinigkeit – denn je nach Wasserstand gibt der Atlantik neue Landstriche frei oder lässt sie ebenso schnell wieder in den Fluten verschwinden.
Zentrum des Wassersports Trotz ihrer Abgeschiedenheit sind die Glénan-Inseln international ein Begriff:
Segelschule "Les Glénans": Eine der renommiertesten Segelschulen Frankreichs hat hier ihr Stammquartier.
Tauchzentrum: Das "Centre International de Plongée de Glénan" nutzt das glasklare Wasser für Tauchgänge in einer der schönsten Unterwasserwelten der Bretagne.
Wichtiger Hinweis zum Aufenthalt:
Wer hier übernachten möchte, muss im Voraus planen:
Keine Hotels: Das Archipel verfügt über kein einziges Hotel, und wildes Camping ist zum Schutz der Natur strengstens verboten.
Die Ausnahme: Im Sommer öffnet eine kleine Pension ihre Türen. Sie wird ehrenamtlich von zwei Bretonen geführt und richtet sich hauptsächlich an Segler und Taucher, die die Einsamkeit der Inseln nach Abfahrt der Ausflugsboote genießen möchten.
Auf der Hauptinsel Saint-Nicolas scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Nur wenige historische Häuser künden von früheren Zeiten, denn heute darf hier nicht mehr gebaut werden. Seit 1986 unterliegen die Inseln dem strengen französischen Küstenschutzgesetz, das Neubauten im Umkreis von 100 Metern zum Wasser untersagt. Zudem stehen mittlerweile alle Inseln des Archipels unter striktem Naturschutz.
Frühlingserwachen und die berühmte Narzisse
Das Jahr auf den Glénan-Inseln beginnt mit einem botanischen Highlight: Im April erwacht Saint-Nicolas zum Leben, wenn die Glénan-Narzisse in voller Blüte steht. Diese seltene Blume gibt es weltweit nur hier. Besucher kommen von weit her, um dieses weiße Blütenmeer zu bewundern.
Erkundung zu Fuß: Auf einem angelegten Holzsteg können Sie die gesamte Insel Saint-Nicolas in etwa 15 Minuten bequem umrunden.
Das Gezeiten-Wunder: Bei Ebbe gibt das Meer eine Sandbank frei, über die Sie trockenen Fußes zur Nachbarinsel Bananec hinüberlaufen können – ein fast magisches Erlebnis.
Sommer, Sonne und Wassersport
Sobald die Tage wärmer werden, verwandelt sich das Archipel in ein Mekka für Aktivurlauber. Die Glénan-Inseln gelten als eines der spektakulärsten Tauchreviere der Welt und bieten ideale Bedingungen zum Segeln, Kitesurfen und für jede andere Art von Wassersport.
Einzigartige Einblicke: Wer nicht selbst abtauchen möchte, kann die faszinierende Unterwelt des Atlantiks ganz bequem mit einem Glasbodenboot erkunden oder an geführten Inselführungen teilnehmen.
Winterliche Stille
Nach der Saison kehrt wieder vollkommene Ruhe ein. Im Winter sind die Glénan-Inseln unbewohnt und werden ganz der Natur und den Kräften des Atlantiks überlassen.
Die außergewöhnliche Sauberkeit des Wassers rund um das Archipel macht es nicht nur zu einem Paradies für Taucher, sondern auch zum Lebensraum für einen ganz besonderen Gast: den Riesenhai (Requin Pèlerin).
Mit etwas Glück können Sie in diesem Naturschutzgebiet Exemplare beobachten, die bis zu zehn Meter lang werden. Doch keine Sorge – trotz seiner beeindruckenden Größe ist dieser Meeresriese völlig friedlich. Er ist ein reiner Planktonfresser und stellt für den Menschen keinerlei Gefahr dar.
Ein faszinierendes Schauspiel: Der Riesenhai schwimmt gemächlich mit weit geöffnetem Maul durch den Atlantik und lässt das Wasser durch seine riesigen Kiemen strömen, um Kleinstlebewesen herauszufiltern. Ein Anblick, der zeigt, wie unberührt und intakt die Natur rund um die Glénan-Inseln noch ist.
Wussten Sie, dass die Glénan-Inseln auch Schauplatz für den wohl berühmtesten Ermittler der Bretagne sind? In seinem zweiten Fall „Bretonische Brandung“ muss Kommissar Dupin das Rätsel um drei Segler lösen, die nach einem heftigen Sturm an den Stränden des Archipels angespült wurden.
Für Krimi-Fans bietet ein Ausflug auf die Inseln die Gelegenheit, die Originalschauplätze aus dem Roman (und der Verfilmung) live zu erleben. Wer die beschriebene Atmosphäre zwischen den strahlend weißen Sandbänken und den geheimnisvollen Strömungen selbst spüren möchte, sollte diesen Ausflug auf keinen Fall verpassen.
Unser Tipp: Packen Sie den Krimi als Urlaubslektüre in die Strandtasche – es gibt keinen besseren Ort, um in Dupins Welt einzutauchen, als während der Überfahrt oder beim Picknick auf Saint-Nicolas.
Es gibt zwei Hauptgesellschaften, die das Archipel regelmäßig ansteuern. Wir empfehlen, die Tickets besonders im Juli und August vorab online zu reservieren.
Dies ist der größte Anbieter mit der modernsten Flotte und den meisten Abfahrtshäfen:
Concarneau: Ideal, um den Ausflug mit einer Besichtigung der "Ville Close" zu verbinden. Überfahrt ca. 1 Stunde.
Loctudy: Oft die schnellste Verbindung für Gäste aus dem Bigoudenland (ca. 30 Min. Fahrt von Plouhinec).
Beg Meil (Fouesnant): Für einen etwas kleineren, idyllischen Startpunkt.
Besonderheit: Diese Gesellschaft bietet auch die Fahrten mit dem Glasbodenboot (Capitaine Némo) und geführte Touren an.
Website: www.vedettes-odet.com
Ein kleinerer Anbieter, der vor allem auf eine persönliche Atmosphäre setzt.
Abfahrtshafen: * Sainte-Marine: Direkt gegenüber von Bénodet gelegen. Ein sehr charmanter kleiner Hafen.
Besonderheit: Oft etwas weniger trubelig als die großen Schiffe ab Bénodet.
Website: www.vedettes-sirenes.com
Möchten Sie die Überfahrt wie die Seeleute des 19. Jahrhunderts erleben?
Von Juni bis August bietet sich (an ausgewählten Terminen) die Gelegenheit, an Bord der Corentin zu gehen. Dieser prächtige Nachbau eines historischen Seglers (Lougre) startet im Yachthafen von Concarneau.
Das Erlebnis: Sie können der Mannschaft beim Setzen der Segel helfen oder einfach die majestätische Ruhe auf dem Holzdeck genießen. Die Fahrt dauert je nach Wind etwa 2 bis 2,5 Stunden.
Flexibilität: Oftmals lässt sich der Tag so gestalten, dass Sie eine Strecke unter Segeln zurücklegen und für die andere Strecke das schnellere Passagierschiff nutzen – so haben Sie mehr Zeit auf der Insel Saint-Nicolas.
Preise & Termine: Da die Plätze auf dem Traditionssegler stark limitiert sind und die Fahrten nur bei gutem Wetter stattfinden, empfehlen wir Ihnen, die aktuellen Preise und Abfahrtstage direkt auf der Webseite zu prüfen. Rechnen Sie für dieses exklusive Erlebnis mit ca. 80 € bis 90 € für Erwachsene (Kinder/Junioren ermäßigt).
Buchung & Infos:
Web: www.lougredelodet.bzh oder über www.vedettes-odet.com
Anlegestelle: Port de Plaisance (Yachthafen), Concarneau.
Die Corentin auf ihrem Weg durch den Raz de Sein anlässlich der Armada de l'Espoir
Auf Youtube zeigen wir Ihnen das schönste Ende der Welt:
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