Das Pays Bigouden (bretonisch: Bro-Vigoudenn) beginnt direkt hinter der Grenze von Plouhinec. Es ist ein Landstrich, der weniger durch dramatische Klippen besticht, sondern durch seine tief verwurzelte Kultur, seine berühmten Trachten und einige der wichtigsten Fischereihäfen der Bretagne.
Die "Bigoudène" steht in Pors Poulhan am Hafen und schaut hinaus auf den Atlantik
Der kleine Hafen von Pors Poulhan bildet den ruhigen Übergang zwischen dem Cap Sizun und dem Pays Bigouden.
Symbol der Identität:
Hier wacht die Statue „La Bigoudène“ des Bildhauers René Quillivic. Sie blickt über die Grenze zwischen dem Cap Sizun und dem Bigoudenland, das sich von hier aus bis zur Odet-Mündung bei Bénodet erstreckt.
Die „Coiffe“ – Stolz aus weißer Spitze:
Nirgendwo in der Bretagne ist die Tracht so präsent im kollektiven Gedächtnis wie hier. Die traditionelle hohe Kopfbedeckung der Frauen, die Coiffe, ist das Wahrzeichen der Region. Diese bis zu 30 cm hohen, kunstvoll bestickten Spitzenhauben zeugen vom Stolz und der Handwerkskunst vergangener Generationen. Auch wenn die Hauben heute aus dem Alltag verschwunden sind, begegnet man ihnen bei den traditionellen Festen noch immer.
Die typischen Spitzenhauben, die im Laufe der Jahrzehnte immer höher wurden
Das Pays Bigouden ist das pulsierende Herz der bretonischen Fischerei. Hier bestimmen Ebbe, Flut und die Ankunft der Fangflotten seit Generationen den Rhythmus des Lebens.
Die Häfen der Region gehören zu den bedeutendsten des gesamten Finistère und jeder hat seine ganz eigene Spezialität:
Le Guilvinec & Saint-Guénolé: Sie sind die Schwergewichte der französischen Fischerei. Wenn am späten Nachmittag die bunten Kutter in den Hafen einlaufen und ihren Fang entladen, ist das ein Spektakel, das man sich nicht entgehen lassen sollte.
Loctudy & seine „Demoiselles“: Der Hafen von Loctudy ist weit über die Grenzen der Bretagne hinaus für seinen Kaisergranat bekannt. Die hier angelandeten Delikatessen werden liebevoll „Les Demoiselles de Loctudy“ genannt und sind ein Muss für jeden Feinschmecker.
Direkt bei Saint-Guénolé liegt der wunderschöne Strand von Pors-Carn. Doch während die meisten Besucher hier nur den feinen Sand und die Wellen genießen, verbirgt sich unter ihren Füßen eine technische Sensation:
Die Nabelschnur nach Amerika: Seit 1959 ist Pors-Carn ein strategischer Knotenpunkt der Weltkommunikation. Hier verlässt ein gewaltiger transatlantischer Kabelstrang das europäische Festland, um am Meeresgrund den Atlantik zu überqueren und Europa direkt mit Amerika zu verbinden. Ein faszinierender Gedanke, während man am Strand den Blick in die Ferne schweifen lässt.
Einlaufen der Fischerboote im Hafen von Guilvinec
Nach den lebhaften Häfen führt Sie der Weg landeinwärts nach Pont-l’Abbé (bretonisch: Pont-’n-Abad). Wer das Pays Bigouden verstehen will, kommt an dieser charmanten Stadt nicht vorbei, denn sie gilt als das unbestrittene kulturelle und wirtschaftliche Zentrum der Region.
Der Name der Stadt erzählt bereits ihre Gründungsgeschichte. Der Legende nach war es der Abt von Loctudy, der hier an der strategisch wichtigen Mündung des Flusses eine Brücke errichten ließ. Aus der „Brücke des Abtes“ entwickelte sich über die Jahrhunderte eine blühende Handelsstadt.
Ein Besuch in Pont-l’Abbé ist wie eine Zeitreise:
Das Schloss (Château de Pont-l’Abbé): Heute Sitz des Rathauses und des Bigouden-Museums (Musée Bigouden). Es ist der beste Ort, um die berühmten hohen Spitzenhauben und die kunstvoll bestickten Trachten aus der Nähe zu bewundern.
Shopping mit Flair: Die Gassen rund um den Place de la République laden zum Bummeln ein. Hier findet man noch echtes bretonisches Kunsthandwerk und kulinarische Spezialitäten der Region.
Zwei weitere Orte prägen das Gesicht des Bigoudenlandes und zeigen die beeindruckende Weite dieser Region:
Phare d'Eckmühl (Penmarc’h): Er ist einer der imposantesten Leuchttürme Frankreichs. Mit seiner prachtvollen Architektur und der berühmten Treppe aus Opalglas im Inneren überragt er die flache Küste. Ein monumentales Bauwerk aus Granit, das über die Landspitze von Penmarc’h wacht.
La Torche & die Bucht von Audierne: Die Pointe de la Torche ist das Ziel für Naturliebhaber und Sportbegeisterte. Von hier aus erstreckt sich in der Bucht von Audierne der gewaltige, über zehn Kilometer lange Sandstrand bis hinauf nach Penhors. Es ist das Mekka der Surfer und Kitesurfer, die hier die perfekte Brandung finden, während Spaziergänger die unendliche Weite und die salzige Brise der Bucht genießen.
Egal, ob Sie den Spuren der Geschichte in den Gassen von Pont-l’Abbé folgen, das maritime Treiben in den Häfen beobachten oder die unendliche Weite an der Pointe de la Torche spüren möchten – das Pays Bigouden hält für jeden Entdecker einen ganz eigenen Moment bereit.
Erkunden Sie auf den folgenden Seiten die Details der einzelnen Anlaufpunkte und lassen Sie sich von der Vielfalt dieses besonderen Landstrichs verzaubern.
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