Leider passiert es immer wieder: Man spaziert an der wilden Küste des Cap Sizun oder am Strand und sieht sich plötzlich einem gestrandeten Delfin, einem Schweinswal oder einer Kegelrobbe gegenüber.
Manchmal sind die Tiere bereits verendet, oft aber sind sie verletzt oder durch Reste von Fischernetzen ("Geisternetze") in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt.
In einem solchen Fall ist Ihr besonnenes Handeln gefragt. Einfach weiterzugehen ist keine Option. Die Tiere müssen gemeldet werden – bei verletzten Tieren kann eine schnelle Meldung über Leben und Tod entscheiden.
Hunde sofort anleinen: Das ist die allererste Maßnahme. Lassen Sie Ihren Hund unter keinen Umständen an das Tier heran.
Gefahr für das Wildtier: Ein lebendes, gestrandetes Tier steht unter massivem Stress. Ein bellender oder heranstürmender Hund kann bei einem Delfin oder einer Robbe zu einem tödlichen Schock führen.
Gefahr für Ihren Hund: Robben können sehr schmerzhaft beißen. Zudem können sowohl tote als auch lebende Meerestiere gefährliche Krankheiten und Parasiten übertragen, die für Haustiere (und Menschen!) ansteckend sind.
Abstand halten:
Nähern Sie sich dem Tier nicht unnötig. Robben können beißen, wenn sie sich bedrängt fühlen, und Delfine sind im Stress extrem empfindlich. Halten Sie eine Distanz von mindestens 20-30 Metern
ein.
Nicht ins Wasser zurückdrängen:
Versuchen Sie niemals, ein gestrandetes Tier eigenmächtig ins Meer zurückzuschieben. Dies führt oft zu schweren Verletzungen auf beiden Seiten oder zum Tod des Tieres durch Stress und
Erschöpfung.
Ruhe bewahren:
Vermeiden Sie Lärm, Hektik und "Selfies". Ein gestrandetes Tier braucht absolute Ruhe.
Position bestimmen:
Notieren Sie sich den genauen Standort (am besten per GPS/Smartphone-Pin oder markante Orientierungspunkte am Strand).
Wenn Sie einen lebenden Delfin oder Schweinswal entdecken, zählt jede Minute, aber auch jede richtige Entscheidung.
Bleiben Sie besonnen. Rufen Sie umgehend die Experten von Pelagis (+33 5 46 44 99 10) an. Handeln Sie niemals eigenmächtig, sondern lassen Sie sich bereits am Telefon Anweisungen geben. Die Mitarbeiter sprechen in der Regel auch Englisch.
Kein Körperkontakt: Fassen Sie das Tier keinesfalls an. Delfine sind Wildtiere; jede menschliche Annäherung bedeutet für sie massiven zusätzlichen Stress. Zudem können über die Haut Krankheiten in beide Richtungen übertragen werden.
Abstand halten: Beobachten Sie das Tier aus sicherer Entfernung, bis die Fachleute eintreffen. Sorgen Sie dafür, dass andere Passanten und Hunde den Bereich großräumig meiden.
Keine Rettungsversuche auf eigene Faust: Versuchen Sie niemals alleine, das Tier zurück ins Meer zu ziehen. Ziehen Sie niemals an den Flossen! Die Gelenke und die Haut sind extrem empfindlich. Gewaltsame Manipulation kann zu schweren inneren Verletzungen führen oder Abwehrreaktionen wie Bisse und schmerzhafte Flossenschläge auslösen.
Sollten die Experten Sie bitten, das Tier feucht zu halten, beachten Sie bitte unbedingt:
⚠️ Lebenswichtig: Begießen Sie niemals das Atemloch (die Öffnung oben auf dem Kopf) mit Wasser! Decken Sie das Atemloch auch niemals ab. Der Delfin atmet über diese Öffnung Luft – Wasser darin würde zum Ersticken führen.
Kegelrobben sind am Cap Sizun regelmäßig zu Gast. Nicht jede Robbe im Sand ist ein Notfall – oft sind sie einfach nur erschöpft.
Beobachten Sie das Tier zunächst aus der Ferne (mindestens 30 Meter). Die Präsenz einer Kegelrobbe am Strand ist nicht von vornherein beunruhigend. Besonders Jungtiere (Heuler) kommen nach stürmischem Wetter oft an Land, um sich auszuruhen und ihr Fell zu trocknen.
Wichtige Warnhinweise:
Keine Streichelversuche: Versuchen Sie niemals, die Robbe zu berühren oder zu streicheln. Kegelrobben sind Raubtiere mit einer enormen Beißkraft. Ein Biss kann schwere Infektionen verursachen.
Nicht ins Wasser treiben: Nötigen Sie das Tier nicht, zurück ins Meer zu gehen. Wenn eine Robbe an Land liegt, hat sie einen Grund dafür (Ruhebedarf oder Krankheit). Sie ins Wasser zu jagen, raubt ihr die letzte Kraft.
Ruhe bewahren: Stören Sie das Tier nicht durch laute Rufe oder forsche Annäherung für Fotos.
Sollte die Robbe ihren Kopf heben und Sie fixieren, sind Sie bereits zu nah dran! Dieses Verhalten ist kein „neugieriges Schauen“, sondern ein klares Warnsignal. Die junge Kegelrobbe fühlt sich gestört und beginnt zu drohen. In diesem Moment steht das Tier unter Stress und ist bereit, sich zu verteidigen.
Bitte beachten Sie:
Nicht näher kommen: Bleiben Sie sofort stehen und ziehen Sie sich langsam und ruhig zurück.
Unterschätzte Gefahr: Kegelrobben haben ein sehr starkes Gebiss und scharfe Zähne. Wenn sie sich in die Enge getrieben fühlen, beißen sie blitzschnell zu.
Infektionsgefahr: Ein Robbenbiss ist aufgrund der Bakterien im Maul des Tieres hochgradig infektiös und muss umgehend medizinisch behandelt werden.
Hier ist ein Bild, das diese Situation verdeutlicht: Eine junge Kegelrobbe, die den Kopf hebt, den Betrachter fixiert und droht – ein Zeichen dafür, dass die Fluchtdistanz unterschritten wurde. Sie tun besser daran, nicht näher zu kommen.
Wenn Sie deutliche Verletzungen sehen (Blut, tiefe Wunden) oder feststellen, dass die Robbe in Netzen oder Plastikmüll gefangen und dadurch bewegungsunfähig ist:
Benachrichtigen Sie das Institut Pelagis (+33 5 46 44 99 10)
Sie leiten damit die Information an das nationale Netzwerk Réseau National Echouages weiter. Es wird dort auch Englisch gesprochen und sie haben ein weitverzweigtes Helfernetz. Es wird ein Helfer kommen und sich um das Tier kümmern.
Lokale Hilfe: Speziell im Finistère arbeitet Pelagis eng mit dem Rettungszentrum von Océanopolis in Brest zusammen. Es wird ein geschulter Helfer kommen, der die Situation professionell beurteilt und das Tier gegebenenfalls birgt. Tel. 0033 (0)2 98 34 40 51 oder (0)2 98 34 40 40 (7/7 24h/24)
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Meldung gestrandeter Robben, Delphine, Wale etc.
Verletzte und tote gestrandete Tiere unbedingt hier melden:
Institut Pelagis Tel 0033 (0)546449910 (7/7 24/24)
Meldungen toter Tiere gerne auch per Mail mit Fotos und möglichst genauer Ortsangabe:[email protected]
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Statt an das Institut Pelagis können Sie sich auch an Océanopolis in Brest wenden:
Wenn das gefundene Tier noch lebt, dann rufen Sie das Centre de soins de l’Association pour la Conservation des Mammifères et Oiseaux Marins de Bretagne (ACMOM) im Océanopolis an: Tel. 0033 (0)2 98 34 40 51 oder (0)2 98 34 40 40 (7/7 24h/24)
Oder schreiben Sie eine Mail an:
Ist das Tier verendet, bitte hier melden: ACMOM, Tel. 0033 (0)2 98 34 40 51
Oder per Mail, bitte mit Fotos und Ortsangabe an: |
Hier ruht sich eine Kegelrobbe am Strand von Kersiny aus. Sie ist nicht in Not.
Es ist traurig, ein verendetes Tier zu finden, doch auch in diesem Fall ist Ihre Mithilfe für den Meeresschutz von großer Bedeutung. Jedes gemeldete Tier liefert wichtige Daten über den Zustand der Bestände und mögliche Gefahrenquellen im Atlantik.
Absolutes Berührungsverbot: Fassen Sie das tote Tier unter keinen Umständen an. Kadaver können hochgradig infektiöse Krankheitserreger und Bakterien enthalten.
Hunde fernhalten: Sorgen Sie dafür, dass Ihr Hund nicht am Kadaver schnüffelt oder gar davon frisst. Es besteht akute Ansteckungsgefahr für Ihr Haustier!
Abstand einhalten: Auch wegen der Geruchsentwicklung und aus Respekt vor der Natur sollten Sie Distanz wahren.
Um den Wissenschaftlern des Observatoire Pelagis eine genaue Auswertung zu ermöglichen, gehen Sie bitte wie folgt vor:
Fotos erstellen: Fotografieren Sie das Tier von allen Seiten. Versuchen Sie, Besonderheiten wie Verletzungen, Reste von Fischernetzen oder Stichwunden zu dokumentieren. Auch ein Größenvergleich (z.B. ein Schuh neben dem Tier, ohne es zu berühren) ist hilfreich.
Fundort bestimmen: Stellen Sie den Standort so präzise wie möglich fest (idealerweise per GPS-Pin/Standortfreigabe auf Ihrem Smartphone oder über markante Landmarken).
Daten übermitteln: Schicken Sie alle Informationen zeitnah per E-Mail an: [email protected]
Ihre E-Mail sollte folgende Angaben enthalten:
Tierart: (Delfin, Robbe, Schweinswal – falls bestimmbar)
Fundort: (Genaue Beschreibung oder Koordinaten)
Datum und Uhrzeit: Wann haben Sie das Tier gefunden?
Besonderheiten: Gab es sichtbare Verletzungen oder Fremdkörper (Netze, Plastik)?
Fotos: Hängen Sie Ihre Aufnahmen als Anhang an.
Keine Sorge wegen der Sprache: Eine einfache Mail mit den Fakten (auch auf Englisch oder Deutsch) und den Fotos reicht den Experten völlig aus, um die notwendigen Schritte einzuleiten.
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Ein möglicher, einfacher Text für eine Mail auf Französisch könnte lauten:
Bonjour
Je souhaite vous signaler un dauphin (einen Delfin)/ un phoque (eine Robbe) mort, trouvé aujourd'hui, Datum, echoué sur la plage de (Name des Strandes) à (Name des Ortes,hier können Sie auch einen Fundort über Google Maps einfügen)
Veuillez trouver ci-joint des photos du spécimen
Cordialement
Ihr Name
Kopieren Sie einfach diesen Text und füllen Sie die Klammern aus. Das Team von Pelagis wird Ihre Meldung auch ohne perfekte Französischkenntnisse verstehen. |
Ein Kegelrobben Jungtier ruht sich an Land aus. Bitte nicht stören, hier wird geschlafen! Hunde gehören an die Leine und weg von dem Tier!
Ob Basstölpel, Trottellumme oder Möwe: Seevögel leiden oft unter den Folgen von Stürmen, Fischernetzen oder – leider immer noch – unter Teer- und Ölresten im Meer. Ein Vogel, der sich am Strand leicht fangen lässt, ist fast immer in Not.
Vorsicht beim Greifen: Seevögel (besonders Tölpel oder Reiher) haben sehr spitze Schnäbel und zielen instinktiv auf die Augen. Tragen Sie nach Möglichkeit Handschuhe oder nutzen Sie ein Handtuch, um den Vogel vorsichtig einzufangen.
Ruhe und Dunkelheit: Setzen Sie den Vogel in einen stabilen Karton mit Luftlöchern. Dunkelheit beruhigt die Tiere und senkt den Stresspegel massiv.
Füttern Sie den Vogel nicht und geben Sie ihm kein Wasser flößweise ein.
Wärme: Halten Sie den Vogel warm, aber nicht heiß.
Die wichtigste Adresse in Frankreich ist die LPO (Ligue pour la Protection des Oiseaux). Sie betreiben spezialisierte Rettungsstationen (Centres de soins).
LPO Bretagne (Zentrale): Tel. +33 (0)2 96 91 91 40 (Hier erhalten Sie Anweisungen, wohin der Vogel gebracht werden kann).
Océanopolis Brest: Auch das Team von Océanopolis nimmt Meldungen entgegen oder vermittelt an die nächstgelegene Pflegestation: Tel. +33 (0)2 98 34 40 40.
Sollten Sie einen Vogel finden, dessen Gefieder mit Teer oder Öl verschmutzt ist:
⚠️ Wichtig: Versuchen Sie niemals, den Vogel selbst zu waschen! Das Öl ist hochgiftig, und das Waschen zerstört die natürliche Imprägnierung der Federn. Dies muss unter professionellen Bedingungen in einer Rettungsstation geschehen.
Beim Auffinden von verletzten oder mit Teer verunreinigen Vögeln bitte hier melden:
Ligue de Protection des Oiseaux (LPO)
Tel. 0033 (0) 2 96 91 91 40
Kann aber auch über Océanopolis gemeldet werden.
Falls Sie jemanden anrufen und unsicher sind:
„J'ai trouvé un oiseau marin blessé (verletzt) / mazouté (verölt) à [Ort]. Est-ce que vous pouvez m'aider?“
Seit dem Sommer 2022 ist die Vogelgrippe (H5N1/H5N8) leider auch bei den Seevögeln der Bretagne angekommen. Besonders die majestätischen Basstölpel (Fous de Bassan) und verschiedene Möwenarten sind stark betroffen.
Um eine weitere Ausbreitung des Virus und eine Übertragung auf Haus- und Zuchtgeflügel zu vermeiden, gelten in der gesamten Bretagne (Zone de Contrôle Temporaire) folgende strikte Verhaltensregeln:
Berührungsverbot: Fassen Sie unter keinen Umständen tote oder krank wirkende Vögel an. Das Virus ist hochinfektiös für andere Vögel.
Hunde strikt anleinen: Lassen Sie Ihren Hund niemals an verendete Vögel herankommen. Hunde können das Virus zwar selten selbst bekommen, aber sie fungieren als „Taxi“ und tragen die infizierten Federn oder den Kot in Ihr Auto, Ihr Ferienhaus oder zu anderen Tieren.
Schuhe reinigen: Wenn Sie Kontakt mit Bereichen hatten, in denen tote Vögel lagen, reinigen Sie Ihre Schuhsohlen gründlich (am besten mit einem Desinfektionsmittel), bevor Sie andere Zonen betreten, in denen sich Vögel aufhalten.
Keine Fütterung: Füttern Sie keine Wildvögel am Strand, da dies die Tiere auf engem Raum zusammenbringt und die Übertragungsgefahr erhöht.
Obwohl das Vogelgrippe-Virus nach aktuellem Stand nicht auf den Menschen übertragbar ist, stellt es eine enorme Gefahr für die Tierwelt und die Landwirtschaft dar.
Für die systematische Erfassung und Untersuchung der Vogelgrippe ist das Office Français de la Biodiversité (OFB) zuständig. Bitte melden Sie Funde dort:
Telefon: +33 (0)2 98 82 69 24
E-Mail: [email protected]
Die wilde Schönheit des Cap Sizun und der raue Atlantik bieten uns jeden Tag neue, faszinierende Schauspiele.
Dass wir hier Delfinen, Kegelrobben und seltenen Seevögeln begegnen können, ist ein großes Privileg.
Indem Sie die oben genannten Hinweise beachten, helfen Sie aktiv mit, dieses empfindliche Ökosystem zu schützen. Oft ist das Beste, was wir für die Natur tun können, ihr mit Respekt, Ruhe und einer gewissen Distanz zu begegnen. So bleibt der Strand für Mensch und Tier gleichermaßen ein sicherer Ort.
Wir wünschen Ihnen unvergessliche Beobachtungen und viele friedliche Momente an unseren Küsten. Bleiben Sie neugierig, achtsam und genießen Sie Ihre Zeit am Meer!
Auf Youtube zeigen wir Ihnen das schönste Ende der Welt:
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