Tour zu den Schutzhäfen

(ports-abris) 

am Cap Sizun

Die Tour zu den Schutzhäfen kann man mit dem Auto auf der Küstenstrasse machen, aber Achtung: Die Zufahrt zum Port Bestrée ist nur für Anlieger frei.

 

Sehr schön ist es auch, zu Fuß auf dem GR 34 den einen oder anderen Schutzhafen zu erwandern.

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Die Küste des Cap Sizun im Norden, Westen und Süden trotzt mit teils über siebzig Meter hohen Klippen dem Nordatlantik und bietet den Menschen, die seit jeher vom und mit dem Meer leben, nur wenige Möglichkeiten, mit ihren Booten sicher anzulanden.

 

Wollten die Fischer ihre Boote sichern, mussten sie sie mit Seilen auf die Klippen ziehen, wenn Stürme aufzogen, das Wetter umschlug und der Atlantik tückisch wurde. Wurden sie auf dem Wasser vom Wetter überrascht, so suchten die Fischer mit ihren kleinen Booten Schutz hinter Felsvorsprüngen oder in vom Meer ausgewaschenen Höhlen.

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Pors Poulhan

Ende des 19. Jahrhunderts entwickelten sich aus diesen Zufluchtsorten die Schutzhäfen (ports-abris). Es wurden Dämme gebaut, die die Felsvorsprünge verlängerten und so die mächtigen Wellen brachen, gemeinsam baute man Treppen bis hinauf auf die Klippen. Kleine Schuppen entstanden, Becken für die Lagerung von lebenden Krustentieren und Rampen mit deren Hilfe man die Boote mit Seilwinden aus dem Wasser ziehen konnte.

 

Die Schutzhäfen der Cornouaille waren entstanden.

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Schutzhafen Pors Bestrée

Pors Tarz gehört noch zur Gemeinde Primelin und ist relativ gut zugänglich von der Küste aus, daher nutzten ihn früher nicht nur die Fischer, sondern auch Bauern, die Algen als Dünger für ihre Felder ernteten.

 

1885 bestand die Flotte der Fischerboote in Pors Tarz schon aus 16 Booten, vier Jahre später waren es schon 24 Boote, die hier ausliefen, um Meerspinnen (araignées) und Meeraale (congres) zu fangen. Nachdem ein fürchterlicher Sturm 18 Boote im Hafen zerstört hatte, wurde der Schutzhafen weiter ausgebaut und mit einer Plattform mit Winde versehen.

Pors Tarz

1883 wurden an der Ostflanke des Schutzhafens auf den dort liegenden Meeresgrotten gemauerte Salzwasserbecken angelegt, die immer mit frischem Meerwasser gespeist wurden. Hier konnten die Fischer ihre gefangengen Krustentiere aufbewahren.

 

Heute ist die Anlage immer mehr dem Verfall ausgesetzt. Man kann aber noch die alten Becken über den Meeresgrotten sehen und bekommt einen Eindruck von der Größe der Anlage.

Pors Tarz

Le Loc'h liegt nur etwas weiter von Pors Tarz auf dem GR 34 an der Küste entlang.

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Abendstimmung an der Anse du Loc'h

Im Jahr 1894 überreichte der Bürgermeister von Primelin dem Präfekten eine Petition der rund 250 Fischer von le Loc'h, die die Errichtung einer Rampe mit Winde an der Stelle des späteren Schutzhafens forderten. Ein Jahr später wurde vom zuständigen Ministerium zugestimmt, eine Heberampe mit einer 60 Meter überbrückenden Winde für damals 900 Francs zu errichten. Der Bau scheitert jedoch jahrelang daran, dass der Besitzer des Grundstücks, auf dem die Rampe errichtet werden sollte, sein Land nur für einen Preis von 375 Francs abgeben wollte, diese Summe konnte die arme Gemeinde nicht aufbringen. Schließlich leisteten alle Fischer einen Beitrag zwischen 3 und 12 Francs pro Boot und so konnte im Jahr 1899 endlich mit dem Bau der Heberampe begonnen werden.

 

Im März 1903 beschloss der Conseil Municipal von Primelin den kleinen Hafen Le Loch mit zusätzlichem Schutz zu versehen. Eine Seenotrettungsstation und ein Wellenbrecher wurden geplant und konnten wenig später dank einer großzügigen Spenderin errichtet werden.

Pors Loubous ist ein Ort mit Geschichte. Die Résistance nutzte den Schutzhafen, um im Zweiten Weltkrieg Widerstandskämpfer anzulanden.

Pors Loubous

Am 22. Dezember 1940 landete der Seeoffizier Honoré d’Estienne d’Orves mit einem Fischerboot in Pors Loubous, um ein Nachrichtendienst-Netzwerk im Westen einzurichten. Vor ihm waren schon Mitglieder des Netzwerks Nemrod gelandet. Er wurde, wie die anderen Widerstandskämpfer, verraten und am 20. Januar 1941 festgenommen. Am 29. August 1941 wurde er auf dem Pariser Mont-Valérien erschossen.

Pors Loubous

Jedes Jahr gibt es eine Gedenkzeremonie in Pors Loubous, am 29. August, Honoré d’Estienne d’Orves‘ Todestag.

Pors Loubous hat eine bewegte Vergangenheit

Feunteun Aod war schon seit jeher ein sehr beliebter Schutzhafen, windgeschützt, ohne gefährliche Untiefen oder Klippen und mit einer wertvollen Süsswasserquelle (la fontaine de la grève) war dieser Schutzhafen immer die erste Wahl der Fischer.

Im sechzehnten Jahrhundert lag hier bereits eine ganze Flotte von Fischerbooten, die Seeaal, Leng und Seelachs anlandeten. Die Fische wurden auf den Klippen getrocknet und dann verkauft. 1889 wurde ein Kai gebaut, 1922 dann ein Wellenbrecher und eine Winde. 1935 führte die Gefahr eines Bergrutsches zur Aufgabe der Anlage.

 

Im Schutzhafen von Feunteun Aod liegen heute von Mai bis September Fischerboote die den berühmten Bar de Ligne fangen, der "geangelter Wolfsbarsch" gilt als einer der edelsten Speisefische der Bretagne

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Pors Feunteon Aod

Der Schutzhafen Bestrée, kurz vor der Pointe du Raz und abseits jeder Infrastruktur gelegen, erscheint einem noch heute wie ein kleiner Schmugglerhafen. Er war trotz seiner geringen Größe und der vielen Untiefen schon immer ein sehr beliebter Ausgangspunkt für die Fischer, denn die fischreichen Gewässer der Raz sind von Bestrée aus schnell zu erreichen.

 

Früher gab es viele Langusten- und Hummerfischer, heute liegen hier hauptsächlich Boote, die in den fischreichen Gewässern der Raz "bar de ligne" angeln.

Pors Bestrée

1885 wurde der große Felsen westlich der Hafeneinfahrt durch einen Wellenbrecher mit der Küste verbunden, eine Plattform und eine Treppe, eine Handwinde vervollständigten den Ausbau. Später kam noch eine Art Motor-Seilbahn hinzu, die den Fischern erlaubte, den Fang und Material auf bequeme Weise nach oben zu transportieren.

 

Pors Bestrée im November, der Wellenbrecher bekommt Arbeit

Bestrée war auch einer der Ausgangshäfen für die Versorgung der Île de Sein und für die Leuchtturmwärter, die zum Phare de la Vieille und zum Phare de Tévennec gefahren werden mussten. 1924 lagen hier 19 Boote mit 79 Mann Besatzung, später nahm die Zahl der Boote langsam ab.

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Pors Bestrée im Sommer

Wenn man am Pors Bestrée war und zum Pors Théolen möchte, kommt man an der Baie des Trépassés vorbei, die beidseitig von zwei weiteren Schutzhäfen eingerahmt wird: Poul Mostrec und Pors Vorlen.

 

Mostrec erlaubte es den Fischern, Schutz zu suchen, wenn die Süd- und Südwestwinde die Einfahrt in den Schutzhafen von Bestrée zu gefährlich machten.

 

Im Schutzhafen Vorlen legt der Legende nach das 'Schiff der Nacht',  'bateau de la nuit', (Bretonisch 'bag noz'), ab und segelt mit den Seelen der verstorbenen Seeleute hinaus auf's offene Meer und zur Île de Sein.

Pors Vorlen, im Winter liegen die Boote an Land, im Sommer  unten im Hafen

'Baie de Trépassés'  bedeutet "Bucht der Verstorbenen", auf Bretonisch "Bae an Anaon". Glaubt man den Sagen und Erzählungen, dann verschifften die Kelten in dieser Bucht ihre Verstorbenen zur Île de Sein. Eine bretonische Legende erzählt, dass in der Baie De Trépassés die Seelen Verstorbenen auf das Totenschiff warten.

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la Baie des Trépassés

Heute ist die Baie des Trépassés, die zwischen der Pointe du Raz und der Pointe du Van liegt,  ein vor allem bei Surfern und Wellenreitern sehr beliebter Strand. Für Schwimmer ist Vorsicht geboten, es herrscht dort eine sehr starke Strömung.

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Baie de Trépassés

An der Pointe du Van kann man auf dem Weg zum Schutzhafen Pors Théolen einen Zwischenstopp einlegen und die Chapelle Saint-They besuchen, sie wurde im 17. Jahrhundert erbaut und rückt auf Grund der Erosionen immer näher an den Atlantik heran. Einige Meter von der Kapelle entfernt findet man die heilige Quelle gleichen Namens.

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Pointe du Van, Chapelle Saint-They

Direkt am  Schutzhafen Pors Théolen gibt es eine kleine Kneipe (buvette), dort kann man bei schönem Wetter draussen sitzen und bei einem Glas Wein, einem Bier oder einem Café direkt auf den Atlantik schauen.

 

Im Spätherbst werden die Boote der Fischer von Brézellec in Pors Théolen an Land geholt, um den Winterstürmen am Cap zu entgehen. Das Anlanden der Boote ist jedes Jahr ein sehenswertes Ereignis, das von der Terrasse der Buvette aus perfekt zu beobachten ist.

 

Die schöne Buvette am Pors Théolen

Die Buvette von Françoise und Anne in Pors Théolen. Man kann sie nicht verfehlen, mit ihren schönen blauen Fensterläden und der Aufschrift 'Buvette' über der Tür. Seit vier Generationen führen die Frauen der Familie die kleine Kneipe am Meer.

 

Ein Ort, der das Zeug zum "Lieblingsplatz" hat, wenn man erst mal den echt bretonischen Far (Kuchen) von Anne oder einen Kir Breton mit Blick auf den Atlantik genossen hat. Manche sagen, es sei die schönste Buvette der Bretagne.

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Ein Zwischenstopp in der malerisch gelegenen Buvette von Pors Théolen


Wer Lust auf ein tolles Restaurant ganz in der Nähe hat und zu den Essenszeiten hier ist, der kann auch schauen, ob im Étrave in Cléden-Cap-Sizun ein Tisch frei ist. Sicherer ist es, vorab zu reservieren, dann nach einen Tisch am Fenster fragen. Schöne Aussicht!  Spezialitäten sind Hummer und Kaisergranat, es gibt aber alle Arten von Meeresfrüchten. Große Meeresfrüchteplatten muss man vorbestellen. Es ist wirklich soooooooo lecker! Eines der besten Fisch- und Meeresfrüchterestaurants, in denen wir je gegessen haben.

 


Der nächste Schutzhafen nach Pors Théolen ist Pors Brezellec. Man fährt mit dem Auto bis zur Pointe de Brezellec und muss dann die asphaltierte Hafenzufahrt hinunter... und später leider auch wieder hinauf laufen.

 

An der Pointe de Brezellec findet man eines der bekannten Augen von Pierre Chanteau. Der Künstler hat diese Augen überall an der Küste des Finistère erstellt, als Hommage an die Seenotretter der SNSM. Das Auge der Sauveteurs en Mer wacht über die Seefahrer in Not.

Ferienhaus Ker Armor, Bucht von Audierne, Panorama Meerblick, die Augen von Pierre Chanteau

Als Schutzhafen mit der größten Wassertiefe des Caps konnte Brezellec schon immer auch größeren Schiffen Schutz bieten. Im Sommer haben über fünfzig Boote ihren festen Platz im kleinen Hafen.

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Pors Brezellec

Unten angekommen findet man sich inmitten einer erstaunlichen und ein wenig bizarren Dekoration wieder. Zwerge, kleine Häuslein, ein altes Schulpult und diverse Sitzgelegenheiten laden zum Verweilen ein.

Pors Brezellec, ein Logenplatz am Atlantik

Einer der idyllischsten Schutzhäfen ist Pors Heign ar Hass, der auf Pors Brezellec folgt. Er schmiegt sich in einem Einschnitt an der Pointe de Penharn und ist nur über einen schmalen, für Kinder und Hunde nicht ungefährlichen, relativ steilen Weg durch Ginster und Farnkraut zu erreichen.

 

Vorsicht beim Abstieg zu Pors Heign ar Hass!

 

Unten angekommen, erscheint der kleine Hafen in seiner Isolation fast wie der ideale Landepunkt für Schmuggler und Seeräuber...... ein geheimnisvoller Ort.

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Heign ar Hass, viele Wanderer übersehen den kleinen Hafen an der Flanke der Steilküste

Taucher kommen sehr gerne hierher, denn die große Wassertiefe direkt im Schutzhafen - 10 Meter direkt am Ufer und schon über 20 Meter, wenn man sich fünfzig Meter davon entfernt - machen Heign ar Hass als Tauchrevier interessant. Links im Hafenbereich erleichtert eine Leiter Tauchern den Einstieg.

 

Aber Vorsicht, hier sollten nur geübte, erfahrene Taucher abtauchen, es gibt gefährliche Strömungen, die schnell zu einem Unglück führen können.

Die beiden letzten Schutzhäfen auf der  Tour, Lesven und Lanvers, gelangten im Zweiten Weltkrieg zu trauriger Berühmtheit.

Pors Lanvers

Lanvers war Ausgangspunkt für Mitglieder der Résistance, die nach England flüchten mussten und Lesven war trauriger Schauplatz blutiger Auseinandersetzungen am 26.08.1944. Deutsche Soldaten, die ihren Stützpunkt in Esquibien verlassen hatten, versuchten sich hier einzuschiffen, wurden aber von der Résistance in die Enge getrieben. Traurige Bilanz: 30 Tote, 45 Verwundete und 248 Gefangene auf deutscher Seite und  18 Tote und 30 Verletzte auf Seiten der Résistance.

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Lanvers, Gedenktafel