Im Jahr 2008 fiel der Startschuss für eines der ehrgeizigsten Kulturprojekte im bretonischen Landesinneren. Bei Carnoët, auf dem geschichtsträchtigen Hügel von Quenequillec, entsteht seitdem etwas wahrhaft Monumentales.
Oft als „bretonische Osterinsel“ bezeichnet, wächst hier eine ständig größer werdende Ansammlung gigantischer Steinstatuen empor.
Diese Steinriesen, die bretonische Heilige sowie Gestalten aus Sagen und Legenden der Bretagne darstellen, versammeln sich auf einem Hochplateau im bretonischen Hinterland.
Von hier oben bietet sich Ihnen ein herrlicher Blick über die weite, sanft hügelige Landschaft des Poher – eine Kulisse, die den Granitstatuen eine fast überirdische Aura verleiht.
Hinter diesem gigantischen Vorhaben steht kein staatliches Bauprogramm, sondern die Leidenschaft eines gemeinnützigen Vereins. Koordiniert vom Verein „La Vallée des Saints“ und vollständig durch private Mäzene und Spender finanziert, verfolgt das Projekt ein klares und ehrgeiziges Ziel: Insgesamt 1.000 Heilige aus der reichen Volksgeschichte der Bretagne sollen sich auf dem Hügel bei Carnoët ein Stelldichein geben.
Jede Statue ist ein Unikat, geschaffen von verschiedenen Bildhauern, die dem Granit Leben einhauchen. So entsteht Stein für Stein ein spirituelles und kulturelles Erbe, das noch in vielen Jahrhunderten von der Geschichte der Bretagne erzählen wird.
Wussten Sie schon?
Da jede Statue von Paten (Privatpersonen oder Unternehmen) finanziert wird, wächst das Tal in seinem ganz eigenen Tempo. Es ist ein „lebendes“ Denkmal, bei dem Sie bei fast jedem Besuch eine neue Figur entdecken können.
Gleich zu Beginn Ihres Rundgangs durch das Vallée des Saints werden Sie Zeuge eines faszinierenden Prozesses: Sie passieren das weitläufige Freiluftatelier. Hier zaubern Künstler aus enormen, rohen Granitblöcken immer neue magische Gestalten aus bretonischen Sagen und Legenden. Es ist beeindruckend zu sehen, wie aus dem harten Stein mit Meißel und Diamantsäge feine Gesichter und fließende Gewänder entstehen.
Das Projekt ist auf Langfristigkeit angelegt. Waren es im Jahr 2022 noch rund 170 Statuen, so bevölkern im Jahr 2026 bereits über 200 dieser Granitriesen den Hügel. Auch wenn es noch ein Weilchen dauern wird, bis das ehrgeizige Ziel von 1.000 Statuen erreicht ist, so ist gerade dieses stetige Wachstum der Reiz des Tals: Bei jedem Besuch gibt es neue „Bewohner“ zu entdecken.
In der Bretagne gibt es weit über 1.000 „Heilige“. Viele von ihnen sind offiziell gar nicht vom Vatikan anerkannt, sondern gehören zur tief verwurzelten Volksfrömmigkeit der Bretonen. Das Vallée des Saints ist also weniger ein religiöses Projekt als vielmehr ein Denkmal für die kulturelle Identität dieser Region.
Damit Ihr Ausflug zu den Steinriesen entspannt verläuft, haben wir hier die wichtigsten Fakten für Sie zusammengestellt:
Das Tal liegt bei Carnoët im Departement Côtes-d'Armor. Von unserem Ferienhaus in Plouhinec aus sollten Sie für die Fahrt ins Landesinnere etwa 1 Stunde und 30 Minuten einplanen.
Parken: Da das Projekt ausschließlich durch private Spenden finanziert wird, ist der Parkplatz kostenpflichtig (ca. 6 € für den ganzen Tag im Jahr 2026). Mit dieser Gebühr unterstützen Sie direkt die Entstehung neuer Statuen.
Eintritt: Der Zugang zum Gelände selbst ist dafür kostenlos und ganzjährig rund um die Uhr möglich.
Das Vallée des Saints ist ein ideales Ausflugsziel für Hundebesitzer. Auf dem weitläufigen Außengelände sind Hunde an der Leine herzlich willkommen. Durch die offene Gestaltung des Hügels haben die Vierbeiner viel Platz, und die Atmosphäre ist sehr entspannt.
Um die Übersicht bei inzwischen über 200 Statuen nicht zu verlieren, empfehlen wir einen kurzen Stopp im Empfangsgebäude (La Maison de l'Accueil):
Dort erhalten Sie für ein paar Euro einen Lageplan, auf dem alle Heiligen verzeichnet sind.
Ohne Plan ist es eine Entdeckungsreise: Die Namen der Heiligen sind oft dezent in den Sockel eingraviert, aber erst der Plan verrät Ihnen die spannenden Legenden dahinter.
La Vallée des Saints
Quénéquillec
22160 Carnoët
Auf Youtube zeigen wir Ihnen das schönste Ende der Welt:
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