Pont-Aven: Ein Ausflug in die Stadt der Maler

Nach einer etwa einstündigen Fahrt erreichen Sie von Plouhinec aus das malerische, am Fluss Aven gelegene Städtchen Pont-Aven, das seinen weltweiten Ruf der berühmten Malerschule von Paul Gauguin verdankt.

Pont-Aven, die Stadt der Maler und der Wassermühlen, Paul Gauguin, Kekse aus Pont-Aven

Die Geburtsstunde der Moderne

Ab 1860 zog es immer mehr Künstler auf der Suche nach „exotischen“ Motiven und dem besonderen bretonischen Licht in dieses idyllische Tal. Der besonders avantgardistisch veranlagte Paul Gauguin übernahm schließlich die Leitung der sogenannten „Schule von Pont-Aven“.

  • Ein Zentrum der Avantgarde: Um ihn scharte sich schnell eine Gruppe junger, visionärer Künstler wie Paul Sérusier, Maurice Denis oder Émile Bernard. Gemeinsam machten sie Pont-Aven in kürzester Zeit zu einem der progressivsten Kunstzentren Frankreichs.

  • Inspiration an jeder Ecke: Auch heute noch ist der Geist dieser Zeit in jeder Gasse spürbar. Unzählige Kunstgalerien im Stadtzentrum erinnern an die Epoche, als die Kunstwelt auf diesen kleinen bretonischen Ort blickte.

Paul Gauguin, Les Lavandières de Pont-Aven

Paul Gauguin, Les Lavandières de Pont-Aven

Das Musée des Beaux-Arts: Kunst auf höchstem Niveau

Um den Werdegang der „École de Pont-Aven“ wirklich nachvollziehen zu können, ist ein Besuch im staatlichen Kunstmuseum ein absolutes Muss.

  • Beeindruckende Sammlung: Als eines der renommierten „Musées de France“ beherbergt es eine Sammlung von über 850 Werken.

  • Ausstellungskonzept: Diese Schätze werden den Besuchern sowohl in einer Dauerausstellung als auch in drei jährlich wechselnden Sonderausstellungen zugänglich gemacht.

  • Selbst kreativ werden: Für alle, die selbst den Pinsel schwingen möchten, bietet Pont-Aven ideale Bedingungen. In Malkursen können Sie in die Techniken von Gauguin oder Sérusier eintauchen – die malerische Kulisse des Flusses und der historischen Mühlen liefert die Motive direkt vor Ort.

Paul Gauguin, Pont-Aven

Paul Gauguin, Pont-Aven

Wo Natur zur Kunst wird: Das Chaos de l’Aven

In Pont-Aven sind Kunst und Natur untrennbar miteinander verwoben. Das Städtchen verdankt seinen Charme nicht zuletzt dem Fluss Aven, der sich malerisch durch den Ort windet.

  • Das Erbe der Müller: Früher trieb der Fluss stolze vierzehn Wassermühlen an. Noch heute drehen sich vereinzelt historische Holzwasserräder im Wasserlauf und erinnern an diese Zeit.

  • Ein Naturschauspiel: Besonders beeindruckend ist das sogenannte „Chaos de l’Aven“. Hier umspült der Fluss gewaltige, moosbewachsene Granitblöcke, die wie von Riesenhand ins Flussbett geworfen scheinen.

  • Malerische Spazierwege: Entlang des blühenden Flussufers führen Wege zu alten Waschplätzen, versteckten Brücken und den Überresten ehemaliger Mühlen – Motive, die schon die Maler der Schule von Pont-Aven zu ihren Meisterwerken inspirierten.

Dem Aven folgen: Von der Mühle zum Meer

Wenn Sie dem Lauf des Flusses in Richtung Atlantik folgen, entdecken Sie eine Landschaft voller Geschichte und Stille.

  1. Le Hénan – Ein architektonisches Juwel: Zwischen Pont-Aven und der Mündung passieren Sie die beeindruckende Gezeitenmühle Hénan. Zusammen mit dem Wohnhaus des Müllers, dem imposanten Château du Hénan und den beiden Kapellen Trémor und Sainte-Marguerite bildet sie ein Ensemble, das wie aus der Zeit gefallen wirkt.

  2. Kleine Häfen und weite Buchten: Weiter flussabwärts erreichen Sie die idyllischen kleinen Häfen Kerdruc und Rosbraz sowie die friedliche Bucht „Anse de Kerroched“.

  3. Die Mündung in den Ozean: Schließlich öffnet sich das Tal bei Port-Manec’h. Hier, wo die beiden Flüsse Aven und Bélon gemeinsam in den Atlantik münden, erwartet Sie ein herrlicher Blick auf das offene Meer – der perfekte Endpunkt für eine Entdeckungstour.

Ein süßer Abschluss: Die Biscuits de Pont-Aven

Kein Besuch in Pont-Aven wäre komplett, ohne die weltberühmten Butterkekse zu probieren. Der Duft von frischer Butter und Zucker liegt oft wie ein unsichtbarer Schleier über dem Ort. Während es im Zentrum viele kleine Läden gibt, bietet sich etwas außerhalb die Gelegenheit, hinter die Kulissen der Produktion zu blicken.

Die Biscuiterie Isidore Penven

Ein Traditionsbetrieb, den Sie unbedingt besuchen sollten, ist die Biscuiterie Isidore Penven. Hier wird die bretonische Backtradition leidenschaftlich gepflegt.

  • Vielfalt aus dem Ofen: Neben den klassischen Galettes und Palets (den dickeren Butterkeksen) werden hier alle erdenklichen bretonischen Spezialitäten und Kuchen hergestellt.

  • Tipp für zu Hause: Sie können hier auch frische Crêpes kaufen, um sich das Urlaubsgefühl ganz einfach mit in die eigene Ferienküche zu nehmen.

  • Erlebnis Produktion: Das Highlight für Naschkatzen ist die kostenlose Führung durch die Produktion. Hier erfahren Sie aus erster Hand, wie die knusprigen Köstlichkeiten entstehen – eine anschließende Verkostung gehört natürlich dazu!

Besucher-Informationen:

Adresse: Biscuiterie Isidore Penven

Zone Artisanale de Kergazuel

29930 Pont-Aven

Führungen: Dienstag bis Donnerstag um 11:00 Uhr (Eintritt frei)

Fotos © Isidore Penven

Zum Abschluss, Bélon-Austern: Eine Legende des Geschmacks

Nur ein kleines Stück südlich von Pont-Aven mündet der Fluss Bélon in den Atlantik. Für Feinschmecker und Austernliebhaber ist dieser Name ein absolutes Synonym für höchste Qualität, denn hier schlägt das Herz einer der exklusivsten Austernzuchten Frankreichs.

 

Was macht die Bélon so besonders?

In der Mündung des Bélon finden die Muscheln Bedingungen vor, die weltweit einzigartig sind.

  • Das Spiel der Gezeiten: Zweimal täglich spülen Ebbe und Flut frische Nährstoffe aus dem Atlantik in die Austernbänke.

  • Die perfekte Mischung: Das Besondere hier ist das Zusammentreffen von salzigem Meerwasser und dem mineralreichen Süßwasser des Flusses. Dieser präzise Salzgehalt bietet optimale Wachstums- und Reifebedingungen.

  • Der Geschmack: Das Ergebnis dieser Naturmischung ist der berühmte nussige Geschmack, für den die Bélon-Austern weltweit geschätzt werden.

Plates vs. Creuses: Ein kleiner Exkurs

An der Bélonmündung sind heute fünf Austernzüchter ansässig. Auch wenn die Region für die "Königin" bekannt ist, werden hier zwei Arten kultiviert:

  1. Huîtres Plates (Bélon): Die echte Bélon-Auster ist eine „flache Auster“. Sie ist seltener, wächst langsamer und ist für ihr feines Aroma berühmt.

  2. Huîtres Creuses: Die „Felsenaustern“ oder tiefen Austern. Sie unterscheiden sich deutlich in der Schalenform und sind die am weitesten verbreitete Art.

Tipp: Wenn Sie mehr über die Unterschiede, die Fangmethoden und die richtige Verkostung erfahren möchten, schauen Sie doch einmal auf unserer speziellen Themenseite über Austern vorbei.

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Genuss mit Aussicht: Direktverkauf und Verkostung

Ein Besuch an der Bélon-Mündung ist erst dann komplett, wenn Sie die edlen Muscheln dort probieren, wo sie gewachsen sind. Vor Ort haben Sie bei den verschiedenen Erzeugern die Gelegenheit, sich direkt an das Ufer zu setzen.
  • Dégustation vor Ort: Genießen Sie die Austern mit einem fantastischen Blick auf das glitzernde Wasser der Flussmündung. Neben den berühmten Bélon-Austern werden oft auch andere frische Meeresfrüchte serviert.

  • Das perfekte Duo: Zu den Austern wird Ihnen meist ein ausgezeichneter, spritziger Weißwein gereicht – eine Kombination, die den nussigen Geschmack der Muscheln perfekt unterstreicht.

  • Faire Preise: Trotz der Exklusivität der Produkte sind die Preise bei den Direktverkäufern vor Ort angenehm bodenständig und vernünftig.

  • Souvenir für die Ferienküche: Selbstverständlich können Sie sich die Austern auch frisch verpacken lassen und mit ins Ferienhaus nehmen.