Wir lieben die bretonische Küche! Sie ist bodenständig, ehrlich und herrlich unprätentiös. Eines sollten Sie jedoch direkt zu Beginn wissen: Angesichts der leidenschaftlich und großzügig verwendeten Salzbutter (Beurre demi-sel) empfiehlt es sich, den Kalorienzähler für die Dauer Ihres Urlaubs getrost beiseite zu legen. Genuss steht hier an erster Stelle!
Bretonische Küche bedeutet bei einer Küstenlänge von über 2.000 Kilometern natürlich in erster Linie: Fisch und Meeresfrüchte. Die Auswahl an den Fischständen auf unseren lokalen Märkten in Audierne oder Pont-l'Abbé ist schier überwältigend. Man weiß oft gar nicht, was man zuerst probieren soll:
Die Edlen: Hummer, Langusten und die zarten Langustinen.
Die Klassiker: Seespinnen, Krebse und eine riesige Vielfalt an Muscheln – allen voran natürlich die berühmten Jakobsmuscheln (Coquilles Saint-Jacques) und frische Austern.
Frisch vom Boot: Die Auswahl an Fisch reicht von Seeteufel und Wolfsbarsch über Steinbutt bis hin zu feinen Rochenflügeln und Tintenfisch.
Meeresfrüchte aller Art, in der Bretagne sitzen Sie an der Quelle
Ein Plateau Fruits de Mer
Kein Besuch in der Bretagne wäre vollständig ohne den Besuch einer Crêperie. Dabei unterscheidet der Bretone strikt:
Galettes: Hauchdünne, knusprige Pfannkuchen aus dunklem Buchweizenmehl (Blé noir). Sie werden traditionell herzhaft gefüllt – zum Beispiel als „Complète“ mit Schinken, Käse und Ei.
Crêpes: Die feinen, hellen Pfannkuchen aus Weizenmehl. Sie sind der süße Abschluss und schmecken am besten ganz schlicht mit Zucker und Butter oder mit der sündhaft guten gesalzenen Karamellcreme (Caramel au beurre salé).
Crêpes und Galettes in allen Variationen
Neben Fisch, Krustentieren, Crêpes und Galettes sind es vor allem die Backwaren, die den Urlaub in der Bretagne kulinarisch so wunderbar machen. Die bretonischen Pâtissiers verstehen ihr Handwerk meisterhaft – und auch hier gilt: Sparen Sie nicht an der Butter!
Kouign Amann: Er ist die Krönung der bretonischen Kaloriensünden. Der Name bedeutet schlicht „Butterkuchen“ – aber was für einer! Schicht um Schicht aus Teig, massenhaft Butter und Zucker, die beim Backen zu einer herrlich knusprigen Karamellkruste verschmelzen. Am besten schmeckt er lauwarm!
Far Breton (Far aux pruneaux): Eines der beliebtesten Desserts der Region. Ein kompakter, flan-ähnlicher Eierkuchen, der traditionell mit saftigen Backpflaumen gefüllt ist. Er ist herrlich unkompliziert und sättigend.
Kekse für jede Gelegenheit:
Die Auswahl an bretonischem Gebäck ist legendär und eignet sich übrigens auch hervorragend als Mitbringsel (wenn man sie nicht schon auf der Heimfahrt selbst aufisst):
Galettes Bretonnes: Dünne, knusprige Butterkekse, weltberühmt aus der Künstlerstadt Pont-Aven. (Wichtig: Nicht zu verwechseln mit den herzhaften Buchweizen-Pfannkuchen!).
Palets Bretons: Dicke, mürbe Goldstücke, die förmlich auf der Zunge zergehen.
Sablés Bretons: Klassische Sandkekse, die durch die Verwendung von Beurre demi-sel (Salzbutter) ihr unverwechselbares Aroma erhalten.
Far Breton am Meer, Herz was willst Du mehr!
Was wäre ein bretonisches Festessen ohne die passenden Begleiter im Glas?
Die Bretagne hat eine reiche Trinkkultur, die weit über den klassischen französischen Wein hinausgeht.
Er ist das Nationalgetränk der Bretagne, auch wenn sein Weg ursprünglich aus Spanien über die Normandie hierher führte. Ob als Aperitif, klassisch in der Bolée (Tasse) zu den Galettes oder einfach als Erfrischung zwischendurch: Ein guter bretonischer Cidre (Apfelwein) passt immer. Man unterscheidet meist zwischen:
Cidre doux: Süßlich und mit wenig Alkohol.
Cidre brut: Herb, kräftig und sehr erfrischend.
Schon die alten Kelten schätzten den Chouchen, einen honigsüßen Wein, dem sie magische Kräfte zusprachen. Er ähnelt dem Met, wird aber durch die Vergärung von Honig mit Wasser und frisch gepresstem Apfelsaft hergestellt. Der Clou: Originaler Chouchen nutzt oft Buchweizenhonig, was ihm sein herbes, tiefes Aroma verleiht. Er wird gerne gut gekühlt als Aperitif serviert.
Für die Freunde stärkerer Tropfen bietet die Bretagne hervorragende Digestifs:
Lambig (oder Fine de Bretagne): Was den Normannen ihr Calvados, ist den Bretonen ihr Lambig. Dieser Apfelbrand wurde früher auf jedem Bauernhof gebrannt und reift heute zu edlen Destillaten heran.
Pommeau: Eine harmonische Mischung aus zwei Dritteln frischem Apfelsaft und einem Drittel Lambig. Mit seinem fruchtigen Aroma wird er gerne zu Foie Gras oder zum Dessert gereicht.
Für Kenner ist es längst kein Geheimnis mehr: Die Bretagne hat sich zu einer erstklassigen Whisky-Region entwickelt. Die klimatischen Ähnlichkeiten zu Schottland und die Verwendung von lokalem Getreide – sogar von Buchweizen (Blé Noir) – machen den bretonischen Whisky zu einem international prämierten Genuss.
Unweit der Pointe du Raz, direkt an der Küste von Plogoff, befindet sich die kleine, aber feine Distillerie Moby Dick. Wer hierher kommt, spürt sofort die Leidenschaft für das Handwerk und das Meer.
In dieser handwerklichen Brennerei entstehen edle Tropfen, die oft mit regionalen Besonderheiten spielen:
Whisky Breton: Ein charakterstarker Whisky, der von der salzigen Meeresluft geprägt ist.
Gin & Spezialitäten: Besonders spannend sind die Kreationen, die mit lokalen Botanicals oder sogar einem Hauch Meeresalgen verfeinert werden.
Neben den klassischen Bränden und Weinen gibt es in der Bretagne zwei Phänomene, die Sie unbedingt kennen sollten:
Vergessen Sie Weißwein! Wenn man in der Bretagne einen „Kir“ bestellt, bekommt man meist die regionale Variante: den Kir Breton.
Das Rezept ist so einfach wie genial: Man nehme einen gut gekühlten, herben Cidre und verfeinere ihn mit einem Schuss Crème de Cassis (Johannisbeerlikör). Das Ergebnis ist ein spritziger, tiefroter Aperitif, der nicht nur hervorragend schmeckt, sondern im Glas auch richtig hübsch aussieht.
Wundern Sie sich nicht, wenn Sie in den Cafés von Audierne kaum das bekannte Logo des US-Giganten sehen. Ein echter Bretone trinkt Breizh Cola!
Was im Jahr 2001 als mutige Idee zweier Brauerei-Mitarbeiter begann, hat sich zu einer echten Erfolgsgeschichte entwickelt. Die „Cola aus dem tiefen Westen“ traf den Nerv der Zeit und den Stolz der Menschen. Inzwischen ist die Produktpalette riesig:
Breizh Cola & Breizh Cola Zéro: Der Klassiker mit der bretonischen Seele.
Breizh Thé Glacé: Die bretonische Antwort auf Eistee.
Breizh Agrum & Breizh Pulp: Erfrischende Limonaden aus Zitrusfrüchten, Zitrone, Orange oder Grapefruit.
Dass sogar eine traditionsreiche Kellerei wie Val de Rance mit eigenen Limonaden (Breizh Pulp) nachzog, zeigt, wie wichtig den Bretonen ihre regionale Unabhängigkeit ist – selbst beim Erfrischungsgetränk.
Für Weinkenner war Frankreich schon immer ein Eldorado, während Biertrinker oft das Nachsehen hatten. Nicht so in der Bretagne! Seit den 80er Jahren erlebt die Region eine wahre Renaissance des Brauhandwerks.
Über 150 bis 200 Brauereien: Inzwischen zählt man in der Bretagne (inklusive der historischen Loire-Atlantique) weit über 150 aktive Braustätten. Manche Quellen sprechen sogar von bis zu 300 verschiedenen Biermarken, wenn man die ganz kleinen „Nano-Brauereien“ mitzählt, die nur das eigene Dorf oder das Nachbar-Bistrot beliefern.
Vom Trend zur Tradition: Was früher ein "Hype" war, ist heute fest in der Gastronomie verankert. Die Bretagne gilt nach der Region Grand Est und den Hauts-de-France als drittwichtigste Bier-Region des Landes.
Das Besondere im Glas:
Bretonische Brauer sind experimentierfreudig. Erschrecken Sie also nicht, wenn Sie auf der Zutatenliste neben Hopfen und Malz auch Buchweizen, Meerwasser oder sogar Algen finden. Diese Zutaten verleihen den Bieren eine ganz eigene, maritime Note.
Brasserie de Bretagne (Trégunc): Bekannt für das "Britt" mit dem markanten Papageientaucher (Macareux) auf dem Etikett. Das Britt Blonde überzeugt durch seine feine Buchweizennote, während das bernsteinfarbene Britt Rousse als obergäriges Red Ale punktet.
Brasserie Coreff (Carhaix): Die 1985 gegründete Brauerei ist die Pionierin im Finistère. Trotz des großen Erfolgs bleibt sie ihrem hohen Qualitätsanspruch treu und bietet unter anderem exzellente Bio-Biere an.
Brasserie Lancelot (nahe Vannes): Wer es milder mag, sollte das Weizenbier "Blanche Hermine" probieren. Für Liebhaber von kräftigeren, malzigen Bieren ist das klassische "Lancelot" die richtige Wahl.
Wenn Sie am Cap Sizun Urlaub machen, müssen Sie nicht weit fahren, um erstklassige handwerkliche Biere zu finden. Wir haben das Glück, zwei hervorragende Brauereien direkt vor der Haustür zu haben:
Brasserie de l’Amer d’Iroise (Plogoff): Auf dem Weg zur Pointe du Raz gelegen, ist dies die westlichste Brauerei des Caps. Der Name ist eine Hommage an die festen Schifffahrtszeichen (Amers) unserer Küste. Die Biere sind markant und ehrlich – genau wie die Landschaft um Plogoff. Ein Besuch im Brauerei-Laden lässt sich perfekt mit einem Ausflug an die Pointe du Raz verbinden.
La Pinte du Raz (Pont-Croix): Diese Bio-Brauerei hat ihren Sitz in der charmanten mittelalterlichen Stadt Pont-Croix. In den Gebäuden des alten Schlachthofs (Anciens Abattoirs / Toulbroën) am Rande des Ortes werden hier charaktervolle Biere in Bio-Qualität gebraut. Pont-Croix selbst ist als „Petite Cité de Caractère“ ein absolutes Highlight, ein Spaziergang durch die historischen Gassen lässt sich wunderbar mit einem Besuch bei den Brauern kombinieren.
Auf Youtube zeigen wir Ihnen das schönste Ende der Welt:
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