Von Plouhinec aus erreichen Sie die Pointe du Millier über das charmante Städtchen Pont-Croix in etwas mehr als einer Viertelstunde. Sie ist ein perfektes Ziel für einen entspannten Kurzausflug.
Geografisch gehört die Landspitze zu Beuzec-Cap-Sizun. Direkt vor Ort gibt es einen kostenfreien Parkplatz, der ein idealer Ausgangspunkt für einen kleinen Spaziergang zum Phare du Millier ist.
Ein Besuch lohnt sich jedoch nicht nur wegen des Leuchtturms.
Die Küstenlandschaft an der Pointe du Millier ist wunderschön und vorne am Leuchtturmhaus eröffnet sich ein grandioser Blick über die ganze Bucht von Douarnenez.
Architektonische Besonderheit: Der Leuchtturm wurde 1881 als sogenanntes Leuchtturmhaus fertiggestellt. Hier wohnten die Wärter direkt unter dem Feuer – eine Bauweise, die dem Ort eine fast wohnliche, sehr charmante Atmosphäre verleiht.
Wächter der Schifffahrt: Er markiert für die Schiffe den südlichen Bereich der Einfahrt zur Bucht von Douarnenez. Auch wenn das Leuchtfeuer seit 1993 automatisiert ist und kein Wärter mehr dort lebt, ist das Gebäude ein stolzes Wahrzeichen der Bucht von Douarnenez geblieben.
Ein Besuch ist besonders an Tagen mit unruhiger See ein Erlebnis.
Dann peitschen die Wellen gegen die schroffen Felsen, und die komplexen Strömungen der Bucht zeichnen faszinierende Muster auf die Wasseroberfläche.
Die Klippen ragen hier steil und unnachgiebig aus dem Atlantik empor, direkt hinauf zum Leuchtturmhaus. Wenn Sie oben am Rand stehen und den Blick in die Tiefe gleiten lassen, wird Ihnen die gewaltige Dimension dieser Landschaft erst richtig bewusst: Man erkennt unwillkürlich, wie klein wir Menschen im Vergleich zur ungezähmten Kraft der Elemente doch sind.
Nur einen Steinwurf von der wilden Meeresgischt am Leuchtturmhaus entfernt, verbirgt sich ein völlig anderes Gesicht der Bretagne.
Vom Parkplatz aus führt ein gut beschilderter Weg direkt in ein verwunschenes, bewaldetes Tal. Auch, wenn Sie einfach am Leuchtturmhaus weiter dem Küstenweg folgen, kommen Sie nach einigen Minuten in dieses bewaldete Tal.
Es ist ein kurzer, aber herrlicher Spaziergang: Der Pfad schlängelt sich sanft in den Wald hinein, und schon nach gut fünf Minuten erreicht man die Moulin de Kériolet. Das Rauschen der Brandung wird hier schlagartig durch das friedliche Murmeln eines Baches und das Rascheln der Blätter ersetzt.
Die Moulin de Kériolet blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Erbaut im Jahr 1868, nutzte sie anfangs eine heute eher seltene Technik: Sie wurde als Wassermühle mit einem kleinen horizontalen Rad betrieben, das man in der Bretagne liebevoll „Pirouette“ nannte.
Doch die Ambitionen des Müllers waren größer als die Kraft der Pirouette. Nur zehn Jahre nach der Eröffnung, im Jahr 1878, entschied er sich für eine radikale Modernisierung:
Vom Horizontal- zum Vertikalrad: Er ersetzte die kleine Pirouette durch ein gewaltiges Schaufelrad.
Ein Riese im Wald: Mit einem stolzen Durchmesser von 8 Metern gehört dieses Rad zu den größten seiner Art und zeugt von der Bedeutung, die die Mühle einst für die Versorgung der Region hatte.
Heute ist es ein beinahe meditatives Erlebnis, dem massiven Rad dabei zuzusehen, wie es vom Wasser des kleinen Bachs angetrieben wird und die schwere Mechanik im Inneren zum Leben erweckt.
Nachdem die Mühle bis Ende der 1950er Jahre aktiv betrieben wurde, standen die Räder für viele Jahrzehnte still. Erst im Jahr 2008 wurde das historische Gebäude aufwendig restauriert und wieder für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Heute erwartet Sie im Inneren ein faszinierender Einblick in die Arbeitswelt vergangener Tage:
Museum zum Anfassen: Sie können die beeindruckende Mühlentechnik im Detail betrachten und nachempfinden, wie mühsam und zugleich kunstfertig das Leben des Müllers damals war.
Ein Besuch im ersten Stock lohnt sich besonders für Feinschmecker. Dort befindet sich ein kleiner Verkaufsladen für lokale Produkte.
Unser persönlicher Tipp: Probieren Sie den Buchweizenhonig – er ist herrlich kräftig im Geschmack und ein typisches Stück Bretagne für den Frühstückstisch daheim.
Wenn Sie die Wassermühle Kériolet besichtigt haben, sollten Sie unbedingt dem Wanderweg folgen, der rechts an der Mühle leicht den Hang hinauf führt. Sie befinden sich hier auf dem „Circuit des Korrigans“ – einem Rundweg, der seinen Namen den kleinen, oft schabernacktreibenden Naturgeistern der Bretagne verdankt.
Schon nach kurzer Zeit erreichen Sie eine beeindruckende Sehenswürdigkeit: einen mächtigen, liegenden Menhir. Man nennt ihn ehrfürchtig „Le vaisseau de Saint Konogan“ (Das Schiff des Heiligen Konogan).
Die Legende: Man erzählt sich, dass der walisische Mönch Konogan (auch bekannt als St. Guenoc oder St. Guénégan) im 5. Jahrhundert auf diesem steinernen Schiff über den Ärmelkanal in die Bretagne segelte, um später Bischof von Quimper zu werden.
Die Verbindung zum Meer: Die Legende verknüpft diesen Menhir mit dem Garreg-Toull (dem „löchrigen Fels“) am Strand von Pors-Péron. Dort soll das steinerne Boot bei der Ankunft des Heiligen in der Bretagne festgemacht haben.
Tatsächlich handelt es sich bei diesem „Schiff“ um einen etwa 20 Tonnen schweren und 2,2 Meter hohen Granitblock. Seine Form erinnert stark an einen Einbaum, was die Legende über die Jahrhunderte am Leben erhalten hat.
Historischer Wert: Die Bedeutung dieses Ortes ist unumstritten. Bereits seit 1924 ist der Menhir als Monument Historique klassifiziert und gehört seit 1983 zum offiziellen Kulturerbe der Region.
Ein Spaziergang hier oben lässt einen die tiefe Verbindung zwischen dem christlichen Glauben der frühen Mönche und den uralten Megalithen der Bretagne spüren.
Der liegende Menhir "le vaisseau de saint Konogan" (Das Schiff von Saint Konogan)
Wenn Sie nach dem Besuch der Mühle und des steinernen Schiffes noch nicht genug haben, bietet der „Circuit des Korrigans“ weitere faszinierende Entdeckungen:
Chapelle de Saint-Konogan: Folgen Sie dem Wanderweg weiter, erreichen Sie diese beschauliche Kapelle, die dem Schutzpatron des „Steinernen Schiffes“ gewidmet ist.
Tipp für Autofahrer: Falls Sie nicht wandern möchten, können Sie die Kapelle auch direkt mit dem Wagen anfahren. Auf dem Weg zur Pointe du Millier zweigt rechts ein Weg zur Kapelle ab.
Allée couverte des Korrigans: (Allée couverte de Kerbalannec) Noch ein Stück weiter tauchen Sie tief in die Steinzeit ein. Sie erreichen ein beeindruckendes Ganggrab (Galeriegrab), das im Volksmund nach den Korriganen – den kleinen Kobolden der Bretagne – genannt wird.
Die Wanderung im Überblick: Nach insgesamt etwa 9 Kilometern führt Sie dieser abwechslungsreiche Rundweg wieder zurück zu Ihrem Ausgangspunkt an der Pointe du Millier. Planen Sie genug Zeit ein, um die Stille und die mystische Atmosphäre der alten Steine in Ruhe zu genießen.
Auf Youtube zeigen wir Ihnen das schönste Ende der Welt:
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