Frankreich ist ein Land mit einer beeindruckenden Hundedichte – etwa dreißig Prozent der französischen Familien leben mit mindestens einem Vierbeiner zusammen. Das spiegelt sich natürlich auch im Straßenbild und im Alltag der Bretagne wider: Hunde gehören hier einfach dazu.
Die bunte Vielfalt der bretonischen Pfoten: Wer in der Bretagne unterwegs ist, trifft auf eine faszinierende Mischung unterschiedlichster Rassen und Aufgaben:
Arbeitstiere: Auf den vielen Bauernhöfen sieht man noch oft arbeitende Hunde, meist Border Collies, die geschickt Kühe und Schafe hüten.
Jagdbegleiter: Die Jagdtradition ist in der Region tief verwurzelt, weshalb man häufig bretonische Jagdhunde wie den charmanten Epagneul Breton oder verschiedene Setter-Arten sieht.
Familienmitglieder: Immer mehr „ganz normale“ Familienhunde prägen das Bild. Ob Labradore, Beagle, Jack Russell, Golden Retriever, Australian Shepherds oder Weiße Schäferhunde – die Palette ist riesig.
Begleiter im Alltag: Vom winzigen Gesellschaftshund in den Städten bis zum stattlichen Hütehund auf den Feldern – Hunde sind in der Bretagne allgegenwärtig.
Unser Dreamteam: Dalmatiner Amy und die Border Collies Victoria und Sienna.
Sie werden bei Ihrem Aufenthalt immer mal wieder irgendwo auf Hunde treffen – und dabei eine ganz eigene, französische Dynamik feststellen:
Die „Kleinen“: Die charmanten Gesellschaftshündchen wie Bichons, Cotons, Zwergspitze oder die zahlreich vertretenen Caniches (Pudelchen, die hier oft ganz natürlich und ungeschoren herumlaufen) sieht man häufig an der Leine. Das liegt meist daran, dass ihre Besitzer – oft ältere Herrschaften – besorgt sind, ihren kleinen Liebling aus den Augen zu verlieren.
Die „Großen“: Größere Hunde laufen in der Bretagne fast ausnahmslos frei. Das Ergebnis? Sie sind in der Regel extrem gut sozialisiert und komplett tiefenentspannt.
„Leben und leben lassen“
Diese Hunde sind im Normalfall genauso gelassen wie ihre Halter. Man ist tolerant in Frankreich; das Prinzip „Leben und leben lassen“ wird hier großgeschrieben.
Es herrscht eine unaufgeregte Akzeptanz gegenüber Hunden im öffentlichen Raum, die den Urlaub für Mensch und Tier sehr angenehm macht.
In der Bretagne erwartet Sie eine Entspanntheit, die viele Hundehalter aus Deutschland so gar nicht mehr kennen. Hier ist das Miteinander von Mensch und Tier von einer natürlichen Herzlichkeit und einer tiefen Gelassenheit geprägt.
Gastfreundschaft für vier Pfoten:
Kein „Leinenzwang-Diktat“: Den in Deutschland oft fast schon reflexartigen Ausruf von Spaziergängern, „Leinen Sie mal Ihren Hund an!“ werden Sie hier selten bis nie hören. Die Bretonen vertrauen meist auf die soziale Kompetenz der Tiere.
Interesse & Komplimente: Wundern Sie sich nicht, wenn wildfremde Menschen Sie freundlich ansprechen, Ihren Hund bewundern und fragen, ob sie ihn streicheln dürfen. Der Hund ist hier oft der perfekte „Eisbrecher“ für ein nettes Gespräch.
Service im Restaurant: In den meisten Gaststätten am Cap Sizun gilt: Zuerst der Hund, dann der Mensch. Oft steht ein Napf mit frischem Wasser bereits am Tisch, noch bevor Sie Ihren ersten Getränkewunsch äußern konnten.
Ein vorurteilsfreies Miteinander
Solange sich Ihr Hund anständig benimmt, wird ihm fast jeder aufgeschlossen begegnen. Die pauschale Ablehnung gegenüber Hunden, die mancherorts in Deutschland spürbar ist, kennt man hier nicht.
Ein kleines Augenzwinkern:
Sollte Ihnen doch einmal jemand mit Skepsis oder großer Distanz begegnen, können Sie fast sicher sein: Es ist entweder ein Tourist aus der Großstadt oder jemand, der tatsächlich einmal schlechte Erfahrungen gemacht hat. Der „echte“ Bretone sieht in Ihrem Hund einen willkommenen Gast.
Pors Théolen
In der Bretagne genießt Ihr Hund ein großes Stück Freiheit. Grundsätzlich dürfen Hunde überall dort frei laufen, wo es nicht ausdrücklich durch ein Hinweisschild untersagt ist. Damit das entspannte Miteinander funktioniert, gibt es jedoch zwei wichtige Spielregeln:
1. Der „Einflussbereich“ (100-Meter-Regel)
In Frankreich ist man dazu angehalten, seinen Hund im eigenen Einflussbereich zu halten. Gesetzlich wird dies oft als ein Radius von maximal 100 Metern definiert.
Wichtig: Ein Hund, der allein und ohne Aufsicht durch die Landschaft streunt („divagation“), begeht eine Ordnungswidrigkeit. Dies kann für den Halter schnell teuer werden, da die französischen Behörden hier zum Schutz von Nutztieren und Wild konsequent durchgreifen.
2. Schutz der Natur: Die Brut- und Setzzeit
Auch in der Bretagne gibt es die Zeit des Nachwuchses, die sogenannte „période de couvaison et de mise bas“.
Zeitraum: Sie beginnt am 15. April und endet am 30. Juni.
Besonderheit am Cap Sizun: In unserer Region, insbesondere in der Bucht von Audierne, betrifft dies vor allem die Seevögel, die in den Dünenregionen am Boden nisten.
Ihre Mithilfe: In dieser Zeit ist es zwingend erforderlich, Hunde in den Dünen und überall dort, wo Schilder darauf hinweisen, anzuleinen und strikt auf den Wegen zu bleiben. So schützen wir gemeinsam die empfindliche Kinderstube der Natur.
Da uns dieses Thema besonders am Herzen liegt, hier noch einmal die wichtigsten Fakten zum Strandbesuch im Sommer:
Das offizielle Verbot: Im gesamten Finistère gilt laut Präfektur-Erlass ein Hundeverbot an öffentlichen Stränden vom 01. Juni bis 30. September.
Das Bußgeld: Werden Sie kontrolliert, kostet das beim ersten Mal stolze 135 Euro.
Gemeindeeigene Regeln: Die gute Nachricht ist, dass jede Gemeinde (Mairie) das Recht hat, diese Regeln zu lockern. Oft sind Hunde in den Randstunden (vor 10 Uhr oder nach 19 Uhr) erlaubt.
Unser Tipp: Fragen Sie im Zweifel kurz im örtlichen Office de Tourisme nach den aktuellen Zeiten.
Die Ausweichmöglichkeit: Selbst wenn der Hauptstrand gesperrt ist – die vielen kleinen Criques (Natur-Buchten) am Cap Sizun sind von diesen Verboten ausgenommen. Dort können Sie und Ihr Hund bei Ebbe ungestört das Meer genießen.
Nicht nur für die weite Anreise in die Bretagne, sondern auch für die kurzen Fahrten zum Bäcker oder zum Wanderweg ist die richtige Sicherung Ihres Hundes im Auto in Frankreich gesetzlich vorgeschrieben.
Was die französische Straßenverkehrsordnung (Code de la Route) sagt:
In Frankreich wird der Hund rechtlich wie ein Passagier behandelt, was zu zwei wichtigen Verpflichtungen führt:
Bewegungsfreiheit des Fahrers (Art. R 412-6): Passagiere (und somit auch Hunde) dürfen so untergebracht sein, dass sie die Bewegungsfreiheit oder das Sichtfeld des Fahrers zu keinem Zeitpunkt einschränken.
Anschnallpflicht (Art. R 412-1): Jeder Passagier in einem Kraftfahrzeug muss gesichert sein.
So transportieren Sie Ihren Hund gesetzeskonform:
Um Bußgelder zu vermeiden und die Sicherheit zu gewährleisten, muss Ihr Hund auf eine der folgenden Arten gesichert sein:
Hundegeschirr & Gurt: Mit einem speziellen Anschnallsystem für den Rücksitz.
Trenngitter/Netz: Im Kofferraum, sodass der Hund nicht nach vorne gelangen kann.
Transportbox: In einer gesicherten Box im Kofferraum oder im Fußraum.
Achtung bei Kontrollen:
Wird Ihr Hund bei einer Verkehrskontrolle „unangeschnallt“ oder frei im Wagen erwischt, kann dies von der Gendarmerie als Verstoß der 4. Klasse gewertet werden. Das Bußgeld hierfür kann im schlimmsten Fall bis zu 375 Euro betragen.
Viele Urlauber denken, dass die salzige Meeresluft die lästigen Blutsauger fernhält. Doch das ist weit gefehlt! Auch in der Bretagne sind Zecken weit verbreitet und können – genau wie in Deutschland – gefährliche Krankheiten übertragen.
Wo lauern die Zecken?
Zwar sind die direkten Sandstrände und meist auch die sandigen Küstenwege der Südküste des Caps zeckenfrei, doch bereits in den angrenzenden Gräsern, in den Heidelandschaften entlang der Küstenwege und natürlich in den Wäldern und auf Wiesen sind sie aktiv.
Mögliche Gefahren:
Besonders in der südlichen Bretagne (zu der auch unsere Bucht von Audierne gehört) können Zecken laut Experten (z.B. https://www.parasitosen.de) folgende Krankheiten übertragen:
Babesiose (der sogenannte „Frankreichstamm“ der Hundemalaria)
Anaplasmose
Borreliose
Unsere Empfehlung: Ein geeigneter und wirksamer Zeckenschutz (Spot-on, Halsband oder Tablette) ist für Ihren Bretagne-Urlaub – besonders im Frühjahr und Sommer – absolut empfehlenswert. Bitte besprechen Sie die beste Prophylaxe rechtzeitig vor der Abreise mit Ihrem Tierarzt.
Tipp: Suchen Sie Ihren Hund nach jeder Wanderung kurz ab. Je schneller eine Zecke entfernt wird, desto geringer ist das Risiko einer Infektion.
Lange Zeit galt die Bretagne als absolut sicher vor Herzwürmern, da diese primär im warmen Mittelmeerraum vorkommen. Doch durch die klimatischen Veränderungen und milderen Winter verschieben sich die Verbreitungsgebiete der übertragenden Stechmücken langsam nach Norden.
Die Faktenlage: Das Risiko in der Bretagne ist tatsächlich immer noch extrem gering, aber – es ist nicht mehr bei Null.
Verschiebung nach Norden: Durch die milderen Winter im Finistère wandern Stechmückenarten, die diese Parasiten übertragen können, langsam weiter nördlich.
Unterscheidung: Man muss zwischen dem gefährlichen Herzwurm (D. immitis) und dem weniger gefährlichen Hautwurm (D. repens) unterscheiden. Letzterer ist in Frankreich weiter verbreitet.
Expertenmeinung: Die Experten von https://www.parasitosen.de (und ähnliche Institute wie das ESCCAP) ziehen die Grenze für ein echtes "Risikogebiet" meist südlich der Loire. Die Bretagne gilt als "unwahrscheinliches Grenzgebiet" oder "sporadisches Gebiet".
Karte: Parasitus Ex E.V.
Die Gefahr: Eine Infektion mit Herzwürmern ist eine ernsthafte Erkrankung. Die Behandlung ist sehr langwierig und belastend für den Hund.
Vorsorge: Eine einfache Prophylaxe (meist als Spot-on oder Tablette, die auch gegen andere Würmer hilft) schützt Ihren Hund zuverlässig.
Unser Tipp: Sprechen Sie Ihren Tierarzt vor der Reise kurz auf eine kombinierte Parasitenprophylaxe an, die auch Stechmücken und Herzwürmer abdeckt. So können Sie die lauen Sommerabende am Cap Sizun völlig unbeschwert genießen.
Neben Parasiten gibt es in der Natur der Bretagne – wie überall – einige Dinge, vor denen Sie Ihren Hund schützen sollten. Bleiben Sie aufmerksam, besonders wenn Sie abseits der befestigten Pfade unterwegs sind.
Giftschlangen (Kreuzottern & Vipern): In den Heidelandschaften und im hohen Gras abseits der Wege können Kreuzottern vorkommen. Ganz selten wurde in der Region auch die Aspisviper gesichtet. Siehe auch: Wen man nicht treffen möchte!
Unser Rat: Bleiben Sie auf den Wegen und lassen Sie Ihren Hund im dichten Heidekraut nicht stöbern. Sollte Ihr Hund doch einmal gebissen werden, suchen Sie umgehend einen Tierarzt auf.
Prozessionsspinner (Raupen): Die Raupen des Pinien-Prozessionsspinners haben Brennhaare, die bei Kontakt schwere allergische Reaktionen und Hautentzündungen (auch an der Zunge!) hervorrufen können. Sie bewegen sich oft in langen Ketten ("Prozessionen") über den Boden.
Vorsicht: Achten Sie besonders unter Pinienbäumen auf silbrige Gespinste in den Zweigen und halten Sie Ihren Hund von Raupenketten am Boden fern.
Portugiesische Galeeren: Besonders nach starken Stürmen werden diese bläulich schimmernden Quallenarten manchmal an die Strände gespült. Ihre Tentakel sind auch im angespülten Zustand hochgiftig und verursachen schwere Verbrennungen. Siehe auch: Wen man nicht treffen möchte!
Wichtig: Lassen Sie Ihren Hund niemals an angespülten, blau leuchtenden Objekten schnuppern oder diese berühren.
Mit all diesen Informationen im Gepäck sind Sie und Ihr Vierbeiner bestens für eine entspannte Zeit in Ker Armor und Tal Ar Mor gerüstet. Wir freuen uns darauf, Sie bald als unsere Gäste begrüßen zu dürfen!
Auf Youtube zeigen wir Ihnen das schönste Ende der Welt:
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