Wanderung Pors Poulhan

Moulin de Tréouzien - Chapelle Saint-They

Von unserem Haus aus kann man wunderbar auf dem Küstenwanderweg nach Pors Poulhan wandern und dort einkehren (Ab Mai gibt es leckere Galettes und Crêpes am Hafen).

Der Hafen von Pors Poulhan

Eine abwechslungsreiche Wanderung führt Sie entlang des Küstenwegs von Plouhinec nach Pors Poulhan. Starten Sie am Strand von Mesperleuc und folgen Sie dem GR 34 bis zum Strand von Gwendrez. 

 

Von Gwendrez schlängelt sich der GR 34 unterhalb der bedeutenden archäologischen Stätte Menez Drégan entlang, bis hinunter zum malerischen Hafen von Pors Poulhan.

 

In Pors Poulhan wacht die stolze Bigoudène (eine markante Steinstatue) über die Grenze vom Cap Sizun zum Bigoudenland. Ihren Blick fest auf den Atlantik gerichtet, scheint sie geduldig auf die Fischerboote zu warten, die in früheren Zeiten am späten Nachmittag in den kleinen Hafen einfuhren, um ihren Fang anzulanden.

 

Wenn Sie samstags oder sonntags zur rechten Zeit am Kai sind, können Sie mit ein bisschen Glück auch mal fangfrischen Fisch direkt von einem Fischer erstehen – ein Highlight für das Abendessen im Ferienhaus!

Sonntags finden Sie in Pors Poulhan zudem im Sommer häufig einen Stand, der frische regionale Krustentiere anbietet.

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Die Wächterin der Grenze: Die Statue der Bigoudène

Wenn Sie den Hafen von Pors Poulhan erreichen, fällt Ihr Blick unweigerlich auf die steinerne Figur einer Frau in traditioneller Tracht. Diese Statue ist die "Bigoudène", ein Werk des berühmten lokalen Bildhauers René Quillivic (1879–1969).

Ein Denkmal mit Symbolkraft

Die Statue wurde 1961 eingeweiht und markiert einen ganz besonderen Ort: eine geografische und kulturelle Grenze.

  • Die Grenze: Pors Poulhan liegt genau an der Nahtstelle zwischen dem Cap Sizun (im Westen) und dem Pays Bigouden (im Osten).

  • Die Inschrift: Am Sockel der Statue findet man die klare Ansage auf Bretonisch: "Amañ e echu Bro Bigouden"„Hier endet das Bigoudenland“.

  • Das Motiv: Quillivic wählte als Modell eine Frau mit der charakteristischen, hohen Spitzenhaube (Coiffe), die ein Wahrzeichen dieser Region ist. Ihr Blick ist sehnsüchtig und wachsam zugleich auf den Horizont gerichtet.

Über den Künstler René Quillivic

Es ist kein Zufall, dass gerade Quillivic dieses Denkmal schuf. Er stammte selbst aus Plouhinec (der Gemeinde, zu der der westliche Teil des Hafens gehört) und war ein bedeutender Künstler der Bretagne.

 

Er war bekannt dafür, dass er keine idealisierten Gesichter schuf, sondern die echte, oft von harter Arbeit und dem Meer gezeichnete Identität der Bretonen in Stein meißelte. Die Bigoudène von Pors Poulhan ist nicht einfach nur eine Frau in Tracht, sondern ein Denkmal für die "Frauen des Meeres".

  • Der Blick in die Ferne: Dass sie nach Westen, hinaus auf den Atlantik, blickt, ist kein Zufall. Es symbolisiert die ständige Sorge der Ehefrauen, Mütter und Töchter um die Männer, die auf See waren. In einer Zeit, in der die Fischerei extrem gefährlich war, war das Warten am Ufer ein fester Bestandteil des Alltags.

  • Standhaftigkeit statt Verzweiflung: Quillivic wollte die Frauen nicht weinend oder leidend darstellen. Er wählte eine Pose der Würde und Standhaftigkeit, um die Frauen darzustellen, die das Rückgrat der bretonischen Gesellschaft bildeten, während das Meer über das Schicksal ihrer Männer entschied.

  • Ein persönlicher Bezug: Quillivic verlor selbst viele Bekannte und Familienmitglieder an das Meer. Für ihn war die Skulptur auch eine Form der Ehrerbietung an die Witwen der Seeleute.

Von der Küste ins Tal: Die Mühlen von Tréouzien

Nach einer entspannten Rast bei Crêpes und Cidre im Hafen von Pors Poulhan verlassen Sie die Küstenlinie und nehmen den Weg, der direkt am Parkplatz in Pors Poulhan ins idyllische Tal von Tréouzien führt. Dort scheint die Zeit ein wenig langsamer zu laufen als an der belebten Küste und himmlische Ruhe empfängt Sie. 

 

Das Tal von Tréouzien war einst das Herzstück eines herrschaftlichen Anwesens. Die Domaine/Ferme de Tréouzien kontrollierte mit den beiden Mühlen nicht nur das fruchtbare Land, sondern auch die lebenswichtige Mehlproduktion. Dass hier eine Wasser- und eine Windmühle so nah beieinander liegen, ist eine Besonderheit: Es sicherte der Domaine de Tréouzien die Unabhängigkeit von den Launen der Natur – gemahlen wurde hier gleichermaßen mit der Kraft des Windes und der desWassers.

Ein Erbe der Vergangenheit

Das Tal beheimatet zwei Mühlen:

  • Die Wassermühle (Moulin à eau): Sie wurde liebevoll restauriert und ist heute ein lebendiges Museum. Im Inneren kann man die beeindruckende Mechanik bestaunen, die auch heute noch funktioniert. Im Sommer ist sie für den Publikumsverkehr geöffnet und Samstags und Sonntags werden hier auch frischgebackenes Brot und Brioches verkauft.

  • Die Windmühle (Moulin à vent): Auf dem Hügel thronen die Überreste der Windmühle aus dem 19. Jahrhundert, die noch auf ihre vollständige Restaurierung wartet.

Die Wassermühle (Moulin à eau)

  • Bau und Besitzer: Das heutige Gebäude der Wassermühle stammt weitgehend aus dem 19. Jahrhundert (oft wird 1812 als Jahr eines großen Umbaus genannt). Sie wurde von Jean-François und Joseph Donnars betrieben, deren Namen man heute noch auf den steinernen Türstürzen der Gebäude lesen kann.

  • Besonderheit „Meil ar Pichons“: Im Volksmund wird sie auch „Moulin aux pigeons“ (Taubenmühle) genannt. Das liegt an dem beeindruckenden, in die Fassade integrierten Pigeonnier (Taubenschlag) – ein Privileg, das früher oft nur herrschaftlichen Anwesen vorbehalten war.

  • Technik: Es handelt sich um eine seltene „Moulin à pirouette“. Im Gegensatz zu den vertikalen Wasserrädern, die man oft sieht, hat dieses System horizontale Räder (ähnlich einer Turbine), die durch das Wasser aus einem oberhalb gelegenen Staubecken angetrieben werden.

  • Niedergang und Rettung: Die Mühle stellte ihren Betrieb Mitte des 20. Jahrhunderts ein und verfiel zur Ruine. Erst 2012 kaufte die Gemeinde Plouhinec das Gelände. Nach einer dreijährigen, aufwendigen Restaurierung (2012–2015) produziert sie heute wieder Mehl und gewinnt mit einem der Räder sogar Strom.

Die Windmühle (Moulin à vent)

  • Historik: Die Windmühle ist im Kataster von 1837 verzeichnet, trägt aber kein genaues Baudatum. Auch sie wurde für Jean-François Donnars errichtet (sein Name steht über dem Südportal).
  • Funktion: Sie war eine klassische „Moulin tour“ (Turmwindmühle) aus Granit. Sie wurde um 1950 aufgegeben.
  • Während die Wassermühle bereits in vollem Glanz erstrahlt, wartet die Windmühle noch auf ihre finale Rekonstruktion der Flügel und der „Haube“ (Dach), bietet aber heute schon einen fantastischen Orientierungspunkt für Wanderer.

Die  alte Wassermühle von Tréouzien

Chapelle Saint-They: Eine Oase der Stille

Nach dem Besuch bei der Wassermühle im Tal führt Sie der Weg vorbei an der Domaine de Tréouzien weiter in Richtung Plouhinec, Sie biegen nach der Domaine links ab und überqueren später die Strasse nach Pors Poulhan, dann gehen Sie weiter, bis Sie zur kleinen Kapelle Saint-They aus dem 16. Jahrhundert kommen, die versteckt, direkt oberhalb des Strandes von Gwendrez liegt.

 

Sie können auch direkt vom Parkplatz am Strand von Gwendrez zur Kapelle laufen, dazu überqueren Sie die Küstenstraße und nehmen den Weg, der gegenüber des Parkplatzes ins Hinterland führt.

 

Hier oben scheint die Welt stillzustehen. Abseits jeglichen Autoverkehrs empfängt Sie eine grüne, ruhige Oase, die wie geschaffen ist für eine entspannte Rast oder ein Picknick im Freien.

Die heilende Quelle „Fontaine de Saint-They“

Gleich neben der Kapelle befindet sich die Quelle Fontaine de Saint-They, sie hat eine lange Tradition als Ort der Heilung:

  • Altes Wissen: Früher wurden Menschen mit Rheumaleiden hierher gebracht, in der Hoffnung, durch das Wasser des heiligen They Genesung zu finden.

  • Natur pur: Das kristallklare Wasser der Quelle sprudelt sanft aus dem Boden und fließt in einem kleinen Bächlein den Hang hinunter, bis es schließlich im Atlantik mündet.

Architektur und Besonderheiten der Kapelle

  • Bauweise: Die rechteckige Kapelle wurde aus Granitbruchsteinen verschiedenster Größe errichtet. Das Schieferdach trägt einen charmanten kleinen Glockenturm mit Kuppel (clocheton à dôme), während das gegenüberliegende Ende von einem fein gemeißelten Steinkreuz geziert wird.

  • Stilelemente: Besonders sehenswert sind das rundbogige Eingangsportal mit seinen abgeschrägten Kanten und das filigrane Fenster im flamboyanten Stil (Spätgotik) direkt über dem Altar, das den Innenraum in ein besonderes Licht taucht.

  • Die Fontaine de Dévotion: Südlich der Kapelle, noch innerhalb des Enclos, befindet sich das Brunnenhaus. Das steinerne Bauwerk mit seinem Satteldach schützt die tiefe Nische der Quelle. In der Nische der Quelle befand sich früher eine Statue des Heiligen They. Diese wurde leider 1986 gestohlen.

Die Kapelle von Saint They, abseits der Strassen gelegen

Wer war der heilige They?

Saint They lebte im 6. Jahrhundert und war ein Schüler des berühmten Heiligen Guénolé, dem Gründer der Abtei von Landévennec. Er gehörte zu jener Generation von Mönchen, die das Christentum in die entlegensten Winkel der Bretagne brachten.

 

Ein Heiliger zwischen Land und Meer: Es ist kein Zufall, dass man Kapellen, die ihm gewidmet sind, oft an markanten Küstenpunkten findet – so wie an der wilden Pointe du Van oder eben in dem versteckten, grünen Tal bei Pors Poulhan. Er galt als Mann der Stille, der die Einsamkeit der Natur suchte, um Gott nahe zu sein.

Der Schutzpatron: In der Tradition wird Saint They als Beschützer der Landwirtschaft, des Viehs und der Seeleute angerufen. Er ist der Heilige für die Menschen, die von dem leben, was Boden und Meer ihnen geben.

Die Heilkraft des Wassers: Besonders bekannt ist Saint They für seine Verbindung zu Quellen. In Plouhinec wird ihm die "Fontaine de Saint-They" zugeschrieben. Man glaubte fest daran, dass sein Segen durch das Wasser der Quelle Rheumaleiden lindern und die Kranken heilen könne.

Die Legende der Standorte: Eine alte Erzählung besagt, dass Saint They seine Gebetsstätten stets dort errichtete, wo das Süßwasser der Erde auf das Salzwasser des Ozeans trifft. Wer heute dem kleinen Bächlein folgt, das von der Kapelle in Plouhinec hinunter zum Atlantik fließt, wandelt also auf den Spuren einer jahrhundertealten Legende.

Von der Kapelle aus haben Sie zwei Möglichkeiten für den Heimweg:

  1. Durch das Hinterland: Diverse Wege führen Sie durchs Hinterland schnell zurück nach Hause.

  2. Über den Strand von Gwendrez: Wandern Sie von der Kapelle hinunter zum Meer zum Strand von Gwendrez (bretonisch Gwen: weiß und Drez: Sand). Von dort aus führt der Küstenwanderweg Sie zum Strand von Mesperleuc und von dort geht es nach Hause.

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Der Strand von Gwendrez mit seinem weissen Sand und dem türkisfarbenen Wasser.

Man kann auch sehr gut mit dem Auto nach Pors Poulhan fahren und dort nur die Wanderung zu den Mühlen machen und danach am Hafen im Les Côtiers einkehren.  Ein großer Parkplatz steht gegenüber dem Hafenbecken zur Verfügung. Von dort aus gehen auch die Wanderwege zu den Mühlen, alles ist sehr gut beschildert.

Pors Poulhan