Blick vom Leuchtturm von Sainte-Marine hinüber nach Bénodet
Obwohl Bénodet geografisch bereits zum benachbarten Pays Fouesnantais gehört, ist es durch seine Lage direkt an der Odet-Mündung das perfekte Ausflugsziel „direkt vor der Haustür“ des Bigoudenlandes. Nur der Fluss trennt hier zwei der reizvollsten Regionen des Finistère. Sie erreichen Bénodet in gut 45 Minuten Fahrzeit von Plouhinec aus.
Einst ein bedeutender Fischereihafen, wandelte sich Bénodet in den 1960er Jahren zu einem der beliebtesten Strandbäder der Pariser Gesellschaft. Wer heute durch das Küstenstädtchen schlendert, kann die prachtvollen, mondänen Villen bewundern, die noch immer an diese glanzvolle Epoche erinnern. Von der Promenade aus genießen Sie einen traumhaften Blick auf die Segelboote in der Mündung und die am Horizont schimmernden Glénan-Inseln.
Für Aktivurlauber bietet Bénodet wunderbare Möglichkeiten, die Küstenlandschaft zu Fuß zu entdecken:
Themenwege: Entlang der idyllischen Bucht von Penfoul bis hin zum Strand Saint-Gilles finden Sie drei markierte Wanderrouten mit Längen von 5, 6 und 11 Kilometern.
Der GR34 & die Cornouaille-Brücke: Der berühmte Zöllnerpfad führt Sie direkt am Hafen entlang. Ein besonderes Highlight ist die Überquerung der imposanten „Pont de Cornouaille“. Diese Brücke bietet nicht nur einen spektakulären Ausblick auf die Odet-Mündung, sondern führt Sie auch direkt zurück ins Pays Bigouden zum charmanten Hafen von Sainte-Marine.
Bénodet bietet neben seinen Villen noch weitere Details, die einen Ausflug lohnenswert machen:
Das Duo der Leuchttürme: Zwei markante Türme weisen den Weg in die Odet-Mündung. Der Phare du Coq (der „Hahnen-Leuchtturm“) steht direkt an der Hafeneinfahrt und verdankt seinen Namen einem Felsen, der wie ein Hahnenkamm geformt sein soll. Etwas weiter landeinwärts thront der imposante Phare de la Pyramide, der mit seinen 38 Metern Höhe ein beliebtes Fotomotiv ist.
Kultur & Geschichte: In der ehemaligen Küstenwache befindet sich heute das Musée du Bord de Mer. Es zeigt charmante Exponate zum Thema Strandleben und Segelsport – ideal für einen kurzen, kulturellen Zwischenstopp.
Wellness & Entspannung: Bénodet ist auch für sein großes Thalasso-Zentrum und das Casino bekannt, was den mondänen Charakter des Seebades unterstreicht.
Die Odet-Schifffahrt: Wenn Sie nicht nur wandern möchten, starten von hier aus die Ausflugsboote flussaufwärts nach Quimper – eine Fahrt, die schon die Schriftstellerin Madame de Sévigné als „schönsten Fluss Frankreichs“ bezeichnete.
Wenn Sie zu Fuß die Brücke „Pont de Cornouaille“ nutzen möchten, um von Bénodet nach Sainte Marine zu kommen (oder umgekehrt), dann sollten Sie wissen, dass diese zwar einen fantastischen Ausblick bietet, der Fußweg jedoch direkt neben der Fahrbahn verläuft, was nicht immer angenehm ist.
Wer es gemütlicher mag, nutzt in den Sommermonaten (April bis September) den „P’tit Bac“. Diese kleine Personenfähre setzt Sie in wenigen Minuten direkt vom Quai in Bénodet nach Sainte-Marine über – eine herrliche Mini-Kreuzfahrt zum kleinen Preis!
Sobald Sie die Brücke von Bénodet überquert haben oder mit der kleinen Fähre übersetzen, empfängt Sie das charmante Sainte-Marine. Als östlichster Außenposten des Pays Bigouden bildet dieser Ort den perfekten, ruhigen Gegenpol zum quirligen Bénodet auf der gegenüberliegenden Flussseite.
Die Geschichte von Sainte-Marine ist eng mit dem Meer verbunden. Im Mittelalter war der Ort ein strategisch wichtiger Handelshafen. Von hier aus wurden edle Weine aus dem Bordeaux in Richtung Normandie und zum Ärmelkanal verschifft. Heute ist der einstige Umschlagplatz ein malerischer Badeort.
Der Yachthafen mit seinen sanft schaukelnden Booten und den von Hortensien gesäumten Gassen lädt zum Verweilen in einer der gemütlichen Crêperien direkt am Wasser ein.
Am Leuchtturm von Sainte-Marine kann man die Boote beobachen, die durch die Odet Mündung hinaus auf den Atlantik segeln
Der alte Leuchtturm von Sainte-Marine an der Pointe de Combrit
An der Pointe de Combrit, genau dort, wo der Odet in den Atlantik mündet, steht der stolze Leuchtturm von Sainte-Marine. Seit seiner Errichtung im Jahr 1885 weist er den Seefahrern den Weg. Doch der Ort bietet noch mehr kulturelle Schätze:
L’Abri du Marin: Direkt am Kai sticht ein auffälliges, rosa leuchtendes Gebäude ins Auge. Dieses ehemalige Seemannsheim wurde einst gegründet, um den Fischern eine Zuflucht an Land zu bieten. Heute beherbergt es ein Museum, das die bewegte Geschichte der Küste lebendig hält.
Kapelle Sainte-Marine: Nur wenige Schritte vom Hafen entfernt, versteckt im Schatten alter Bäume, liegt diese friedliche Kapelle aus dem 15. Jahrhundert – ein Ort der Stille und Besinnung.
Küstenzauber: Ein Spaziergang entlang der alten Villen führt Sie direkt auf den GR34. Der Zöllnerpfad schlängelt sich hier an der felsigen Küste entlang und gibt immer wieder den Blick auf den weiten Atlantik und die glitzernde Bucht frei.
Ein besonders schöner Weg verbindet diese beiden Küstenperlen. Von Sainte-Marine aus führt die malerische „Rue du Phare“ direkt zur Pointe de Combrit. Hier, wo der alte Leuchtturm seit 1885 über die Odet-Mündung wacht, öffnet sich der Blick weit auf das offene Meer und die Brandung des Atlantiks.
Doch das Beste kommt noch: Wer die Pointe de Combrit erreicht hat und dem Küstenweg folgt, der den kilometerlangen, feinsandigen Strand säumt, gelangt direkt zur Île Tudy. Und das ganz ohne Überfahrt! Was einst tatsächlich eine Insel war, ist heute über eine schmale Landzunge und einen schützenden Damm fest mit dem Festland verbunden.
Sobald Sie den Ort betreten, tauchen Sie in eine ganz eigene Welt ein:
Schmale Gassen: Die Île Tudy ist berühmt für ihre unglaublich engen, blumengesäumten Gassen, in denen die Zeit stehengeblieben zu sein scheint.
Historische Fischerhäuser: Die kleinen, weiß getünchten Häuser schmiegen sich so dicht aneinander, dass der Ort fast wie eine Festung gegen den Wind wirkt.
Maritimes Flair: Am Hafen der Île Tudy können Sie den Blick über den „Rivière de Pont-l’Abbé“ schweifen lassen. Die Terrasse eines der kleinen Cafés hier ist der ideale Ort, um die Wanderung bei einem Cidre Revue passieren zu lassen.
Impressionen von der Île Tudy
Die Geschichte der Île Tudy reicht weit zurück bis in das 5. Jahrhundert. Damals gründete der Heilige Tudy hier seine erste Einsiedelei, bevor er später das berühmte Kloster in Loctudy stiftete. Zu jener Zeit war die Insel noch völlig vom Festland isoliert und den Kräften der Natur schutzlos ausgeliefert. Bei jedem schweren Sturm wurde das kleine Fischerdorf von Sand und Salzwasser überflutet – ein hartes Leben im Rhythmus des Atlantiks.
Erst im 19. Jahrhundert änderte sich das Schicksal des Ortes grundlegend:
Der Deichbau: Um sich dauerhaft vor den Fluten zu schützen, wurde die Insel befestigt und schließlich durch eine Straße auf einem Deich mit dem Festland verbunden.
Vom Fischerdorf zum Künstlertreff: Seither hat sich die Île Tudy zu einem exklusiven Anziehungspunkt entwickelt. Vor allem wohlhabende Bretonen und Pariser Künstler schätzen die besondere Lichtstimmung und die schmalen Gassen.
Die Île Tudy von der Mole aus gesehen
Ein kleiner Hinweis für Ihre Reiseplanung:
Durch ihre pittoreske Schönheit ist die Île Tudy in den Sommermonaten und während der Ferienzeiten ein sehr beliebtes Ziel und kann recht überlaufen sein.
Unser Tipp: Besuchen Sie den Ort am besten in den frühen Vormittagsstunden oder in der Nebensaison. Dann entfaltet das Labyrinth aus weißen Häusern und blühenden Stockrosen seinen ganz eigenen, stillen Zauber.
Auf Youtube zeigen wir Ihnen das schönste Ende der Welt:
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