Einige Rezepte für erfolgreiche Angler und solche, die es werden wollen.
Nichts ist schöner, als nach einem Tag voller neuer Eindrücke – wenn die Hunde zufrieden und müde von einem langen Spaziergang auf dem GR 34 im Garten liegen – einen Kir Breton auf der Terrasse zu trinken und den Blick auf den abendlichen Atlantik zu genießen.
Wenn man dann noch fangfrischen Fisch oder Meeresfrüchte im Kühlschrank hat, fehlt eigentlich nur noch das passende Rezept, um beim Sonnenuntergang die Bretagne mit allen Sinnen zu genießen.
Natürlich finden Sie im Haus auch eine Auswahl an entsprechenden Kochbüchern, aber auch hier auf unserer Homepage möchten wir Ihren Appetit auf die Bretagne schon jetzt ein wenig anregen.
Der Petersfisch (Saint-Pierre) gilt mit seinem festen, weißen Fleisch als einer der edelsten Speisefische des Atlantiks. Die Kombination mit der fruchtigen Orangenbutter verleiht ihm eine ganz besondere Eleganz.
Hier sind die detaillierten Zubereitungsschritte für den Petersfisch, ergänzt um die hilfreichen Tipps des Autors. Diese Struktur passt perfekt auf Ihre Homepage unter die Zutatenliste:
Gesamtzeit: 35 Min.
Vorbereitung: 20 Min.
Kochzeit: 15 Min.
Zwei Orangen gründlich filetieren (die Haut der Segmente entfernen). Die Zucchini mit einem Sparschäler in feine Bänder schneiden und 3 Minuten in kochendem Wasser blanchieren. Anschließend gut abtropfen lassen, mit 2 Esslöffeln Olivenöl vermengen und warmhalten.
Die Schalotten zusammen mit dem Wein sowie dem Saft und dem Abrieb der dritten Orange in einen Topf geben. Bei mittlerer Hitze einköcheln lassen, bis die Flüssigkeit fast vollständig verdampft ist. Die Sahne hinzugeben und 2 Minuten erhitzen. Danach die kalte Butter in Stücken unterrühren, mit Salz und Pfeffer abschmecken und die Sauce kurz mixen. Ebenfalls warmhalten.
Die Petersfischfilets in einer Pfanne mit dem restlichen Öl von beiden Seiten ganz kurz anbraten und dabei mit den Thymianblättchen bestreuen.
Die Filets in eine ofenfeste Form legen, mit dem restlichen Bratöl aus der Pfanne beträufeln und im vorgeheizten Backofen bei 200 °C (Thermostat 6/7) für etwa 5 Minuten fertig garen.
Die Filets auf Tellern anrichten und großzügig mit der Sauce überziehen. Die Zucchini-Bänder und die frischen Orangenfilets dekorativ darum verteilen. Mit einem Zweig Thymian garnieren.
Tipp: Für eine etwas kräftigere, herbere Note können Sie die Orangen auch durch rosa Grapefruits ersetzen.
Ein Fisch mit göttlichem Fingerabdruck.
Der Petersfisch (Saint-Pierre) verdankt seinen Namen einer biblischen Legende. Man sagt, der Apostel Petrus habe im See Genezareth einen Fisch aus dem Wasser gezogen, um in dessen Maul eine Münze für die Tempelsteuer zu finden. Als er den Fisch mit Daumen und Zeigefinger festhielt, hinterließ er auf beiden Seiten des Körpers einen dunklen, runden Fleck.
Diese markanten „Fingerabdrücke“ sind bis heute das Markenzeichen des Heringskönigs, wie er im Deutschen auch genannt wird. Unter Feinschmeckern gilt sein festes, weißes Fleisch als absolute Delikatesse, die in der Bretagne besonders gerne mit Orangen oder Äpfeln kombiniert wird.
1 großer Sankt-Petersfisch (in vier Filets zerlegt)
4 Äpfel (mit Schale in feine Spalten geschnitten)
6 Schalotten (fein gehackt)
1/2 Liter Cidre
75 g Butter
2 EL Crème fraîche épaisse
Gewürze: Fleur de Sel, Pfeffer
1.Die Sauce: Reduzieren Sie die Schalotten mit dem Cidre und einer Prise Salz in einem Topf, bis nur noch etwa ein halbes Glas Flüssigkeit übrig ist. Gießen Sie den Sud durch ein feines Sieb (Chinois) und pressen Sie die Schalotten kräftig aus.
2.Montieren: Erwärmen Sie den Sud vorsichtig (nicht über 60 °C) und rühren Sie nach und nach 25 g Butter in kleinen Stückchen unter. Geben
Sie die Crème fraîche hinzu, rühren Sie alles glatt und halten Sie die Sauce warm.
3.Die Äpfel: Braten Sie die Apfelspalten in 25 g Butter bei recht hoher Hitze an, bis sie eine schöne goldbraune Farbe annehmen.
4.Der Fisch: Braten Sie die Filets in der restlichen Butter auf der Hautseite an. Würzen Sie mit Salz und Pfeffer, decken Sie die
Pfanne kurz ab und achten Sie darauf, den Fisch nicht zu lange zu garen.
5.Anrichten: Geben Sie etwas Sauce auf vorgewärmte Teller, setzen Sie den Fisch darauf und garnieren Sie ihn mit den Apfelspalten. Dazu
passen hervorragend kleine Kartöffelchen oder Reis und glasiertes Möhren-Fenchel Gemüse
Bon appétit!
Ein wirklich einfaches und ohne viel Aufwand zu kochendes bretonisches Fischrezept ist der „Bar en Croûte de Sel“.
Ob es nun der Wolfsbarsch der Königsklasse ist – der Bar de Ligne (geangelter Wolfsbarsch) – oder ein mit dem Netz gefangener Fisch: Aus der Salzkruste ist er immer ein unvergleichlicher Genuss.
Zunächst brauchen Sie den ersten Hauptdarsteller des Gerichts: den Wolfsbarsch. In der Bretagne ist das glücklicherweise meist kein Problem.
Wir kaufen ihn am liebsten beim Fischer unseres Vertrauens auf den Märkten in Audierne oder Pont-Croix. Sie bekommen ihn aber auch in fast jedem gut sortierten Fischgeschäft der Region.
Achten Sie beim Kauf Ihres Wolfsbarsches in einem Fischgeschäft unbedingt darauf, dass er NICHT geschuppt wird. Das Geschäft kann den Fisch zwar ausnehmen, aber für das Garen in der Salzkruste müssen die Schuppen zwingend erhalten bleiben, da sie die Haut vor dem Versalzen schützen.
Sollten Sie Ihren Wolfsbarsch direkt beim Fischer auf dem Markt kaufen, erhalten Sie ihn ohnehin in seinem natürlichen Zustand. Das Ausnehmen zu Hause ist kein Hexenwerk: Schneiden Sie den Fisch am Bauch ein Stück auf und entnehmen Sie vorsichtig die Innereien.
Genauso wichtig wie ein schöner Wolfsbarsch ist das richtige Salz für die Kruste. Sie benötigen grobes, naturbelassenes Meersalz, welches Sie in jedem französischen Supermarkt finden. Ob es nun aus der berühmten Gegend um Guérande, von der Insel Noirmoutier oder aus einer anderen Saline stammt, ist zweitrangig.
Entscheidend ist:
Es muss grob sein.
Es sollte grau und unbehandelt sein (Sel gris).
Es muss seine natürliche Restfeuchtigkeit besitzen, damit die Kruste im Ofen perfekt fest wird.
Die Zubereitung im Detail
Nachdem Sie den perfekten Fisch und das graue Meersalz gefunden haben, kann es losgehen. Die Salzkruste wirkt im Ofen wie ein kleiner Schnellkochtopf: Sie bewahrt die gesamte Feuchtigkeit und das Aroma des Meeres im Inneren des Fisches.
Die Zutaten
Hauptdarsteller: Ein schöner Wolfsbarsch (Bar oder Bar de Ligne), etwa 800 g bis 1,2 kg.
Für die Kruste: 2–3 kg grobes, naturbelassenes Meersalz.
Bindemittel: 3–5 Eiweiß (diese helfen, das Salz zu einer stabilen Masse zu verbinden).
Aromen: Frische Kräuter (z. B. Thymian, Rosmarin oder Fenchelgrün) für die Füllung.
Gewürze: Pfeffer, um den Fisch ausschließlich von innen zu würzen (Salz bekommt er von außen genug!).
Die Beilagen-Empfehlung
Klassisch: Kleine Kartöffelchen (Pommes de Terre Grenaille), in der Pfanne mit etwas Salzbutter geschwenkt.
Frisch: Ein Gemüse nach Wahl oder ein knackiger grüner Salat.
Die Krönung: Eine hausgemachte Beurre Blanc (Buttersauce) passt hervorragend zum feinen Geschmack des Wolfsbarsches.
Garparameter
Ofentemperatur 200 °C (Umluft)
Garzeit Etwa 30 Minuten (im vorgeheizten Ofen)
Ruhezeit 5 Minuten (wichtig, damit sich der Saft im Fisch setzt)
Sollte Ihr Wolfsbarsch noch nicht ausgenommen sein, schneiden Sie ihn am Bauch ein Stück auf und entnehmen die Innereien. Waschen Sie den Fisch anschließend gründlich mit kaltem Wasser ab und tupfen Sie ihn mit Küchenpapier sehr gut trocken.
Füllen Sie die nun leere Bauchhöhle nach Ihrem persönlichen Geschmack mit frischen Kräutern wie Petersilie, Koriander oder Thymian. Auch etwas feiner, frischer Fenchel verleiht dem Fisch ein wunderbares Aroma. Würzen Sie das Innere mit Pfeffer aus der Mühle – verzichten Sie jedoch komplett auf zusätzliches Salz, da der Fisch durch die Kruste ausreichend gewürzt wird.
Vermischen Sie das grobe Meersalz gut mit dem Eiweiß. Die Menge richtet sich nach der Größe des Fisches:
Bei 2 kg Salz: 3 Eiweiß hinzugeben.
Bei 3 kg Salz: 4 bis 5 Eiweiß verwenden. Das Eiweiß sorgt dafür, dass die Kruste im Ofen stabil wird und den Fisch luftdicht umschließt.
Legen Sie ein Backblech großzügig mit Backpapier aus. Verteilen Sie darauf zunächst eine Schicht der Salz-Eiweiß-Mischung in der Länge des Fisches. Betten Sie den Wolfsbarsch darauf und bedecken Sie ihn vollständig mit dem restlichen Salz. Drücken Sie die Salzmischung rundum gut an, sodass eine dichte, geschlossene Hülle entsteht.
Schieben Sie das Blech in den auf 200 °C Umluft vorgeheizten Backofen auf die mittlere Schiene. Nach etwa 30 Minuten ist der Fisch perfekt gegart.
Nehmen Sie das Blech anschließend heraus und lassen Sie den Fisch in der nun leicht gebräunten Kruste noch etwa 5 Minuten ruhen.
Diese Ruhezeit ist wichtig, damit sich die Säfte im Inneren verteilen können und das Fleisch besonders zart bleibt.
Verwenden Sie zum Öffnen ein Sägemesser.
Schneiden Sie die Salzkruste auf mittlerer Höhe rundum vorsichtig ein.
Heben Sie das Oberteil der Salzhülle wie einen Deckel vom Fisch ab.
Heben Sie den Wolfsbarsch vorsichtig aus seinem Salzbett auf eine Servierplatte und tupfen Sie eventuelle Salzreste behutsam ab.
Nun können Sie die Haut abziehen und das saftige, aromatische Filet genießen.
Bon appétit!
Wenn es einmal schneller gehen soll oder Sie die klassische Salzkruste variieren möchten, bietet sich die Zubereitung direkt im Ofen an. Bei dieser Variante gart der Fisch offen und nimmt die wunderbaren Aromen von Knoblauch und Rosmarin direkt auf.
Füllen Sie den vorbereiteten (ausgenommenen und gewaschenen) Wolfsbarsch mit:
Frischen Tomaten (in Scheiben oder geviertelt)
Knoblauchzehen
Einem Zweig frischem Rosmarin
Heizen Sie den Backofen auf 200 °C Umluft vor.
Die Dauer im Ofen hängt bei dieser Methode stark vom Gewicht des Fisches ab. Als Faustregel für die Planung können Sie sich an folgenden Werten orientieren:
Wolfsbarsch bis 600 g: ca. 10 -12 Minuten
Wolfsbarsch bis 1 kg: ca. 17 Minuten
Wolfsbarsch von 1,2 kg: ca. 20 Minuten
Tipp: Den Fisch vor dem Servieren kurz ruhen lassen, damit sich der Saft setzt.
Hier läßt sich die Zeit im Ofen anhand des Fischgewichtes sehr gut ermitteln: https://www.temps-de-cuisson.info/cuisson/poissons/bar-au-four/
Der Seeteufel, in Frankreich meist Lotte genannt, ist ein Charakterfisch der Bretagne. An Markttagen werden Sie ihn fast immer reichlich an den Fischständen finden – und im Gegensatz zu Deutschland oft zu sehr vernünftigen Preisen.
Ein besonders beliebtes und traditionelles Rezept ist die Zubereitung à l’Armoricaine. Der Name leitet sich vom keltischen Wort Armor (das Land am Meer) ab. In vielen Kochbüchern wird der Name fälschlicherweise als „à l’Américaine“ geführt, doch wir bleiben hier natürlich bei der authentischen bretonischen Bezeichnung.
1 schöner Seeteufelschwanz (der Kopf ist beim Kauf bereits entfernt)
3 EL Mehl
100 g Butter
300–500 g Tomaten (in Stücke geschnitten)
2 Zwiebeln (fein gewürfelt)
2–4 Knoblauchzehen (geschält)
1 Bouquet Garni (getrocknet: Petersilie, Thymian, Lorbeer)
2 cl Lambig (bretonischer Apfelschnaps; alternativ Calvados)
500 ml Weißwein (idealerweise ein Muscadet)
Gewürze: Salz, Pfeffer und Cayennepfeffer
Zunächst den Seeteufelschwanz enthäuten und in dicke Scheiben schneiden. Den zentralen Knorpel müssen Sie dabei nicht entfernen.
Lassen Sie die Hälfte der Butter in einem großen Topf schmelzen. Geben Sie die Zwiebelwürfel und die Fischscheiben hinein und braten Sie alles rasch goldgelb an. Gießen Sie den Lambig über den Fisch und flambieren Sie ihn kurz. Anschließend sofort mit dem Weißwein ablöschen.
Würzen Sie die Sauce mit Salz, Pfeffer sowie Cayennepfeffer und lassen Sie das Gericht zugedeckt auf kleinster Flamme etwa 15 Minuten köcheln.
Nehmen Sie den Fisch vorsichtig aus dem Topf. Passieren Sie die Sauce durch ein grobes Sieb und schmecken Sie sie nochmals ab. Für eine besonders feine Bindung können Sie die Sauce nach Belieben mit kalten Butterflöckchen montieren (aufschlagen).
Dazu passen hervorragend Reis oder kleine Kartöffelchen. Ein gut gekühlter Muscadet von der Loire rundet dieses Essen perfekt ab.
Bon appétit!
Rochenflügel in Kapern-Buttersauce sind in der Bretagne ein sehr verbreitetes Gericht, das Sie auf fast jeder Speisekarte guter regionaler Restaurants finden.
Das Fleisch des Rochens ist besonders zart und besitzt eine einzigartige, ganz weiche Struktur ohne störende Gräten – lediglich weiche Knorpel stützen den Flügel.
Achten Sie beim Kauf darauf, den Rochen bereits gehäutet zu erwerben. Das Abziehen der rauen Haut ist mühsam und erfordert Übung – lassen Sie sich diese Arbeit am besten direkt vom Fischhändler abnehmen.
2 Rochenflügel, je nach Größe evtl. auch nur 1 Flügel (gehäutet)
50 g Salzbutter, 50 g Butter
3 EL Kapern aus dem Glas (nach Geschmack auch gerne mehr)
1 Zitrone
1 Bund frische Petersilie
100 ml Weißweinessig
Für den Sud: 2 Lorbeerblätter, 10 schwarze Pfefferkörner, 1 Zweig Thymian, Salz
Waschen Sie die enthäuteten Rochenflügel gründlich mit kaltem Wasser ab. Reiben Sie sie dabei leicht ab, um letzte Rückstände der Haut zu entfernen. Schneiden Sie die Flügel anschließend in jeweils zwei handliche Teile.
Legen Sie die Fischstücke in einen Topf mit kaltem Wasser. Geben Sie die Pfefferkörner, einen Teelöffel Salz, die Lorbeerblätter, den Essig und den Thymianzweig hinzu. Bringen Sie das Wasser zum Kochen und lassen Sie den Rochen anschließend bei kleinster Hitze für etwa 15 Minuten sanft gar ziehen, ohne dass es kocht.
Während der Fisch gart, lassen Sie die Butter ganz langsam in einem Topf schmelzen. Hacken Sie die Petersilie fein und pressen Sie die Zitrone aus. Sobald die Butter geschmolzen ist (sie darf leicht bräunen, um ein nussiges Aroma zu entwickeln), geben Sie die abgetropften Kapern, zwei Teelöffel Zitronensaft und die Hälfte der Petersilie hinzu und nehmen Sie die Sauce vom Herd.
Nehmen Sie den Rochen vorsichtig aus dem Sud und tupfen Sie ihn mit Küchenpapier gut trocken. Richten Sie die Stücke auf Tellern an, übergießen Sie sie großzügig mit der heißen Kapernbutter und bestreuen Sie das Ganze mit der restlichen frischen Petersilie.
Bon appétit!
Diese Zubereitungsart ist im Finistère sehr beliebt, da sie den Eigengeschmack der fangfrischen Encornets (kleine Tintenfische oder Kalmare) perfekt unterstreicht und ganz einfach und schnell gemacht ist.
Das Geheimnis liegt in der relativ hohen Hitze und der sehr kurzen Garzeit, damit die Encornets zart bleiben.
800 g bis 1 kg Encornets (geputzt, Tuben in Ringe geschnitten, Tentakel ganz lassen)
Olivenöl zum Braten
Salz und frisch gemahlener Pfeffer
Optional: Ein Spritzer Zitronensaft oder ein Schuss trockener Weißwein zum Ablöschen
Tupfen Sie die gewaschenen Tintenfischstücke mit Küchenpapier extrem trocken. Das ist der wichtigste Schritt, damit der Tintenfisch in der Pfanne brät und nicht im eigenen Saft schmort.
Erhitzen Sie das Olivenöl in einer großen Pfanne, bis es richtig heiß ist.
Geben Sie die geschnittenen Encornets hinein. Braten Sie sie unter ständigem Rühren bei großer Hitze für 2 Minuten, bis sie eine leichte Bräunung annehmen. Würzen Sie währenddessen mit der Persillademischung (Knoblauch-Petersilien-Mischung, in der Bretagne in jedem Supermarkt erhältlich). Zusätzlich können Sie nach Geschmack mit Salz und Pfeffer würzen.
Wer mag, löscht das Ganze nun schnell mit einem Spritzer Zitronensaft oder einem Schluck Weißwein ab, um die Röststoffe vom Pfannenboden zu lösen.
Wichtig ist wirklich, dass die Encornets nicht zu lange in der Pfanne bleiben, denn dann werden sie zäh wie Kaugummi.
Als Beilage eignet sich einfach ein frisches Baguette mit dem man den leckeren Sud auftunken kann oder ein dunkles Buchweizenbrot, mit Salzbutter bestrichen.
Die Cotriade, oft auch „Cotriade Bretonne“ genannt, ist ein absoluter Klassiker. Ihr Geheimnis liegt in der Vielfalt: Traditionell sollten mindestens sechs verschiedene Atlantik-Fischsorten verwendet werden. Ihrer Phantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt; auch Muscheln und Krustentiere bereichern dieses Gericht hervorragend.
Die Cotriade ist ein kulinarisches Wahrzeichen der bretonischen Küste. Ihr Name leitet sich vom bretonischen Wort kaoteriad ab, was schlicht „Inhalt eines Topfes“ oder „Kesselinhalt“ bedeutet.
Früher wurde dieses Gericht von den Seeleuten direkt an Bord zubereitet. Sie verwendeten dafür die sogenannte „godaille“ – jenen Teil des Fangs, der nicht verkauft wurde und nach der Fischerei unter der Mannschaft aufgeteilt wurde. In geselliger Runde wurde die Cotriade dann auf den Booten gegessen.
Heute verkörpert sie die Großzügigkeit und Authentizität der Bretagne. Man kann sie als eine Art „bretonische Bouillabaisse“ betrachten: einfach, aromatisch und ein Fest für die Reichtümer des Meeres sowie die bretonische Lebensart.
Fisch & Meeresfrüchte: 1000 g fangfrischer Atlantik-Fisch (z. B. Seeteufel, Dorade, Rotbarbe, Seezunge, Congre).
Gemüse: 300 g Zwiebelwürfel, 300 g Lauchwürfel, 3 Knoblauchzehen und 500 g Kartoffeln.
Für den Fond: 2 ½ l Wasser, grobes Meersalz, Lorbeer, Thymian und Petersilie.
Für die Vinaigrette: Schalotten, 5 EL Weißweinessig, 1 TL Dijon-Senf, 3 EL Olivenöl und weißer Pfeffer.
Beilage: Ein Baguette und 50 g Butterschmalz zum Rösten.
Geben Sie die Zwiebeln, den Lauch, Knoblauch und die Kräuter in kochendes, leicht gesalzenes Wasser. Fügen Sie Fischabschnitte oder Karkassen hinzu und lassen Sie alles etwa 20 Minuten auf kleiner Flamme köcheln. Nach den ersten 10 Minuten kommen die gewürfelten Kartoffeln hinzu.
Geben Sie die geputzten und in Stücke geschnittenen Fische sowie die Muscheln und Krustentiere (weitgehend ohne Schale) in die Brühe. Lassen Sie alles zusammen für weitere 5 bis 10 Minuten auf sehr kleiner Flamme ziehen.
Bereiten Sie aus den Schalotten, Essig, Senf, Öl und Pfeffer eine kräftige Vinaigrette zu. Rösten Sie die Baguettescheiben im Butterschmalz goldgelb an.
Die Cotriade wird in zwei Gängen serviert:
Die Suppe: Gießen Sie den durchgesiebten Fond über die gerösteten Baguettescheiben in tiefen Tellern.
Der Fisch: Richten Sie den abgetropften Fisch und die Kartoffeln auf einer separaten Platte an.
Die persönliche Note: Jeder Gast träufelt sich die Vinaigrette nach eigenem Geschmack am Tisch über den Fisch.
Eine gute Fischsuppe steht und fällt mit der Auswahl der Fische. Diese werden vor dem Kochen zerkleinert, um ihr volles Aroma an den Fond abzugeben.
Fisch: 3 kg Fisch (z. B. Lippfisch/Vieille, Meeraal/Congre...).
Gemüse: 4 Zwiebeln, 5 Stangen Lauch, 1 Fenchelknolle, 1 Stange Sellerie und 2 Knoblauchzehen.
Aromen: 30 g Tomatenmark, 1 Bouquet Garni (Thymian), Olivenöl und Safran.
Würze: Salz und Pfeffer.
Begleiter: auf Wunsch Herzmuscheln (Coques), eine Baguette und Sauce Rouille.
Schälen und schneiden Sie das Gemüse grob. Lassen Sie zuerst die Zwiebeln in einem großen Topf mit Olivenöl glasig dünsten. Geben Sie dann den Lauch, den Sellerie, den Fenchel und eine Knoblauchzehe hinzu. Rühren Sie das Tomatenmark unter.
Zerkleinern (zerstoßen) Sie die Fische und geben Sie diese zusammen mit den restlichen Zutaten in den Topf. Bedecken Sie alles knapp mit Wasser, fügen Sie die Gewürze hinzu und lassen Sie die Suppe für zwei Stunden bei schwacher Hitze köcheln.
Reiben Sie die Baguette mit einer Knoblauchzehe ein und schneiden Sie sie in 1 bis 2 cm dicke Scheiben. Rösten Sie die Scheiben auf einem Rost im heißen Ofen für etwa 5 Minuten goldbraun.
Sobald Fisch und Gemüse gar sind, drehen Sie alles durch eine Flotte Lotte (Gemüsemühle). Pressen Sie so fest wie möglich, um ein Maximum an Saft und Fleisch zu gewinnen. Die festen Rückstände (Karkassen) werden entsorgt.
Servieren Sie die Suppe dampfend heiß in Schalen. Der Clou für den "Gourmet-Faktor": Mit Sauce Rouille bestrichene Croutons, die direkt in der Suppe oder dazu genossen werden.
Bon appétit!
Die „Rouille“ (französisch für Rost) ist die Seele jeder Fischsuppe. Sie verleiht dem Gericht nicht nur eine wunderschöne Farbe, sondern auch die nötige aromatische Schärfe. Dieses Rezept nutzt eingeweichtes Brot für die authentische Bindung und Fischfond für den ultimativen Geschmack.
2–3 frische Knoblauchzehen
2 Eigelb (sehr frisch, zimmerwarm)
1 EL Dijon-Senf (hilft bei der Bindung und gibt Struktur)
1 Scheibe weißes Brot (vom Vortag, ohne Rinde)
Etwas heiße Fischsuppe oder Fond (zum Einweichen des Brotes)
150–200 ml mildes Olivenöl (Extra Vierge, aber nicht zu kräftig im Geschmack)
Gewürze: Eine gute Prise Safranfäden, Paprikapulver (edelsüß oder geräuchert), Piment d'Espelette oder Cayennepfeffer, Salz.
Ein Spritzer Zitronensaft
Weichen Sie das Brot in einer kleinen Schale mit etwas heißer Fischsuppe ein, bis es weich ist. Drücken Sie die überschüssige Flüssigkeit leicht aus. In einer kleinen separaten Schale lassen Sie die Safranfäden in ein paar Tropfen Zitronensaft kurz ziehen, um die Farbe zu intensivieren.
Zerdrücken Sie die Knoblauchzehen mit einer Prise Salz in einem Mörser (oder im Mixer), bis eine feine Paste entsteht. Geben Sie das eingeweichte Brot, die Eigelbe, den Senf, das Paprikapulver und den eingeweichten Safran hinzu. Vermengen Sie alles zu einer glatten, homogenen Masse.
Gießen Sie nun das Olivenöl zunächst tropfenweise unter ständigem Rühren (oder bei laufendem Mixer) hinzu. Sobald die Masse zu binden beginnt, können Sie das restliche Öl in einem sehr dünnen, stetigen Strahl einfließen lassen. Die Sauce sollte cremig und leicht dickflüssig werden.
Schmecken Sie die Rouille mit Salz und Piment d'Espelette ab. Stellen Sie die Sauce für mindestens 30 Minuten in den Kühlschrank. Diese Ruhezeit ist entscheidend, damit sich die Aromen von Knoblauch und Safran perfekt miteinander verbinden können.
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