Infos für den Frankreichurlaub

Anreise mit dem PKW

Historischer Renault 4 auf der Île Tudy, Finistère Süd, Bretagne

Autopanne in Frankreich: Das müssen Sie beachten

Eine Autopanne ist immer stressig und verdirbt den entspannten Start in den Urlaub. In Frankreich gibt zusätzlich einige wichtige Regeln, die beachtet werden müssen:

 

1. Der Sonderfall Autobahn

 

Auf französischen Autobahnen haben private Pannendienste keinen Zutritt. Hier herrscht ein staatliches Monopol. Private Dienste wie der ADAC dürfen Sie hier nicht direkt abholenEs dürfen nur vom Staat lizenzierte Unternehmen arbeiten.

  • Die Notrufsäule (Borne d'appel): Alle 2 km finden Sie eine orangefarbene Säule. Ein Knopfdruck verbindet Sie direkt mit der Autobahn-Leitstelle.

  • NEU & Empfohlen: Die App „SOS Autoroute“: 2026 ist dies der Standardweg. Wenn Sie die App auf dem Smartphone haben, können Sie den Notruf per Klick absetzen. Der große Vorteil: Ihre GPS-Koordinaten werden sofort präzise übermittelt – das spart mühsame Erklärungen am Telefon.

  • Der Ablauf: Ein lizenzierter Abschleppdienst bringt Sie zum nächsten Parkplatz oder in eine Werkstatt. Erst von dort aus kann Ihr Automobilclub (ADAC, ÖAMTC, TCS) die weitere Hilfe übernehmen.

 

2. Kosten & Gebühren 2026

 

Die Tarife für das Abschleppen auf Autobahnen sind gesetzlich festgeschrieben und wurden für 2026 angepasst:

  • Einfacher Abschleppdienst bis 1,8 t:  151 €, über 1,8 t: 186,72   (Tagestarif, Mo–Fr 8:00–18:00 Uhr). 

  • Nacht-, Wochenend- & Feiertagstarif: Aufschlag von 50 %

  • Hinweis: Diese Kosten müssen Sie vor Ort (bar oder Karte) leisten. Bewahren Sie die Quittung unbedingt auf für die eventuelle Erstattung durch Ihren Club oder Ihre Versicherung.

 

3. Hilfe rufen (Außerhalb der Autobahn)

 

Auf Landstraßen oder in Städten können Sie die Hilfe frei wählen und auch direkt Ihren Automobilclub kontaktieren. Die meisten Clubs arbeiten mit französischen Partnern zusammen, die Sie dann vor Ort abschleppen oder direkt helfen:

  • ADAC Notruf (aus Frankreich): 📞 +49 89 22 22 22

  • ÖAMTC (Österreich): 📞 +43 1 25 120 00

  • TCS (Schweiz): 📞 +41 58 827 22 20

  • Allgemeiner Notruf: 📞 112 (falls Gefahr im Verzug ist, z. B. mitten auf einer Kreuzung).

4. Französische Assistenz-Dienste

Sollten Sie keine Mitgliedschaft in einem Club haben, sind dies die größten Partner vor Ort (oft auch über Ihre Kfz-Versicherung/Schutzbrief erreichbar):

  • Mondial Assistance (Allianz): 📞 +33 1 42 99 03 95

  • IMA (Inter Mutuelles Assistance): 📞 +33 5 49 34 53 78

 

5. Richtiges Verhalten bei einer Panne

  1. Warnblinkanlage einschalten.

  2. Warnweste anlegen, bevor Sie das Fahrzeug verlassen (gilt für alle Insassen!).

  3. Hinter der Leitplanke in Sicherheit bringen.

  4. Das Aufstellen eines Warndreiecks ist auf Autobahnen in Frankreich nicht vorgeschrieben, wenn dies den Fahrer gefährden würde. Sicherheit geht vor!


Autounfall in Frankreich: Richtiges Verhalten

Ein Unfall im Ausland ist eine Stresssituation. In Frankreich gibt es spezifische Regeln und digitale Hilfsmittel, die Ihnen die Abwicklung erleichtern.

 

1. Sofortmaßnahmen & Absicherung

 

In Frankreich ist die Sicherheit an der Unfallstelle oberste Priorität:

  • Warnwesten-Pflicht: Bevor jemand das Fahrzeug verlässt, muss die Warnweste angelegt werden. Dies gilt strikt für alle Insassen, die aussteigen.

  • Warndreieck: Stellen Sie es mindestens 30 Meter hinter dem Fahrzeug auf (außer auf Autobahnen, wenn die Aufstellung Sie selbst gefährden würde – dort hat die Eigensicherung Vorrang).

  • Notruf: Wählen Sie die 112. Seit 2025 übermitteln moderne Smartphones bei diesem Anruf in Frankreich automatisch Ihren Standort via AML (Advanced Mobile Location) an die Rettungsleitstelle.

 

2. Polizei: Wann ist sie nötig?

  • Bagatellschaden: Bei reinem Blechschaden kommt die Polizei in Frankreich meist nicht zur Unfallstelle. Die Fahrer müssen den Schaden untereinander regeln.

  • Pflicht: Die Polizei (17) muss gerufen werden bei:

    • Personenschäden (Verletzte).

    • Fahrerflucht des Gegners.

    • Verdacht auf Alkohol oder Drogen beim Unfallgegner.

    • Massiver Behinderung des Verkehrs.

3. Die Dokumentation: Papier oder App?

 

Das wichtigste Dokument ist der Europäische Unfallbericht (Constat Amiable d’Accident Automobile).

  • Klassisch (Papier): Füllen Sie das zweisprachige Formular gemeinsam mit dem Gegner aus. Unterschreiben Sie nur, wenn Sie die Skizze und den Hergang exakt so akzeptieren. Folgendes wird eingetragen: Daten der beteiligten Fahrzeuge und Fahrer, Versicherungsdaten, Unfallort und -zeit, Skizze des Unfallhergangs, Genaue Beschreibung der Schäden

  • Tipp: Sie sollten immer einen ausgedruckten Europäischen Unfallbericht im Auto dabei haben – auf Deutsch und Französisch. Beide Fahrer füllen gemeinsam je ein Exemplar aus und unterschreiben. Hier können Sie den Europäischen Unfallbericht als PDF herunterladen (mehrsprachig, kostenlos): Download Europäischer Unfallbericht (ADAC)

  • NEU 2026: Die „e-constat“ App: In Frankreich nutzen Einheimische fast nur noch die offizielle App „e-constat auto“.

    • Tipp für Touristen: Sie können den Unfall mit der App digital melden. Die App führt Sie Schritt für Schritt durch die Fotos und die Skizze. Die Daten werden direkt an die Versicherungen übermittelt.

    • Hinweis: Wenn Sie unsicher sind, bestehen Sie auf das Papierformular, da Sie hier in Ruhe die deutsche Übersetzung gegenlesen können.

 

4. Beweise sichern

 

Verlassen Sie sich nicht nur auf den Bericht. Inzwischen ist die Foto-Dokumentation für Versicherungen entscheidend:

  • Fotografieren Sie die Endstellung der Fahrzeuge.

  • Fotografieren Sie die Kennzeichen und die Plaketten an der Windschutzscheibe des Gegners.

  • Notieren Sie Namen und Telefonnummern von Zeugen (Passanten oder andere Autofahrer).

 

5. Versicherung und gegebenenfalls Mietwagenfirma informieren

     

Nach dem Ausfüllen des Berichts und dem Sichern der Beweise sollten Sie:

  • Ihre Versicherung informieren
  • Ggf. die Mietwagenfirma benachrichtigen

 

6. Wichtige Besonderheiten in Frankreich

  • Schuldanerkenntnis: Unterschreiben Sie niemals ein Dokument, in dem Sie die alleinige Schuld anerkennen (Sie leisten für nichts eine Unterschrift, außer im Unfallbericht für die reine Darstellung der Fakten).

  • Rechtsberatung: Sollte es zu einem Rechtsstreit kommen, gilt französisches Verkehrsrecht. Da die Schadensabwicklung in Frankreich oft länger dauert als in Deutschland, ist eine Verkehrsrechtsschutz-Versicherung für Frankreich-Urlauber sehr ratsam, um im Zweifelsfall rechtlich beraten zu werden.

Europäischer Verkehrsunfallbericht/ Constat Amiable d’Accident Automobile

Europäischer Verkehrsunfallbericht/ Constat Amiable d’Accident Automobile


Tanken in Frankreich (Stand 2026)

Tanken ist in Frankreich ein Erlebnis der Gegensätze: von hypermodernen Autobahnstationen bis hin zu günstigen Automaten-Tankstellen im ländlichen Raum.

1. Wo tankt man am günstigsten?

  • Supermärkte: Die mit Abstand günstigsten Preise finden Sie bei den großen Ketten wie Leclerc, Carrefour, Intermarché oder Super U. Diese Tankstellen befinden sich meist auf den Parkplätzen der Einkaufszentren.

  • Autobahnen: Meiden Sie das Tanken auf der Autobahn, wenn möglich. Der Preisunterschied kann 2026 bis zu 20 bis 30 Cent pro Liter betragen.

  • Preis-Check online: Die offizielle Seite www.prix-carburants.gouv.fr ist weiterhin die beste Quelle.

    • Tipp: Nutzen Sie Apps wie „GasolinNow“ oder „Essence&Co“, die diese Daten direkt auf einer Karte und in deutscher Sprache anzeigen.

2. Kraftstoffbezeichnungen (Wichtig!)

Achten Sie auf die EU-weit einheitlichen Symbole an den Zapfsäulen:

  • E5 / E10 (Kreis): Bleifreies Benzin (Sans Plomb 95/98). SP95-E10 ist der Standard in Frankreich.

  • B7 (Quadrat): Diesel (Gazole).

  • GPL (Raute): Autogas/LPG. Flächendeckend erhältlich. Frankreich nutzt den DISH-Adapter (Italien-Adapter).

  • AdBlue: Viele Tankstellen bieten inzwischen AdBlue-Zapfsäulen direkt neben dem Diesel an.

3. Bezahlen am Automaten (24/24)

Viele Tankstellen (besonders bei Supermärkten) haben kein Personal mehr und funktionieren rund um die Uhr als „24/24“-Automaten.

  • Kartenakzeptanz 2026: Frühere Probleme mit deutschen Karten sind fast vollständig gelöst. Moderne Debit- und Kreditkarten (Visa/Mastercard) werden problemlos akzeptiert.

  • Wichtig – Der „Kautions-Block“: Wenn Sie am Automaten tanken, reserviert das System vorab oft einen Pauschalbetrag (meist 120 € bis 150 €) auf Ihrem Konto, um die Bonität zu prüfen. Keine Sorge: Abgebucht wird nur der tatsächliche Tankbetrag. Der geblockte Restbetrag wird meist innerhalb weniger Minuten (manchmal erst nach 1–2 Tagen) wieder freigegeben.

  • Ablauf: Karte einstecken ➔ PIN eingeben ➔ Kraftstoff wählen ➔ Tanken ➔ Quittung anfordern.

Französisch Zapfsäulen an der Tankstelle des Leclerc Supermarktes

Französische Zapfsäule am Leclerc Supermarkt

⛽ Kraftstoffbezeichnungen in Frankreich (Stand 2026)

 

Damit Sie an der Zapfsäule nicht zum falschen Schlauch greifen, finden Sie hier die französischen Begriffe und die dazugehörigen EU-Symbole:

 

Kraftstoff Französische Bezeichnung EU-Symbol
Super Plus (98) SP98 (Sans Plomb 98) E5 (im Kreis)
Super (95) SP95 (Sans Plomb 95) E5 (im Kreis)
Super E10 SP95-E10 (Standard-Benzin) E10 (im Kreis)
Diesel Gazole / Gasoil / Diesel B7 (im Quadrat)
Autogas (LPG) GPL (Gaz de pétrole liquéfié) LPG (in der Raute)
Erdgas (CNG) GNV (Gaz naturel pour véhicules) CNG (in der Raute)
Flüssigerdgas GNL (Gaz naturel liquéfié) LNG (in der Raute)

 

Hier können Sie die tagesaktuellen Bezinpreise in Frankreich sehen

 

Geben Sie einfach Ihren Wunschort ein und die aktuellen Benzinpreise werden Ihnen angezeigt.


Mit dem E-Auto in die Bretagne (Stand 2026)

Frankreich gehört 2026 zu den e-mobilsten Ländern Europas. Auch in der Bretagne finden Sie heute selbst in kleineren Küstenorten zuverlässige Lademöglichkeiten.

1. Das Ladestellennetz: Dicht und zuverlässig

  • Flächendeckend: In der Bretagne finden Sie an fast jedem größeren Supermarkt (E.Leclerc, Super U, Lidl, Carrefour) Schnellladestationen (DC).

  • Auf dem Land: Viele Gemeinden in der Bretagne haben über das regionale Netz SDE22, SDE35, SDE29 oder SDE56 Ladesäulen auf Dorfplätzen installiert. Diese sind ideal, um das Auto während eines Restaurantbesuchs oder Spaziergangs langsam (AC) zu laden.

  • Autobahnen & Schnellstraßen: Die Raststätten an den bretonischen Schnellstraßen (die in der Bretagne mautfrei sind!) sind 2026 zu 100 % mit Schnellladern (High Power Charger) ausgerüstet.

2. Zugang & Bezahlung: Einfacher als früher

  • Bankkarte (Direktzahlung): Seit 2025 müssen alle neuen öffentlichen Ladestationen in der EU (und somit auch in Frankreich) kontaktlose Kartenzahlung (Visa/Mastercard) ermöglichen. Sie benötigen also nicht mehr zwingend eine spezielle App oder Ladekarte.

  • Ladekarten-Klassiker: Dennoch sind Ladekarten oft günstiger. Chargemap bleibt der Marktführer in Frankreich, aber auch deutsche Karten wie EnBW mobility+ oder Shell Recharge haben eine hervorragende Abdeckung in der Bretagne.

  • Tesla Supercharger: Diese sind 2026 fast alle auch für Fremdfabrikate offen und bieten in der Bretagne (z. B. in Lorient, Brest oder Rennes) sehr verlässliche Schnellladepunkte.

3. Steckertypen & Leistung

  • Typ 2 (AC): Standard für langsames Laden (bis 22 kW).

  • CCS (DC): Standard für Schnellladung (meist 150 kW bis 350 kW) an den Hauptverkehrsachsen.

  • Wichtig: Bringen Sie für die AC-Säulen in den Dörfern unbedingt Ihr eigenes Typ-2-Kabel mit – an diesen Säulen ist meist kein Kabel fest installiert.

4. Kosten-Check 2026

  • Nicht mehr kostenlos: Das früher übliche kostenlose Laden während des Einkaufs bei Lidl oder E.Leclerc gibt es 2026 kaum noch. Die Preise sind jedoch oft moderat, wenn man eine Kundenkarte des jeweiligen Marktes besitzt oder deren App nutzt.

  • Preise: Rechnen Sie 2026 mit ca. 0,40 € bis 0,55 € pro kWh an AC-Säulen und 0,55 € bis 0,75 € an DC-Schnellladern.

5, App-Empfehlung

  •  Nutzen Sie Chargemap oder A Better Route Planner (ABRP). In der Bretagne ist auch die App "OUEST CHARGE" sehr hilfreich, da sie viele lokale Säulen in Westfrankreich bündelt. Weitere Apps untenstehend.
E-Auto an Ladesäule

 

 

Hier finden Sie Ladestationen:

 

Chargemap (frankreichweit und sehr beliebt, viele Nutzerbewertungen)

📍https://chargemap.com/map

Sehr benutzerfreundlich, ideal für die Reiseplanung in der Bretagne.

 

✅ Mobive (regionaler Betreiber in der Bretagne und Umgebung)

 📍 https://www.mobive.fr/

 Betreiber vieler öffentlicher Ladestationen in der Region Finistère, auch in kleinen Orten. Direkt zur Karte: 📍 https://mobive.fr/trouver-une-borne/

 

 ✅ PlugShare (international, mit Community-Bewertungen) 

📍 https://www.plugshare.com/fr

Sehr gut zur Suche nach privaten oder schwer auffindbaren Ladepunkten.

  

✅ ABRP – A Better Routeplanner (für die Routenplanung mit dem E-Auto)

 📍 https://abetterrouteplanner.com/

 Ideal zur Streckenplanung – inklusive Ladepausen, Verbrauch und Ladezeiten.

  

✅ Shell Recharge / NewMotion

 📍https://www.shell.fr/professionnels/nouvelles-energies/recharge-electrique/localiser-une-borne.html

 Zeigt viele Schnelllader und Partnernetzwerke an (u. a. Ionity, TotalEnergies). 

 

 ✅ TotalEnergies Ladepunkte (besonders an Hauptstraßen & Tankstellen)

 📍https://services.totalenergies.fr/particuliers/energies-vehicules/electrique-rechargeable/trouver-une-borne-de-recharge-en-station-totalenergies 


Télépéage: Der "Türöffner" für Frankreichs Autobahnen (2026)

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Einfahrt in die Télépéage Spur einer Mautstation

Das französische Autobahnnetz wird von mehreren regionalen Betreibergesellschaften verwaltet. Nur im Elsass und in der Bretagne ist die Autobahnbenutzung historisch bedingt kostenfrei.

 

Wer schon einmal im Sommer vor einer Mautstelle im Stau stand, weiß den Télépéage-Badge zu schätzen. Dieses kleine Gerät (Transponder) an der Windschutzscheibe macht Schluss mit dem Suchen nach Kleingeld oder der Kreditkarte.

1. Wie funktioniert es?

Sie bringen einen kleinen Badge hinter dem Rückspiegel an. Wenn Sie auf eine Mautstation zufahren, wählen Sie die mit einem orangenen „t“ gekennzeichnete Spur.

  • Der Vorteil: In den speziellen "t 30"-Spuren müssen Sie nicht einmal mehr anhalten. Die Schranke öffnet sich automatisch, während Sie mit 30 km/h hindurchrollen. Ein kurzes "Piep" bestätigt die Erfassung.

  • Abrechnung: Alle Gebühren werden gesammelt einmal im Monat bequem von Ihrem hinterlegten Bankkonto oder Ihrer Kreditkarte abgebucht.

2. Wo gilt die Mautbox?

  • Landesweit: Auf allen Autobahnen in Frankreich.

  • Brücken & Tunnel: Auch am Viadukt von Millau oder der Pont de Normandie.

  • Parkhäuser: Über 1.000 Parkhäuser (gekennzeichnet mit dem „t“) in Städten oder an Flughäfen akzeptieren den Badge – die Parkgebühr erscheint einfach auf Ihrer Maut-Rechnung.

  • Free Flow: Selbstverständlich erkennt das neue "Free Flow"-System Ihren Badge automatisch, Sie müssen hier gar nichts weiter tun.

3. Anbieter für deutsche Urlauber

Sie müssen kein Franzose sein, um diesen Service zu nutzen. Beliebte Anbieter, die den Badge direkt nach Deutschland schicken, sind:

  • Bip&Go: Sehr beliebt für Gelegenheitsfahrer. Im Tarif „A la Carte“ zahlen Sie die Servicegebühr (ca. 1,90 €) nur in den Monaten, in denen Sie den Badge auch wirklich nutzen. BipandGo hat eine deutsche Seite, hier kann jeder bequem nachlesen, wie das System funktioniert und wie abgerechnet wird:

    https://www.bipandgo.com/de/

  • Fulli: Ein großer französischer Anbieter mit oft günstigen Einstiegsangeboten.

  • ADAC / maut1.de: Deutsche Anbieter, die oft Kombi-Boxen anbieten, die auch in Italien, Spanien oder Portugal funktionieren.

Télépéage mit BIPandGO  Fotos © BIP and GO

Flux Libre - Neues Mautsystem in Frankreich

Wichtiger Reisetipp für Autofahrer 2026: Neues Mautsystem: Flux Libre

 

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Das neue französische Mautsystem „Péage en flux libre“ (frei übersetzt: „Maut im freien Fluss“) ist ein innovatives System, das den klassischen Mautstellenverkehr ersetzt. Ziel ist es, den Verkehrsfluss zu verbessern, Staus zu vermeiden und die Fahrt komfortabler zu gestalten. Autofahrer müssen dabei nicht mehr anhalten, um an Schranken zu bezahlen. Stattdessen werden Kennzeichen oder Mautboxen wie zum Beispiel BIP and GO automatisch erfasst – die Abrechnung erfolgt digital.

 

Achtung! Bei Erkennung über das Kennzeichen, wenn kein Badge (wie BIP and GO) verwendet wird, muss die Zahlung innerhalb von 72 Stunden nach der Durchfahrt erfolgen:

https://paiement.aliae.com/fr/ (A79)https://www.sanef.com/(A13/A14/A4), Atosca (A69), oder an Terminals auf den Raststätten der jeweiligen Strecke.

 

Automatische Lösung: Wer eine Mautbox (z.B. Bip&Go) an der Windschutzscheibe hat, muss nichts tun – die Box wird beim Unterfahren der Portale automatisch registriert, genau wie an normalen Mautstellen.

 

Viele Urlauber übersehen die Hinweisschilder, versäumen die Zahlungsfrist und warten auf eine Rechnung per Post – das ist ein fataler Fehler:

2026 sind die Behörden strenger geworden: Wer die 72 Stunden verstreichen lässt, erhält einen Bescheid über die Maut plus eine Strafgebühr von 90 €. Zahlt man diese innerhalb von 15 Tagen, reduziert sich die Strafe auf 10 € (zzgl. der Maut).

 

Aktuell eingerichtete Abschnitte mit Mautsystem „Flux Libre“ (Stand März 2026)

 

Entlang der Autobahn werden Schilder stehen, die Sie darüber informieren, dass Sie auf einer Autobahn mit Flux Libre Maut fahren, und die Sie über die Zahlungsmethoden Ihrer Fahrtstrecke informieren.

Das System der schrankenlosen Autobahn wächst schnell:

  • A79 (Allier): Die 88 km lange Strecke zwischen Montmarault und Digoin war der Pionier und läuft seit Ende 2022 komplett schrankenlos.

  • A13 & A14 (Axe Paris–Normandie): Dies ist das größte Projekt. Seit Dezember 2024 sind die gesamten 210 km zwischen Paris und Caen komplett umgerüstet. Alle 14 ehemaligen Mautbarrieren wurden abgebaut.

  • A4 – Ausfahrt 36 (Boulay-Moselle): Dieser einzelne Abschnitt bei Metz dient weiterhin als schrankenlose Ausfahrt.

  • A69 (Toulouse–Castres): (Neu 2026) Diese neue Autobahnverbindung wurde Anfang 2026 eröffnet und ist von Beginn an als reines „Flux Libre“-System konzipiert.

  • A412 (Mably–Thonon): (Neu 2026) Die neue „Autobahn des Chablais“ am Genfer See ist ebenfalls seit kurzem mit dem schrankenlosen System in Betrieb.

Karte der französischen Autobahnen mit Flux Libre Mautsystem

Französische Verkehrsschilder - wichtige Bezeichnungen

  • Toutes Directions = Alle Richtungen (hilfreich, wenn man den Ortsnamen gerade nicht parat hat).

  • Rappel = Erinnerung / Wiederholung (weist darauf hin, dass ein Tempolimit weiterhin gilt).

  • Ralentir = Geschwindigkeit reduzieren / Langsam fahren.

  • Centre Ville = Stadtmitte / Zentrum.

  • Déviation = Umleitung.

  • Passage interdit = Durchfahrt verboten.

  • Serrez à droite = Rechts halten.

  • Vous n'avez pas la priorité = Sie haben keine Vorfahrt.

  • Fin d'interdiction de dépasser = Ende des Überholverbots.

  • BIS = Ferien-Nebenstrecke (oft weniger stauanfällig als die Autobahn).

  • Sauf Riverains = Anlieger frei.

  • Sauf Vélos = Radfahrer ausgenommen (wichtig bei Einbahnstraßen, die für Radler oft in beide Richtungen offen sind).

 

🆕 Neu & Wichtig für 2026:

 

1. Die weiße Raute auf blauem Grund (Voie de Covoiturage)

Dieses Schild ist 2026 in fast allen Metropolen (Paris, Lyon, Straßburg, Grenoble etc.) zu finden.

  • Bedeutung: Diese Fahrspur ist reserviert für Fahrgemeinschaften (mind. 2 Personen im Auto), E-Autos (mit Crit’Air 0 Sticker) und Taxis.

  • Vorsicht: Wer alleine im Auto auf dieser Spur fährt, wird von speziellen Wärmebild-Kameras erfasst. Das Bußgeld beträgt 135 €.


🇫🇷 Besonderheiten im französischen Straßenverkehr (Stand 2026)

 

Damit Ihr Urlaub entspannt bleibt, sollten Sie die folgenden Regeln beachten, die sich teilweise deutlich von den deutschen Bestimmungen unterscheiden:

 

1. Kraftstoff im Reservekanister

 

In Frankreich ist die Mitnahme von Kraftstoff in Reservekanistern strenger geregelt:

  • Es darf maximal ein Kanister mit höchstens 10 Litern Inhalt mitgeführt werden (in Deutschland sind es bis zu 20 Liter).

  • Wichtig: Auf Fähren (z. B. nach Korsika) oder durch den Eurotunnel ist die Mitnahme von gefüllten Reservekanistern aus Sicherheitsgründen oft komplett untersagt.

 

2. Warnwesten-Pflicht (Standard EN ISO 20471)

 

In jedem Fahrzeug muss mindestens eine reflektierende Warnweste mitgeführt werden.

  • Aktueller Standard: Die Weste muss der Norm EN ISO 20471 entsprechen (die alte Norm EN471 ist zwar oft noch im Umlauf, sollte aber durch die sicherere ISO-Variante ersetzt werden).

  • Regel: Die Weste muss griffbereit im Fahrgastraum liegen (nicht im Kofferraum).

  • Im Ernstfall: Bei einer Panne oder einem Unfall müssen der Fahrer und alle Mitfahrer beim Verlassen des Autos sofort eine Warnweste anlegen. Es ist daher dringend empfohlen, für jeden Insassen eine Weste an Bord zu haben und nicht nur die vorgeschrieben eine Weste.

 

3. Alkohol am Steuer: 0,5-Promille-Grenze

 

Frankreich greift bei Alkoholverstößen hart durch:

  • Allgemeine Grenze: 0,5 Promille.

  • Fahranfänger: Für Fahrer, die ihren Führerschein weniger als drei Jahre haben, gilt eine verschärfte Grenze von 0,2 Promille.

  • Strafen: Ab 0,8 Promille handelt es sich um eine Straftat. Hier drohen Bußgelder bis zu 4.500 €, der sofortige Entzug des Führerscheins und sogar Haftstrafen bis zu zwei Jahren.

 

4. Kinder im Auto

  • Kinder unter 10 Jahren (oder kleiner als 135 cm) müssen zwingend auf dem Rücksitz in einem dem Alter und Gewicht entsprechenden Kindersitz befördert werden.

  • Beifahrersitz: Die Fahrt vorn ist nur erlaubt, wenn die Rückbank bereits mit Kindern unter 10 Jahren voll besetzt ist oder das Auto keine Rücksitze hat. Bei rückwärtsgerichteten Sitzen muss der Airbag deaktiviert sein.

  • Bußgeld: Verstöße kosten ab 135 € (bei schneller Zahlung reduziert auf 90 €).

 

5. Strecken-Radare (Radars Tronçons)

 

"Radars Tronçons" sind weiterhin im Einsatz und wurden 2026 durch moderne KI-gestützte Systeme ergänzt. Diese messen nicht nur Ihre Durchschnittsgeschwindigkeit zwischen zwei Strecken-Punkten, sondern können nun auch gleichzeitig prüfen, ob Sie während der Fahrt das Handy in der Hand halten oder nicht angeschnallt sind.

  • Tipp: Halten Sie über die gesamte Strecke eine gleichmäßige Geschwindigkeit ein. Ein kurzes Abbremsen vor der Kamera hilft hier nicht!


Tempolimits in Frankreich: 80 oder 90 km/h?

Die Geschwindigkeitsregeln auf französischen Landstraßen haben sich in den letzten Jahren stark gewandelt. Während 2018 landesweit 80 km/h als Standard eingeführt wurden, haben die einzelnen Départements seit 2020 wieder die Freiheit, das Limit auf 90 km/h anzuheben.

  • Der aktuelle Stand 2026: Inzwischen ist in über der Hälfte aller Départements auf den Hauptverkehrsstraßen wieder Tempo 90 erlaubt.

  • Wichtig: Es gibt keine einheitliche Regelung mehr! Achten Sie unbedingt auf die Schilder mit der Aufschrift "90". Fehlt ein solches Schild, gelten auf Landstraßen ohne Mitteltrennung weiterhin strikt 80 km/h.

  • Mehrspurige Straßen: Strecken mit zwei Spuren pro Fahrtrichtung (durch Leitplanken oder Mauern getrennt) sind meist generell auf 110 km/h begrenzt.

Unveränderte Standards:

  • Innerorts: 50 km/h.

  • Schnellstraßen (voie express): 110 km/h.

  • Autobahnen (autoroute): 130 km/h.

⚠️ Die "Regen-Regel": Bei Niederschlag oder feuchter Fahrbahn sinken die Limits automatisch: Auf Autobahnen auf 110 km/h, auf Schnellstraßen auf 100 km/h und außerorts auf 70 km/h.


Bußgelder in Frankreich

Unsichtbare Radarkontrollen Früher wurden stationäre Blitzer fast immer durch große Hinweisschilder angekündigt. Achtung: Seit 2025 ist dies kein Standard mehr.

  • Viele moderne „Turm-Radare“ (Radars Tourelles) stehen ohne Vorwarnung am Straßenrand.

  • Zudem kehrt Frankreich 2026 bei einigen Systemen zum sichtbaren Blitz zurück, während viele andere (wie die Infrarot-Säulen) weiterhin völlig unsichtbar blitzen. Sie merken oft erst Wochen später durch den Bußgeldbescheid im Briefkasten, dass Sie erfasst wurden.

Getarnte Messungen und Radar-Autos Neben den bekannten Kontrollen durch Laserpistolen (oft von Brücken oder aus Hecken heraus) setzt Frankreich 2026 verstärkt auf private Radar-Autos. Diese unauffälligen PKW im fließenden Verkehr sind von normalen Autos nicht zu unterscheiden und blitzen während der Fahrt in beide Richtungen.

 

Striktes Verbot von Radarwarnern Die Nutzung und sogar das bloße Mitführen von Geräten, die vor Radaranlagen warnen, ist in Frankreich strengstens untersagt.

  • Radarwarner: Werden beschlagnahmt, es drohen bis zu 1.500 € Bußgeld und im Extremfall die Einziehung des Fahrzeugs.

  • Navigationssysteme & Apps: In Frankreich dürfen keine exakten Standorte von Blitzern angezeigt werden. Erlaubt sind lediglich „Gefahrenzonen“ (Zones de danger). Stellen Sie sicher, dass die Blitzer-Warnfunktion in Ihrem Navi oder Ihrer App für die Fahrt durch Frankreich deaktiviert ist oder auf den legalen Modus umspringt.

Hinweis auf Radarkontrollen, Schild, Frankreich

Diese Radarhinweisschilder sind nicht immer vorhanden

Verkehrsregeln & Bußgelder in Frankreich 2026

 1. Bußgelder 2026 (Wichtige Auszüge)

 

Die neuen KI-gestützten Überwachungssysteme erfassen Verstöße mittlerweile fast fehlerfrei. Hier sind die Kosten bei einem Verstoß:

 

Handy am Steuer: 135 € Auch das Halten in der Hand reicht aus.

Nicht angeschnallt: 135 € Gilt für Fahrer und alle Mitfahrer.

Zu geringer Abstand: 135 € Wird verstärkt auf Autobahnen gemessen.

Rote Ampel überfahren: 135 € Wird oft durch Kombi-Blitzer erfasst.

Überholen über durchgezogene Linie: 135 €

Fehlende Crit’Air Plakette: 68 € In Umweltzonen (ZFE).

 

Geschwindigkeitsüberschreitung unter 20 km/h

Ermäßigt (Zahlung < 15 Tage) Regulär (Zahlung 15-44 Tage) Erhöht (Zahlung > 45 Tage)

Innerorts (Limit ≤ 50 km/h) 90 €, 135 €,  375 €

Außerorts (Limit > 50 km/h) 45 €, 68 €, 180 €

 

Die 15-Tage-Falle: Die Frist für den „Rabatt“ (ermäßigtes Bußgeld) beginnt mit dem Datum des Poststempels auf dem Bescheid. Da die Post nach Deutschland oder Österreich manchmal 7-10 Tage braucht, bleibt den Urlaubern - wenn überhaupt - nur ein winziges Zeitfenster, um die günstige Summe zu zahlen.

 

Zahlung per App: Man kann die Bußgelder am schnellsten über die offizielle App "Amendes.gouv" per Smartphone bezahlen. Das sichert auch Touristen meist den günstigsten Tarif.

 

Toleranzgrenze: Frankreich ist sehr strikt. Die Abzugs-Toleranz bei fest installierten Blitzern beträgt meist nur 5 km/h (bei Geschwindigkeiten unter 100 km/h). Wer also mit 86 km/h bei erlaubten 80 km/h gemessen wird, ist nach Abzug der Toleranz (81 km/h) bereits voll dabei.

 

Bußgelder 2026 bei Geschwindigkeitsüberschreitungen ab 20 km/h: Die „135-Euro-Zone“ mit versteckten 'Krallen'

Ab 20 km/h zu viel wird es in Frankreich nicht unbedingt sofort teurer, aber die rechtlichen Konsequenzen ändern sich massiv!

Zwischen 20 km/h und 49 km/h zu viel bleibt das Standard-Bußgeld bei 135 € (Pauschalsatz der 4. Klasse). Aber achten Sie auf die Abstufungen bei den weiteren Sanktionen:

 

Fahrverbote für Touristen:

Auch wenn französische Punkte nicht auf deutsche Führerscheine übertragen werden, können die Behörden ab einer Überschreitung von 30 km/h ein Fahrverbot für französisches Staatsgebiet aussprechen:

 

30 – 39 km/h: Ein Fahrverbot von bis zu 3 Jahren ist möglich (wird meist bei Gericht entschieden).

40 – 49 km/h: Hier droht oft die sofortige Sicherstellung des Führerscheins vor Ort durch die Polizei. Der Tourist darf dann in Frankreich kein Auto mehr führen.

 

Achtung bei „großen“ Verstößen 

Seit Ende 2025/Anfang 2026 greift Frankreich bei drastischen Geschwindigkeitsüberschreitungen noch härter durch:

 

Wer mit mehr als 50 km/h über dem Limit erwischt wird, begeht nun direkt eine Straftat (Délit) und keine Ordnungswidrigkeit mehr.

 

Folgen: Bußgelder bis zu 3.750 €, sofortige Beschlagnahmung des Fahrzeugs und sogar Haftstrafen sind theoretisch möglich.

„Super-Blitzer“ / Radar Tourelle

 

Vorsicht: Frankreich hat technisch massiv aufrüstet.

Was die „Super-Blitzer“ 2026 alles können

 

Im Gegensatz zu alten Blitzern, die nur die Geschwindigkeit gemessen haben, nutzt die neue Blitzer-Generation Künstliche Intelligenz (KI) und hochauflösende Kameras. Ein einzelnes Gerät kann bis zu 32 Fahrzeuge gleichzeitig auf bis zu 8 Fahrspuren überwachen – und das über eine Distanz von bis zu 200 Metern.

Dabei werden folgende Verstöße gleichzeitig erfasst:

  • Handy am Steuer: Die KI erkennt, ob der Fahrer ein Telefon in der Hand hält oder am Ohr hat.

  • Sicherheitsgurt: Die Kameras prüfen, ob Fahrer und Beifahrer angeschnallt sind.

  • Sicherheitsabstand: Das System berechnet den Abstand zum Vordermann (besonders auf Autobahnen relevant).

  • Überfahren von Linien: Das Ignorieren von durchgezogenen Linien oder das illegale Befahren von Busspuren wird registriert.

  • Rote Ampeln: Viele dieser Türme stehen an Kreuzungen und überwachen sowohl das Lichtsignal als auch die Geschwindigkeit.

 

Das „Radar Tourelle“ (Säulenradar)

 

Diese Geräte sind leicht zu erkennen: Es sind ca. 4 Meter hohe, graue Säulen mit einem dunklen Fenster oben.

  • Besonderheit: Nicht jede Säule ist „scharf“. Frankreich nutzt ein Rotationsprinzip. Es gibt mehr Säulen als eigentliche Radareinheiten. Da man von außen nicht sieht, ob die Kamera gerade im Gehäuse steckt, wirken alle Säulen abschreckend.

  • 2026er-Update: Ab diesem Jahr wurde die Software flächendeckend aktualisiert, um die oben genannten KI-Funktionen (Gurt, Handy) scharf zu schalten.

 

„Voitures Radars“ – Die unsichtbare Gefahr

 

Ein weiterer Punkt sind die privat betriebenen Radar-Autos.

  • Diese Fahrzeuge sehen aus wie ganz normale PKW (oft VW Golf, Peugeot 308 oder Ford Focus) und werden von privaten Firmen im Auftrag des Staates gefahren.

  • Sie blitzen während der Fahrt (aus dem fließenden Verkehr heraus) in beide Richtungen, ohne dass ein Blitz sichtbar ist (Infrarot).

  • Stand 2026: Diese Autos sind mittlerweile in fast allen Regionen Frankreichs rund um die Uhr im Einsatz.

Für Touristen ist wichtig zu wissen, dass die Strafen in Frankreich oft höher sind als in Deutschland:

  • Handy oder Gurt: Jeweils 135 €.

  • Abstandsunterschreitung: Ebenfalls 135 €.

  • Kumulierung von Strafen: Das System kann theoretisch mehrere Strafzettel gleichzeitig ausstellen. Wer also zu schnell fährt, dabei telefoniert und nicht angeschnallt ist, bekommt drei separate Bescheide.

Vorsicht! Die „Toleranzgrenzen“ bei diesen digitalen Systemen sind sehr gering. Zudem werden Bußgeldbescheide aus Frankreich seit dem EU-Vollstreckungsabkommen zuverlässig nach Deutschland zugestellt. 


🌿 Die Umweltvignette (Crit’Air)

Frankreich, Umweltzonen, Crit-Air Vignetten

Die verschiedenen Crit-Air Vignetten, © www.certificat-air.gouv.fr/de/

Was 2017 als Pilotprojekt begann, ist heute in fast allen Ballungsräumen Frankreichs Pflicht. Wer ohne die runde Plakette in eine Umweltzone einfährt, riskiert 2026 empfindliche Bußgelder.

1. Wo ist die Vignette Pflicht?

In Frankreich gibt es heute drei Arten von Zonen:

  • ZFE-m (Zone à Faibles Émissions): Feste Umweltzonen, die dauerhaft aktiv sind (z. B. Paris, Lyon, Bordeaux, Straßburg). Seit 2025/2026 müssen alle Städte über 150.000 Einwohner solche Zonen einrichten.

  • ZPA (Zone de Protection de l'Air): Temporäre Zonen, die nur bei Feinstaubalarm aktiviert werden. Diese können ganze Départements betreffen.

  • ZFE-Pass (Neu): In Städten wie Paris oder Bordeaux gibt es inzwischen "ZFE-Pässe" (z. B. 24 Tage pro Jahr), mit denen auch ältere Fahrzeuge ausnahmsweise einfahren dürfen – eine Registrierung vorab ist jedoch Pflicht.

Beschilderung Umweltzonen Frankreich

Beschilderung der Umweltzonen

Rechtzeitig planen: Bestellung und Lieferung

 

Da die Vignette per Post aus Frankreich verschickt wird, sollten Sie ein wenig Vorlaufzeit einplanen.

  • Bearbeitungszeit: Rechnen Sie mit etwa 10 bis 21 Tagen, bis die physische Plakette in Ihrem Briefkasten landet.

  • Die „Rettung“ per E-Mail: Unmittelbar nach der Bestellung (meist innerhalb von 24 Stunden) erhalten Sie eine Bestellbestätigung per E-Mail.

    • Diese E-Mail enthält einen digitalen Nachweis (Faksimile) Ihrer Vignette.

    • Tipp: Drucken Sie diese Bestätigung aus und legen Sie sie ins Auto. Bei einer Kontrolle im Urlaub gilt dieses Dokument als offizieller Ersatz, solange die echte Plakette noch nicht eingetroffen ist.

Kosten der Crit’Air-Vignette (Stand 2026)

Lassen Sie sich nicht von teuren Agenturen täuschen, die oft 20 € oder mehr verlangen. Auf der offiziellen Seite des französischen Umweltministeriums ist die Vignette unschlagbar günstig:

  • Preis: Die Vignette selbst kostet 3,11 €.

  • Versand nach Deutschland: Inklusive Porto für den internationalen Versand zahlen Sie insgesamt 4,61 € (manchmal schwankt der Preis minimal je nach aktuellen Portogebühren bis zu 5,11 €).

  • Zahlung: Die Zahlung erfolgt sicher per Kreditkarte direkt an die französische Behörde.

Offizieller Bestell-Link:

Hier gelangen Sie direkt zur deutschen Version des Portals:

🔗 www.certificat-air.gouv.fr/de/

Crit-Air Vignetten, Bestellung direkt in Frankreich
Karte der französischen Umweltzonen

Die französischen Umweltzonen 

🚫 Wer bekommt keine Crit'Air-Vignette?

 

Fahrzeuge, die vor den folgenden Daten zum ersten Mal zugelassen wurden, gelten als zu schadstoffreich für das Klassifizierungssystem:

  • PKW: Erstzulassung vor dem 01.01.1997.

  • Leichte Nutzfahrzeuge (< 3,5 t): Erstzulassung vor dem 01.10.1997.

  • Motorisierte Zwei-, Drei- und Leicht-Vierräder: Erstzulassung vor dem 01.06.2000.

  • LKW und Busse: Erstzulassung vor dem 01.10.2001.

Crit Air Fahrzeugklassifizierungen

 

Der aktuelle Status 2026

 

Brauchen Touristen die Plakette noch?

 

Ja. Auch wenn über eine Abschaffung debattiert wurde, ist die Crit’Air-Plakette für 2026 weiterhin Pflicht.

 

Obwohl das französische Parlament Anfang 2026 über eine Aufhebung der Zonen beraten hat, sind die bestehenden Regelungen vorerst in Kraft geblieben. Für Touristen gilt: Sobald Sie in eine größere Stadt einfahren, riskieren Sie ohne Plakette ein Bußgeld von 68 €.

  • Keine generelle Abschaffung: Die Zonen wurden nicht ersatzlos gestrichen. Stattdessen wurde das System in zwei Kategorien unterteilt:

    • Strenge Zonen (ZFE): In Ballungsräumen, die Grenzwerte für Luftverschmutzung überschreiten (vor allem Paris und Lyon), gelten weiterhin verschärfte Fahrverbote.

    • Beobachtungsgebiete (Territoires de vigilance): In vielen anderen Städten (wie Straßburg, Marseille oder Rouen) wurden die Regeln gelockert, da sich die Luftqualität verbessert hat. Dort sind die Fahrverbote für neuere Fahrzeuge (z. B. Crit’Air 3) oft ausgesetzt oder zeitlich verschoben worden.

  • Die Plakettenpflicht bleibt: Unabhängig davon, ob ein Fahrverbot für Ihr spezielles Auto gilt, muss die Plakette in fast allen Ballungsräumen über 150.000 Einwohnern am Auto kleben, um den Status des Fahrzeugs bei Kontrollen sofort nachweisen zu können.

Besonderheiten für 2026 (Wichtig für die Reiseplanung)

  • Paris (Großraum): Hier wurde für das Jahr 2026 eine sogenannte "pädagogische Phase" für Fahrzeuge der Klasse Crit’Air 3 (ältere Diesel vor 2011, Benziner vor 2006) verlängert. Das bedeutet: Diese Autos dürfen zwar theoretisch noch fahren, benötigen aber zwingend die Plakette, und es wird verstärkt kontrolliert, um die Fahrer auf kommende Verbote vorzubereiten.

  • Automatisierte Kontrollen: 2026 ist das Jahr, in dem in vielen Städten die Kamera-Überwachung (Kennzeichen-Scanning) flächendeckend scharfgeschaltet wird. "Glück haben" bei einer Polizeikontrolle wird damit unwahrscheinlicher. Wer ohne gültige Crit’Air-Plakette in eine Umweltzone einfährt, wird digital erfasst, und der Bußgeldbescheid über 68 € (schnelle Zahlung: 45 Euro, langsame Zahlung: 180 Euro) kommt per Post direkt nach Hause. 


💳 Bargeld und Karten und Bankgeschäfte in Frankreich (Stand 2026)

In Frankreich ist das bargeldlose Bezahlen noch selbstverständlicher als in Deutschland. Selbst Kleinstbeträge beim Bäcker oder am Zeitungsstand werden heute meist kontaktlos beglichen.

1. Bankkarten: Das Ende von Maestro und V-PAY

Das französische Bezahlsystem basiert auf der "Carte Bancaire" (CB).

  • Wichtiger Hinweis 2026: Die alten Systeme Maestro und V-PAY wurden von den Banken weitgehend eingestellt. Wenn Sie 2025 oder 2026 eine neue Karte von Ihrer deutschen Bank erhalten haben, handelt es sich meist um eine Debit Mastercard oder Visa Debit.

  • Diese neuen Karten werden in Frankreich flächendeckend akzeptiert – überall dort, wo Sie das Mastercard- oder Visa-Logo sehen. Ältere Maestro-Karten funktionieren nur noch bis zu ihrem Ablaufdatum (spätestens Ende 2027).

2. Mietwagen-Falle: „Debit“ vs. „Credit“

Dies ist der wichtigste Punkt für Ihre Reisekasse:

  • Alltag: Für Einkäufe, Restaurants und Tankstellen sind „Debit“-Karten (bei denen der Betrag sofort vom Konto abgebucht wird) perfekt.

  • Mietwagen: Für die Hinterlegung der Kaution verlangen fast alle Autovermietungen in Frankreich zwingend eine echte Kreditkarte (mit dem Aufdruck „Credit“). Debit-, Prepaid- oder die klassische Girocard werden hier meist abgelehnt. Ohne „Credit“-Karte erhalten Sie den Wagen meist nur gegen Abschluss einer teuren Zusatzversicherung.

3. Apple Pay, Google Pay & Co.

Frankreich ist 2026 ein Vorreiter beim mobilen Bezahlen.

  • Smartphone & Watch: Mobiles Bezahlen per Apple Pay oder Google Pay ist fast überall möglich.

  • Öffentlicher Nahverkehr: In vielen Städten (z. B. Paris oder Lyon) können Sie Bus und Metro oft direkt durch „Tappen“ Ihres Smartphones oder Ihrer Karte am Gate bezahlen – ein separates Ticket ist dann nicht mehr nötig.

4. Bargeld: Regeln und Obergrenzen

Bargeld wird zwar seltener genutzt, ist aber weiterhin gesetzliches Zahlungsmittel. Beachten Sie jedoch die Obergrenzen zur Geldwäscheprävention:

  • Touristen-Limit: Für Personen, die ihren steuerlichen Wohnsitz nicht in Frankreich haben, liegt die Obergrenze für Barzahlungen bei 15.000 € (bei Ansässigen sind es nur 1.000 €).

  • Identitätspflicht: Bei Barzahlungen ab 1.000 € ist der Händler verpflichtet, Ihre Identität (Reisepass/Ausweis) zu prüfen.

  • Geldabheben: An Automaten (Distributeur) können Sie mit Ihrer PIN Bargeld abheben. Achten Sie auf die Gebühren Ihrer Hausbank. Private Automatenbetreiber (oft in Touristenzentren zu finden) verlangen oft zusätzliche Eigengebühren – nutzen Sie lieber Automaten etablierter Banken wie BNP Paribas, Société Générale oder Crédit Agricole.

 Banköffnungszeiten in Frankreich

 

Die Öffnungszeiten französischer Bankfilialen sind oft gewöhnungsbedürftig und folgen keinem landesweiten Standard. Planen Sie Besuche für dringende Angelegenheiten (z. B. Limits erhöhen oder Probleme mit der Karte) daher vorausschauend ein.

 

Die wichtigsten Regeln für 2026:

  • Der "Montag-Samstag-Rhythmus": In fast allen Städten und Dörfern gilt: Banken, die am Samstagmorgen (meist 9:00 bis 13:00 Uhr) geöffnet haben, bleiben am Montag komplett geschlossen.

  • Mittagspausen: Außerhalb der ganz großen Metropolen (wie Paris oder Lyon) legen fast alle Banken eine ausgedehnte Mittagspause ein, meist von 12:30 bis 14:00 Uhr oder sogar bis 14:30 Uhr.

  • Früher Feierabend: Viele Filialen schließen unter der Woche bereits um 16:00 oder 17:00 Uhr.

  • Nur nach Termin: 2026 ist es in vielen französischen Banken (wie Crédit Agricole oder BNP) üblich geworden, dass Schalter für komplexe Anliegen nur noch nach vorheriger Online-Terminvereinbarung besetzt sind. Einfache Bargeldgeschäfte werden fast nur noch über Automaten im Vorraum abgewickelt.


Notrufnummern in Frankreich:

In Frankreich gibt es ein sehr effizientes, aber verzweigtes Notrufsystem.

 

1. Die goldene Regel für Mobiltelefone

Für die Notrufnummern 112, 15, 17 und 18 benötigen Sie mit einem deutschen Handy KEINE Vorwahl (0033), solange Sie sich in Frankreich befinden.

  • Wählen Sie einfach die kurzen Nummern direkt.

  • Das Handy erkennt den Notruf automatisch und verbindet Sie kostenlos mit der nächsten Zentrale, auch ohne Guthaben oder bei gesperrtem Bildschirm.

  • Vorsicht: Wenn Sie die 0033 davor wählen, kann es sein, dass der automatische Notrufmechanismus des Telefons nicht greift oder die Verbindung fehlschlägt.

 

2. Die wichtigsten Notrufnummern im Überblick

Nummer Dienst Wann anrufen?
112 Allgemeiner EU-Notruf

Wenn Sie unsicher sind. Er verbindet Sie mit der Polizei, Feuerwehr oder dem Rettungsdienst. Hier sprechen die Mitarbeiter fast immer auch Englisch.

 

15

SAMU

(Rettungsdienst)

 

Bei schweren medizinischen Notfällen (Herzinfarkt, schwere Verletzungen, Atemnot). Hier erreichen Sie direkt einen Arzt.

 

17 Polizei / Gendarmerie Bei Überfällen, Einbrüchen, Unfällen oder Gewalt.
18 Pompiers (Feuerwehr)

 

Bei Bränden, Gasaustritt, aber auch bei schweren Verkehrsunfällen (die Feuerwehr leistet in Frankreich oft die erste medizinische Hilfe).

 

114 Notruf per SMS

Für Menschen mit Hör- oder Sprachbehinderungen oder wenn ein Telefonat zu gefährlich wäre (z.B. bei einem Verbrechen).

 

196 Seenotrettung (CROSS) Bei Notfällen an der Küste oder auf dem Meer (von Land aus). Auf See bleibt Kanal 16 der Standard.

 

3. Neu seit 2024/2025: Der Rückruf-Service

Wenn die Rettungskräfte Sie zurückrufen müssen (um den Ort zu finden oder Details mit dem Arzt zu klären), erscheint auf Ihrem Display seit Ende 2024 die einheitliche Nummer 0 800 112 112 

 

Gehen Sie unbedingt dran! Viele Touristen ignorieren unbekannte 0800er-Nummern als Spam, aber in Frankreich ist dies die offizielle, sichere Identnummer der Notrufzentralen.

 

4. Was Sie am Telefon sagen sollten (Die 5 W-Fragen)

Auch in Frankreich helfen die klassischen Fragen:

  1. Wer ruft an?

  2. Wo ist es passiert? (Kilometerangabe auf Autobahnen, Name des Geschäfts etc.)

  3. Was ist passiert?

  4. Wie viele Verletzte?

  5. Warten auf Rückfragen Legen Sie niemals zuerst auf, es kann in Frankreich gut sein, dass der Disponent Sie in der Leitung hält und direkt mit dem anfahrenden Notarzt verknüpft.

Notrufnummern Frankreich

 

Sprachbarrieren beim Notruf: Was tun?

 

Die gute Nachricht vorab: In den französischen Notrufzentralen hat sich in den letzten Jahren viel getan. Dennoch sollten Ihre Touristen Folgendes wissen:

 

1. Die beste Wahl: Die 112 Wenn Sie kein Französisch sprechen, wählen Sie immer die 112. Da dies der europäische Notruf ist, sind die Zentralen darauf vorbereitet, Anrufe auf Englisch entgegenzunehmen. In den Tourismusregionen  sprechen die Disponenten meist fließend Englisch.

 

2. Die spezialisierten Nummern (15, 17, 18) Bei den direkten Nummern (wie der 17 für die Polizei oder 18 für die Feuerwehr) kann es in ländlichen Regionen vorkommen, dass die Beamten nur Französisch sprechen.

  • Tipp: Wenn Sie dort nicht weiterkommen, legen Sie auf und wählen Sie die 112. Dort werden Sie an spezialisierte Mitarbeiter weitergeleitet, die Englisch beherrschen.

 

Kleiner „Notfall-Spickzettel“

Damit weiß der Notruf-Disponent sofort, was los ist:

  • „Ich spreche kein Französisch, bitte Englisch.  Je ne parle pas français, anglais s'il vous plaît.

  • „Ich brauche einen Krankenwagen ... (Ort)  J'ai besoin d'une ambulance à...

  • „Es gab einen Unfall ... (Ort)    Il y a eu un accident à...

 

📍Der wichtigste Helfer 2026: Standort-Übermittlung

Das größte Problem bei Sprachbarrieren ist die Ortsangabe.

  • Nutzen Sie Google Maps: Öffnen Sie die App auf dem Handy, halten Sie den Finger auf Ihren blauen Standort-Punkt. Die App zeigt Ihnen die genauen GPS-Koordinaten an. Diese Zahlenreihen versteht jeder Notruf-Disponent weltweit, egal welche Sprache er spricht.
  • AML (Advanced Mobile Location): Moderne Smartphones (iPhone und Android) übermitteln in Frankreich beim Wählen der 112 seit 2024/2025 automatisch Ihren Standort an die Leitstelle, auch wenn Sie ihn selbst nicht genau kennen oder beschreiben können.

Krank im Urlaub: Arztbesuch und Kosten (Stand 2026)

Ein Arztbesuch im Ausland ist immer stressig. In Frankreich gibt es einige Besonderheiten beim Bezahlen und der Erstattung, auf die Sie Ihre Leser vorbereiten sollten:

1. Die Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC)

Ihre gesetzliche Krankenkasse bietet Ihnen mit der EHIC (auf der Rückseite Ihrer deutschen Versichertenkarte) einen Grundschutz.

Hier ein Merkblatt zu den Leistungen gesetzlicher Krankenversicherungen im Ausland

  • Wichtig: Die Karte garantiert Ihnen eine Behandlung nach französischem Recht. Da das französische System aber auf dem Prinzip der Vorauszahlung basiert, müssen Sie die Kosten beim Arzt fast immer direkt begleichen.

  • Zahlung vor Ort: Ärzte akzeptieren Bargeld oder Kreditkarten. Achtung: Reine deutsche Girocards (früher EC-Karte) werden in kleineren Praxen 2026 oft nicht mehr akzeptiert, da das Maestro-System ausgelaufen ist. Nutzen Sie lieber eine Debit- oder Kreditkarte von Visa/Mastercard.

2. Das Erstattungsprinzip

Nach der Behandlung erhalten Sie eine Rechnung (Feuille de Soins), die Sie zusammen mit den Quittungen aus der Apotheke gut aufbewahren müssen.

  • Neu 2026: Viele französische Ärzte nutzen inzwischen das digitale System SESAM-Vitale. Wenn der Arzt Ihre EHIC-Daten digital erfasst, kann die Abrechnung teilweise schneller erfolgen. Fragen Sie dennoch immer nach einer Papierquittung für Ihre deutsche Kasse!

  • Erstattung: In Deutschland erstattet Ihre Krankenkasse nur den Betrag, den sie auch in Deutschland für eine vergleichbare Behandlung gezahlt hätte. Da die Sätze in Frankreich oft höher sind und es fixe Zuzahlungen (z. B. ca. 25 € für den Hausbesuch plus Wegegeld) gibt, bleiben Sie ohne Zusatzversicherung oft auf einem Teil der Kosten sitzen.

3. Warum eine Auslandskrankenversicherung unverzichtbar ist

Eine zusätzliche Versicherung (z. B. über den ADAC oder andere Anbieter) ist dringend ratsam:

  • Rücktransport: Die gesetzliche Kasse zahlt niemals den Krankenrücktransport nach Deutschland – dieser kann jedoch schnell 20.000 € oder mehr kosten.

  • Privatärzte: In französischen Urlaubsregionen gibt es viele Privatärzte (Secteur 3), deren hohe Honorare die gesetzliche Kasse nur zu einem Bruchteil übernimmt. Eine Zusatzversicherung deckt diese Differenz ab.

Hier geht es zur Auslandskrankenversicherung des ADAC

4. Checkliste für die Arztrechnung

Damit Ihre Krankenkasse die Kosten problemlos erstattet, muss die Rechnung folgende Details enthalten:

  • Patientendaten: Vollständiger Name und Geburtsdatum.

  • Diagnose: Bitten Sie den Arzt, die Diagnose nach dem internationalen ICD-10-Code (z. B. „J06.9“ für einen grippalen Infekt) anzugeben. Das versteht Ihre deutsche Kasse sofort ohne Übersetzung.

  • Leistungsnachweis: Eine detaillierte Auflistung der einzelnen Behandlungsschritte und Medikamente.

  • Arbeitsunfähigkeit: Falls Sie für Ihren Arbeitgeber eine Krankmeldung brauchen, verlangen Sie ein „Avis d’arrêt de travail“. 2026 wird dieses oft digital erstellt, bestehen Sie für deutsche Zwecke aber auf einem Ausdruck.

 

5. Telemedizin

 

In Frankreich gibt es inzwischen flächendeckend die sogenannte Telemedizin (z. B. über Apps wie Doctolib). Für kleinere Beschwerden wie zum Beispiel Rezepte bei einer Erkältung können Sie oft noch am selben Tag eine Video-Sprechstunde buchen. Das digitale Rezept (Ordonnance numérique) wird in französischen Apotheken problemlos akzeptiert.


Die Apotheke in Frankreich (Pharmacie)

Französische Apotheken sind leicht an dem leuchtenden grünen Kreuz zu erkennen. Sie sind hervorragend ausgestattet und die Apotheker (Pharmaciens) sind hochqualifiziert – bei kleineren Beschwerden sind sie oft die erste Anlaufstelle noch vor dem Arztbesuch.

1. Öffnungszeiten und Notdienst

  • Regulär: Meist von 9:00 bis 12:30 Uhr und von 14:00 bis 19:00 Uhr. In großen Einkaufszentren oder Metropolen oft durchgehend bis 20:00 oder 21:00 Uhr.

  • Notdienst (Pharmacie de Garde): Wie in Deutschland hängt nach Ladenschluss ein Plan mit der nächstgelegenen Notdienst-Apotheke aus.

  • Wichtig: In vielen Regionen müssen Sie für den Nacht-Notdienst (nach 20:00 Uhr) zuerst die Polizei (17) oder den Notruf (112) anrufen. Diese verifizieren den Notfall und kontaktieren den diensthabenden Apotheker für Sie.

2. Abrechnung & Erstattung (Wichtig: Änderung bei Aufklebern!)

Früher waren die kleinen Aufkleber (Vignettes) auf den Medikamenten Packungen entscheidend. Das hat sich geändert:

  • Keine Aufkleber mehr: Seit der Umstellung auf das digitale System werden keine Vignetten mehr auf die Packungen geklebt. Stattdessen ist auf jeder Packung ein Data-Matrix-Code (ein quadratischer 2D-Code) aufgedruckt.

  • Der Beleg (Facture): Verlangen Sie beim Kauf unbedingt eine detaillierte Quittung, die in Frankreich meist „Ticket Vitale“ oder einfach „Facture acquittée“ genannt wird.

  • Inhalt der Rechnung: Damit die deutsche Krankenkasse erstattet, muss der Apotheker den Preis jedes Medikaments einzeln auflisten und den Vermerk „Payé“ (Bezahlt) sowie seinen Stempel auf die Rechnung setzen.

3. Medikamente und Preise

  • Rezeptpflicht: Frankreich ist bei Antibiotika und starken Schmerzmitteln sehr streng. Ohne ein (auch deutsches) Rezept erhalten Sie diese nicht.

  • Preise: Viele gängige Medikamente (wie Paracetamol oder Aspirin) sind in Frankreich oft günstiger als in Deutschland, aber nicht im Supermarkt erhältlich – sie sind „apothekenpflichtig“.

  • Sprachbarriere: In Touristengebieten sprechen Apotheker oft Englisch. Für den Notfall hilft es, den Wirkstoffnamen (z.B. Ibuprofen) statt des Markennamens zu nennen.

 

Wichtiger Tipp zur Reiseapotheke: Nasenspray

 

Ein kleiner Gegenstand wird im Frankreich-Urlaub oft zum Problem: Abschwellendes Nasenspray.

  • Rezeptpflicht: Im Gegensatz zu Deutschland sind wirksame abschwellende Nasensprays in Frankreich verschreibungspflichtig. Sie erhalten diese in der Apotheke nur gegen Vorlage eines ärztlichen Rezepts.

  • Die Alternative vor Ort: Ohne Rezept bekommen Sie in der Pharmacie meist nur Meerwasser-Sprays oder pflanzliche Lösungen auf Basis von ätherischen Ölen, die bei einer starken Erkältung oft nicht ausreichend wirken.

  • Unsere Empfehlung: Packen Sie für den „Fall der Fälle“ ein Fläschchen Ihres gewohnten Nasensprays in die Reiseapotheke. Das erspart Ihnen den Weg zum französischen Arzt, nur um ein Rezept für ein einfaches Erkältungsspray zu erhalten.

Das grüne Kreuz, Kennzeichnung Apotheken, Frankreich

 

Apotheken erkennt man in Frankreich an dem, oft blinkenden, grünen Kreuz.

 

Die Öffnungszeiten der Apotheken entsprechen im Allgemeinen den gewöhnlichen Öffnungszeiten der Geschäfte. Genau wie in Deutschland haben französische Apotheken nach Ladenschluss im Eingang  die Adresse der jeweiligen Notdienstapotheke aushängen.

 

Damit es keine Probleme mit der Rückerstattung durch Ihre Krankenkasse gibt, sollten Sie bei erstattungsfähigen Medikamenten Folgendes beachten:

  •  Der Apotheker muss auf der Rechnung die Preise der Medikamente einzeln auflisten.
  •  In Frankreich hat jede Medikamenten-Packung einen kleinen Aufkleber (vignette).  Diese Aufkleber müssen in der Reihenfolge der Medikamente auf die Apotheken-Rechnung  geklebt werden, damit Sie die Rückerstattung durch die deutsche Krankenkasse beanspruchen können.

 


Reisen mit Hund nach Frankreich

Einreisebestimmungen für Hunde

 

Siehe Rubrik Bretagne mit Hunden ~ Einreisebestimmungen für Hunde

Hund am Strand, Bretagne, Bucht von Audierne, Plouhinec

Feiertage in Frankreich: Das sollten Sie wissen (Stand 2026)

In Frankreich gibt es einige markante Unterschiede zu den deutschen Feiertagsregelungen. Wenn Sie Pech haben, stehen Sie vor verschlossenen Bäckertüren oder geraten in massive Rückreise-Staus.

1. Ostern & Weihnachten: Die „fehlenden“ Feiertage

Frankreich ist laizistisch geprägt, weshalb einige religiöse Tage keine gesetzlichen Feiertage sind:

  • Karfreitag: Dies ist in Frankreich ein ganz normaler Werktag. Die Geschäfte haben regulär geöffnet.

  • Ostermontag: Ist hingegen ein gesetzlicher Feiertag (wie in Deutschland).

  • 2. Weihnachtsfeiertag (26. Dez.): Dieser Tag ist in Frankreich ein normaler Arbeitstag. Das Weihnachtsgeschäft geht direkt weiter.

  • Die Ausnahme: Im Elsass und in Lothringen (Départements Bas-Rhin, Haut-Rhin und Moselle) gelten Sonderregelungen – hier sind sowohl Karfreitag als auch der 26. Dezember gesetzliche Feiertage!

2. Die großen Nationalfeiertage (Lkw-Fahrverbote & Paraden)

An diesen Tagen ruht das öffentliche Leben fast vollständig und es gelten strenge Fahrverbote für Lkw über 7,5 Tonnen:

  • 1. Mai: Tag der Arbeit (hier fahren oft auch keine Busse/Metros!).

  • 8. Mai: Tag des Sieges (Ende des 2. Weltkriegs).

  • 14. Juli: Nationalfeiertag (Fête Nationale). Große Militärparaden und Feuerwerke im ganzen Land.

  • 11. November: Waffenstillstand von 1918.

3. Muttertag & Vatertag 2026

Falls Sie im Frühsommer in Frankreich sind und einen Tisch im Restaurant reservieren möchten, sollten Sie diese Termine kennen:

  • Muttertag (Fête des Mères): In Frankreich meist später als in Deutschland. 2026 fällt der letzte Sonntag im Mai auf Pfingsten, daher verschiebt sich der Muttertag auf den 7. Juni 2026.

  • Vatertag (Fête des Pères): Wird immer am dritten Sonntag im Juni gefeiert, 2026 ist das der 21. Juni.

 

4. „Faire le Pont“ (Brückentage)

 

In Frankreich ist es Volkssport, Brückentage zu nutzen. Fällt ein Feiertag auf einen Dienstag oder Donnerstag, machen fast alle Franzosen „den Pont“ (die Brücke) und nehmen sich den Montag bzw. Freitag frei.

  • Folge: Enormes Verkehrsaufkommen auf den Autobahnen und viele kleine, inhabergeführte Geschäfte bleiben über das verlängerte Wochenende geschlossen. 

Datum

 

01. Januar

 

beweglich

 

1. Mai

 

8. Mai

 

 

beweglich

 

beweglich

beweglich

 

14. Juli

 

15.August

 

1. November

 

11. November

 

 

25. Dezember

jour férié

 

Jour de l' An

 

Lundi de Pâcques

 

Fête du travail

 

Victoire 1945,
Fête de la Victoire

 

Ascencion

 

Pentecôte

Lundi de Pentecôte

 

Fête Nationale

 

Assomption

 

Toussaint

 

Armistice 1918

 

 

Noel

Feiertag

 

Neujahr

 

Ostermontag

 

Tag der Arbeit

 

Tag des Sieges 1945

 

 

Christi Himmelfahrt

 

Pfingstsonntag

Pfingstmontag

 

Französischer Nationalfeiertag

Mariä Himmelfahrt

 

Allerheiligen

 

Waffenstillstand von Compiègne 1918

 

1. Weihnachtstag


Auge des Künstlers Pierre Chanteau, SNSM, Ehrung, Bretagne