Angeln am Cap Sizun

Petri Heil im Finistère Sud

Das Finistère Sud ist ein wahres Paradies für Hobbyangler und Naturfreunde. Die zerklüftete Küste, die sauberen Strände und der fischreiche Atlantik bieten für jeden Geschmack das richtige Revier.

 

Egal, ob Sie die meditative Ruhe beim Brandungsangeln (Surfcasting) direkt am Strand suchen, in den versteckten, felsigen Buchten dem Wolfsbarsch nachstellen oder mit dem Boot die Freiheit auf dem offenen Meer suchen – die Gewässer rund um Plouhinec und Audierne versprechen packende Erlebnisse und einen frischen Fang.

 

Damit Ihr Angelausflug nicht nur erfolgreich, sondern auch im Einklang mit der Natur verläuft, haben wir für Sie die wichtigsten Informationen und die aktuellen gesetzlichen Regeln (Saison 2026) zusammengestellt.

Angler am Strand von Mesperleuc, Wolfsbarsche und andere Edelfische sind reichlich vorhanden, direkt unterhalb unserer Ferienhäuser Ker Armor und Tal Ar Mor in Plouhinec in der Bucht von Audierne.

Die Freiheit am Meer: Brauche ich einen Angelschein?

Die gute Nachricht zuerst: Für das Angeln im Meer (egal ob vom Ufer, von den Felsen oder vom Boot aus) benötigen Sie in Frankreich keinen staatlichen Angelschein (Carte de pêche), wie man ihn etwa aus Deutschland oder vom Süßwasserangeln kennt. Das Meer gilt als freies Gewässer für den Freizeitfang.

 

Wichtiger Hinweis:

 

Diese Freiheit gilt ausschließlich für das Salzwasser. Sollten Sie Ihr Glück in den Flüssen oder Bächen der Umgebung (z. B. am Oberlauf des Goyen) versuchen wollen, ist weiterhin eine offizielle „Carte de Pêche“ erforderlich. Diese können Sie jedoch unkompliziert tagesweise in vielen Tabakläden oder online erwerben. 

Wichtige Regeln und Quoten im Finistère Sud (Südlich von Audierne)

Aktuelle Fangquoten & Mindestmaße (Stand Januar 2026):

Da Audierne und Plouhinec südlich des 48. Breitengrades liegen, gelten hier spezifische Bestimmungen.

Bitte denken Sie daran: Das Angeln dient rein dem Eigenbedarf. Der Verkauf des Fangs ist streng verboten und wird empfindlich bestraft.

Wolfsbarsch (Bar européen):
Maximal 2 Fische pro Angler und Tag.
Mindestmaß: 42 cm. Alles darunter muss sofort schonend zurückgesetzt werden.
 
Pollack (Lieu jaune): Maximal 2 Fische pro Angler und Tag.
Mindestmaß: 42 cm. Beachten Sie mögliche Schonzeiten im Frühjahr (Februar/März).
 
Meerspinne (Araignée de mer): Maximal 6 Tiere pro Person und Tag.
Mindestmaß: 12 cm (Panzerbreite).
 
Makrele (Maquereau): Maximal 10 Fische pro Person (Neu 2026!)
Mindestmaß: 20 cm 

Reglementierung der Pêche de Loisir im Finistère in 2026
Angeln im Urlaub, Lieu Jaune ist ein begehrter Speisefisch, auch Sie können Ihren Lieu Jaune selber angeln und in der Ferienhausküche zubereiten.

Der Pollak, auf Französisch lieu jaune genannt, auch sein Fang unterliegt Regeln

Die gesetzliche Markierungspflicht

Dies ist die wichtigste Regel, um Bußgelder zu vermeiden: Jeder Fisch, der folgenden Arten, den Sie zum Verzehr behalten, muss unmittelbar nach dem Fang markiert werden.

  • Wie? Schneiden Sie mit einer Schere oder einem Messer den unteren Teil der Schwanzflosse ab.

  • Warum? Damit wird der illegale Verkauf von Hobbyfängen an Restaurants verhindert.

  • Wichtig: Der Fisch muss dabei messbar bleiben (nur die Spitze der Flosse kappen). Dies gilt auch für Hummer und Krebse (Markierung am Schwanzfächer)

Nachfolgend die Liste der zu kennzeichnenden Fische:

Französischer Name Deutscher Name Wissenschaftlicher Name
Bar / Loup Wolfsbarsch Dicentrarchus labrax
Bonite Pelamide / Bonito Sarda sarda
Cabillaud Kabeljau / Dorsch Gadus morhua
Corb Meerrabe Sciaena umbra
Denti Zahnbrasse Dentex dentex
Dorade coryphène Goldmakrele (Mahi-Mahi) Coryphaena hippurus
Dorade royale Goldbrasse Sparus aurata
Dorade rose Meerbrasse (Nordischer Typ) Pagellus bogaraveo
Espadon Schwertfisch Xiphias gladius
Espadon voilier Fächerfisch Istiophorus platypterus
Homard* Hummer Homarus gammarus
Langouste* Languste Palinurus elephas
Lieu jaune Pollack (Steinköhler) Pollachius pollachius
Lieu noir Köhler (Seelachs) Pollachius virens
Maigre Adlerfisch Argyrosomus regius
Makaire bleu Blauer Marlin Makaira nigricans
Maquereau* Makrele Scomber scombrus
Marlin bleu Marlin Makaira mazara
Pagre Gemeine Meerbrasse Pagrus pagrus
Rascasse rouge Großer Drachenkopf Scorpaena scrofa
Sar commun Geißbrasse Diplodus sargus sargus
Sole Seezunge Solea solea
Thazard / Job Makrelenart / Jobfisch Acanthocybium solandri
Thon albacore Gelbflossen-Thun Thunus albacares
Thon germon Weißer Thun Thunnus alalunga
Thon listao Echter Bonito Katsuwonus pelamis
Thon obèse Großaugen-Thun Thunnus obesus
Voilier de l'Atlantique Atlantischer Fächerfisch Istiophorus albicans

 

Markierung der gefangenen Fische und Ermittlung der Mindestgrößen


Neu ab Februar 2026: Die digitale Registrierungs- und Meldepflicht

Um die Fischbestände im Atlantik nachhaltig zu schützen, wurde europaweit ein neues Erfassungssystem eingeführt. Seit dem 12. Februar 2026 müssen sich Hobbyangler in Frankreich offiziell registrieren, wenn sie es auf bestimmte „sensible Arten“ abgesehen haben.

  • Registrierung: Bevor Sie gezielt auf Arten wie Wolfsbarsch (Bar), Pollack (Lieu jaune), Rote Meerbrasse oder Thunfisch angeln, müssen Sie sich einmal jährlich kostenlos in der App registrieren. Sie erhalten dabei eine digitale ID, die bei Kontrollen (z. B. durch die Gendarmerie Maritime) vorgezeigt werden muss.

  • Die „RecFishing“-App: Nutzen Sie die offizielle, kostenlose App der EU, um Ihre täglichen Fänge dieser speziellen Arten zu melden.

    • Live-Meldung: Fänge müssen am selben Tag bis spätestens 23:59 Uhr eingetragen werden.

    • Offline-Modus: Die App funktioniert auch auf See ohne Netz; die Daten werden synchronisiert, sobald Sie wieder Empfang haben.

    • Foto-Identifizierung: Eine integrierte KI hilft Ihnen dabei, die Fischarten korrekt zu bestimmen.

  • Ziel der Maßnahme: Diese anonymisierten Daten helfen der Wissenschaft, die Bestände präziser zu verwalten. So können pauschale Fangverbote vermieden und das Hobbyangeln langfristig gesichert werden.

Wichtig für Sie: Das Jahr 2026 gilt als „pädagogisches Einführungsjahr“. Die Behörden konzentrieren sich bei Kontrollen vor Ort primär auf die Aufklärung und Unterstützung bei der App-Nutzung. Dennoch ist die Registrierung ab sofort die rechtliche Basis für den Fang von Wolfsbarsch und Pollack.

Angeln in der Bretagne, Finistère, Steinbutt, nicht meldepflichtig in 2026

Ein Steinbutt, er ist als Plattfisch noch nicht meldepflichtig

Was Sie nicht melden müssen: Die „einfachen“ Fische

Die App-Pflicht gilt ausdrücklich nur für die oben genannten sensiblen Arten (wie Wolfsbarsch oder Pollack). Für den Großteil der Fische, die Sie am Cap Sizun häufig an der Angel haben, ist keine digitale Meldung erforderlich.

Dazu gehören unter anderem:

  • Makrelen: Auch wenn hier seit 2026 das neue Fanglimit von 10 Stück pro Tag gilt, müssen diese derzeit nicht in der App erfasst werden.

  • Hornhechte & Meeräschen: Diese flinken Oberflächenräuber können Sie wie gewohnt fangen, ohne sie digital zu registrieren.

  • Knurrhähne & Plattfische: Auch hier reicht es aus, die gesetzlichen Mindestmaße zu kennen.

  • Muscheln & Krebse: Die traditionelle Pêche à pied (Sammeln am Ufer bei Ebbe) bleibt von der App-Pflicht komplett befreit.

Kurz gesagt: Solange Sie keinen der „geschützten Favoriten“ im Eimer haben, können Sie Ihren Angeltag ganz klassisch und analog genießen.

Angler am Strand von Mesperleuc, Wolfsbarsche und andere Edelfische sind reichlich vorhanden, direkt unterhalb unserer Ferienhäuser Ker Armor und Tal Ar Mor in Plouhinec in der Bucht von Audierne.

Sicherheit an der Steilküste und im Watt

Die Küste des Finistère ist wunderschön, aber sie kann auch gefährlich sein:

  • Brandung: Achten Sie beim Angeln von den Felsen auf „lames de fond“ – einzelne, unerwartet hohe Flutwellen, die Angler von den Klippen reißen können.

  • Gezeiten: Behalten Sie bei der Ebbe immer den Rückweg zum Ufer im Auge. Das Wasser steigt oft zuerst in Rinnen hinter Ihrem Rücken an.

  • Ausrüstung: Festes Schuhwerk mit rutschfesten Sohlen ist auf den oft nassen Algen der Felsen lebenswichtig.

Angeln im Bretagne-Urlaub, hier: Angler im Sonnenuntergang

Achtung: „Lames de fond“ – Die unterschätzte Gefahr der Wellen

Wer an den spektakulären Steilküsten des Finistère steht, ist oft fasziniert von der Kraft des Atlantiks. Doch es gibt ein Phänomen, das selbst für erfahrene Küstenkenner brandgefährlich ist: die sogenannte Lame de fond.

 

Was ist eine „Lame de fond“?

 

Stellen Sie sich vor, das Meer wirkt relativ ruhig, die Wellen schlagen gleichmäßig gegen die Felsen. Plötzlich und ohne Vorwarnung rollt eine einzelne, massiv höhere und kräftigere Welle heran. Diese Welle ist keine normale Oberflächenwelle; sie hat ihren Ursprung tief im Wasser und trägt eine enorme Wassermasse mit sich.

 

Warum sind sie so gefährlich?

  • Der Überraschungsmoment: Sie kündigen sich nicht an. Es kann 10 oder 20 Minuten lang alles friedlich aussehen, bevor eine solche Riesenwelle kommt.
  •  Die Reichweite: Eine Lame de fond schwappt viel weiter den Strand oder die Felsen hinauf als die vorangegangenen Wellen. Sie erreicht Plateaus, die eigentlich „trocken“ und sicher wirken.
  •  Die Sogwirkung: Wenn das Wasser dieser Welle zurückfließt, entwickelt es einen enormen Sog, dem ein Mensch nichts entgegenzusetzen hat. Er zieht alles – auch schwere Ausrüstung oder Personen – unerbittlich ins offene Meer.

Wie schütze ich mich?

  • Niemals dem Meer den Rücken zukehren: Das ist die goldene Regel für Angler und Fotografen an der Küste. Behalten Sie den Horizont immer im Augenwinkel.
  •  Nasse Felsen sind ein Warnsignal: Wenn ein Felsplateau nass ist, obwohl die Wellen gerade nicht so hoch schlagen, bedeutet das: Hier war vor kurzem eine Welle. Gehen Sie dort nicht hin!
  •  Erhöhte Vorsicht nach Stürmen: Auch wenn der Wind nachgelassen hat, kann die Dünung (la houle) noch Stunden später diese gefährlichen Einzelwellen an die Küste werfen. 

Sprichwort der Bretonen: „Das Meer ist wie ein Raubtier – es wartet nur darauf, dass du unaufmerksam wirst.“

Haushohe Wellen an der Küste des Cap Sizun, hier an der Pointe du Millier in Beuzec-Cap-Sizun

Angelzubehör bekommt man in Audierne im Comptoir de la mer.

 

17 Quai Jean Jaurès, 29770 Audierne

https://www.comptoirdelamer.fr/magasins/audierne/ 

Angeln wie die Profis: Mit L’Échappée Nautique ab Audierne hinaus auf's Meer

Wer nicht nur vom Ufer aus angeln möchte, sondern das Abenteuer auf dem offenen Atlantik sucht, findet bei L’Échappée Nautique in Audierne das perfekte Angebot. Hier steht nicht nur der Fang, sondern das Gesamterlebnis auf dem Meer im Vordergrund.

 

Das Angebot für Hobbyangler:

  • Begleitung durch Experten: Die Touren werden oft von einem ehemaligen Berufsfischer geleitet. Er kennt die Strömungen, die besten Plätze und teilt sein Wissen mit viel Leidenschaft und Geduld.

  • Zielgruppe: Die Fahrten sind ideal für Anfänger, Familien und Freunde. Es sind keine Vorkenntnisse nötig – der Skipper erklärt jeden Handgriff.

  • Zielfische: Geangelt wird auf alles, was die Region zu bieten hat – von Makrelen (ideal für Kinder und Einsteiger) bis hin zu Wolfsbarsch (Bar), Pollack (Lieu jaune) oder Petersfisch (Saint-Pierre).

  • Ausrüstung: Das benötigte Angelmaterial kann direkt geliehen werden. Sie müssen sich also um nichts kümmern.

Angeln vom Boot aus, mit Échappée Nautique ab Audierne gar kein Problem, wir helfen unseren Gästen gerne bei der Terminvereinbarung.
  • Dauer: In der Regel werden Vormittags-Touren (ca. 3–4 Stunden) angeboten. Dies ist die beste Zeit, um die Ruhe auf dem Wasser zu genießen und oft sogar Delfine zu beobachten.

  • Preise (Stand 2026):

    • Einzelschleppangler: ca. 85 €

    • Kombi-Ticket (1 Erwachsener + 1 Kind unter 16 Jahren): ca. 135 €

    • Gruppentarife (3 bis 5 Personen): ca. 75 € pro Person

  • Boote: Es kommen moderne, leistungsstarke Semi-Rigides (Festrumpfschlauchboote/Zodiacs) zum Einsatz, die sicher und schnell zu den Fanggründen führen.

  • Für Individualisten: Boot mieten

    Besitzen Sie einen Bootsführerschein „See“? Dann können Sie bei L’Échappée Nautique auch selbst ein leistungsstarkes Zodiac mieten (halbtags, ganztags oder wochenweise), um Ihre ganz persönlichen Angelspots rund um die Baie d’Audierne anzusteuern. 

  • Kontakt & Treffpunkt:
    L’Échappée Nautique, 8 rue Lamartine, 29770 Audierne
    Telefon: 07 61 95 27 50
    Tipp: Reservieren Sie frühzeitig, besonders während der Ferienzeiten.

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