Quimper: Die prächtige Hauptstadt der Cornouaille

Nur eine gute halbe Autostunde von Plouhinec entfernt erwartet Sie Quimper, die historische Hauptstadt der Cornouaille und Sitz der Präfektur des Finistère. 

Sie ist eine der sieben alten Bischofsstädte der Bretagne und ihre Cathédrale  Saint-Corentin überragt die gesamte Stadt.

 

Der Name leitet sich vom bretonischen Wort Kemper ab, was „Zusammenfluss“ bedeutet – denn hier vereinen sich die Flüsse Odet und Steir zu einem malerischen Stadtbild.

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Eine Stadt voller Kunst und Geschichte

Quimper trägt stolz das Prädikat "Ville d'Art et d'Histoire" (Stadt der Kunst und der Geschichte). Die „Schöne mit dem steinernen Schmuck“, wie sie oft genannt wird, verzaubert Besucher mit einem Reichtum an Baudenkmälern, herrschaftlichen Residenzen und den typischen, farbenfrohen Fachwerkhäusern.

Das Herz der Stadt schlägt in drei historisch gewachsenen Vierteln, die jedes für sich einen ganz eigenen Charme besitzen:

1. Das Viertel Locmaria - Die Wiege der Stadt                                         

Dies ist der ursprüngliche Ortskern am Ufer des Odet. Hier finden Sie: 

  • Eine beeindruckende romanische Kirche, die im 18. Jahrhundert teilweise umgebaut wurde.

  • Eine ehemalige Abtei und den Prieuré-Garten – ein wunderschönes, mittelalterlich inspiriertes Gärtchen direkt am Fluss, das zum Verweilen einlädt.

  • Tipp: Locmaria ist auch das Viertel der berühmten Fayence-Manufakturen (Quimper-Keramik).

2. Die Bischofsstadt - Macht und Pracht                                                 

Überragt wird das gesamte Stadtbild von der monumentalen Cathédrale Saint-Corentin, einem Kleinod der bretonischen Gotik. 

  • Bewundern Sie die prächtigen Glasfenster und die Besonderheit, dass das Schiff der Kathedrale einen leichten Knick aufweist.

  • Direkt daneben liegt der ehemalige Bischofssitz mit einem kleinen, versteckten Park, der von wuchtigen Mauern geschützt wird.

3. Die Stadt der Herzöge - Mittelalterliches Flair                                       

In den malerischen engen Gassen dieses Viertels fühlt man sich in die Zeit der bretonischen Herzöge zurückversetzt. 

  • Hier finden Sie die schönsten Fachwerkhäuser der Stadt, deren Schnitzereien oft skurrile Figuren zeigen.

  • Besuchen Sie die Kirche Saint-Mathieu, die vor allem für ihre eindrucksvollen und farbgewaltigen Kirchenfenster bekannt ist.

Die Place Saint-Corentin: Das pulsierende Herz der Stadt

Der weitläufige und prachtvolle Platz Place Saint-Corentin bildet das Herzstück von Quimper. Mit seinen einladenden Cafés, deren Terrassen zum Beobachten des regen Treibens einladen, und dem imposanten Rathaus ist er der natürliche Treffpunkt der Stadt.

Direkt um diesen Platz herum gruppiert sich ein beeindruckendes Ensemble aus Architektur und Kultur – die drei wichtigsten Sehenswürdigkeiten Quimpers liegen hier nur wenige Schritte voneinander entfernt:

  • Die Kathedrale Saint-Corentin: Als Meisterwerk der bretonischen Gotik dominiert sie mit ihren zwei markanten Spitzen das Stadtbild. Ein Blick ins Innere lohnt sich besonders wegen der leuchtenden Kirchenfenster und der architektonischen Besonderheit des „geknickten“ Chors.

  • Musée des Beaux-Arts (Museum der schönen Künste): In einem eleganten Palast direkt am Platz untergebracht, zählt es zu den bedeutendsten Kunstmuseen der Bretagne. Es beherbergt eine beeindruckende Sammlung flämischer, italienischer und natürlich bretonischer Malerei.

  • Musée Départemental Breton (Heimatkundliches Museum): Dieses sehr sehenswerte Museum befindet sich im ehemaligen Bischofspalast. Es ist der perfekte Ort, um tief in die bretonische Volkskunde einzutauchen – von archäologischen Funden bis hin zu den kunstvollen Trachten und Möbeln der Region.

Das Musée des Beaux-Arts – Ein Muss für Entdecker

Das Kunstmuseum von Quimper zählt zu den bedeutendsten in Westfrankreich. Warum es sich besonders lohnt:

  • Die Pont-Aven-Sammlung: Wenn Sie die Geschichte von Gauguin und Sérusier fasziniert hat, finden Sie hier die visuelle Vollendung. Das Museum zeigt eine herausragende Auswahl an Werken der Schule von Pont-Aven.

  • Das Leben in der Bretagne: Viele Säle widmen sich den „Bretonneries“ – Darstellungen des täglichen Lebens, der prächtigen Trachten und der tiefen Spiritualität der Region, wie sie Maler im 19. Jahrhundert einfingen.

  • Regionale Identität: Hier verstehen Sie, wie die Landschaft der Cornouaille un die Künstler inspirierte.

Web: https://www.mbaq.fr/

Cathédrale  Saint-Corentin in Quimper, Hauptstadt der Cornouaille, Kathedrale

Ein Meisterwerk der Jahrhunderte: Die Kathedrale Saint-Corentin

Die Errichtung dieses gotischen Juwels war ein wahres Generationenprojekt: Fast drei Jahrhunderte lang dauerte der Bau der Kathedrale von Quimper. Das Ergebnis dieser unermüdlichen Arbeit ist eines der schönsten und bedeutendsten Bauwerke der gotischen Kunst in ganz Frankreich.

 

Besonders markant sind die beiden Turmspitzen:

  • Stolze Höhe: Sie ragen 76 Meter weit in den bretonischen Himmel auf.

  • Orientierungspunkt: Dank ihrer aufwendigen Renovierung erstrahlen sie heute in neuem Glanz und dienen Besuchern als weithin sichtbarer Wegweiser zur Place Saint-Corentin. Ganz gleich, in welcher verwinkelten Gasse der Altstadt man sich gerade befindet – ein Blick nach oben genügt, um wieder zum Zentrum der Stadt zurückzufinden.

Die Turmspitzen, die heute so selbstverständlich das Stadtbild prägen, wurden übrigens erst im 19. Jahrhundert dank einer großzügigen Spendenaktion der Bürger von Quimper fertiggestellt. Sie krönen das Bauwerk und machen die Silhouette der Stadt unverwechselbar.

 

Wussten Sie schon?

Zwischen den beiden Türmen steht die Reiterstatue von König Gradlon, dem legendären Gründer der Stadt. Er blickt in Richtung seiner versunkenen Stadt Ys – eine Geschichte, die viele Besucher fasziniert.

Cathédrale  Saint-Corentin in Quimper, Hauptstadt der Cornouaille, Kathedrale

Gotische Pracht mit Knick: Schiefes Kirchenschiff und steinerne Zeugen

Das Mysterium des „geknickten“ Chors

Tritt man durch das Hauptportal von Saint-Corentin, empfängt einen eine Atmosphäre von erhabener Stille und ein architektonisches Rätsel, das Besucher seit Jahrhunderten fasziniert.

 

Sobald Sie Ihren Blick den Mittelgang hinunter zum Altar richten, werden Sie eine seltsame Besonderheit bemerken: Der Chor der Kathedrale liegt nicht in einer geraden Achse zum Hauptschiff, sondern weist einen deutlichen Knick nach links auf.

 

Über die Ursache dieses „Schönheitsfehlers“ wird bis heute gerätselt. Während Romantiker darin das geneigte Haupt Christi am Kreuz sehen möchten, vermuten Historiker eher pragmatische Gründe: Schwierigkeiten mit dem sandigen Untergrund oder der Versuch, beim Bau im 13. Jahrhundert bereits bestehende Gebäude zu umgehen. Dieser Knick macht Saint-Corentin zu einer der ungewöhnlichsten Kathedralen Frankreichs.

Die ewige Ruhe der Bischöfe: Steinerne Kunstwerke

Entlang des Chorumgangs und in den stillen Seitenkapellen finden Sie die eindrucksvollen Grabmäler der ehemaligen Bischöfe von Quimper. Diese sogenannten „Gisants“ – lebensgroße, liegende Steinskulpturen der Verstorbenen – sind Meisterwerke der bretonischen Bildhauerkunst.

 

Mit gefalteten Händen und in prachtvolle liturgische Gewänder gehüllt, ruhen die Bischöfe auf ihren Sarkophagen, oft bewacht von steinernen Löwen oder Engeln zu ihren Füßen. Diese Denkmäler, wie das des Bischofs Bertrand de Rosmadec, erzählen von der Macht und dem tiefen Glauben der Cornouaille in vergangenen Jahrhunderten.

Ein Meer aus Licht und Farben

in Blick nach oben lohnt sich ebenso wie der Blick auf die Grabmäler. Die Kathedrale beherbergt einen der bedeutendsten Zyklen mittelalterlicher Glasfenster in der Bretagne. Besonders an sonnigen Tagen werfen die Fenster aus dem 15. Jahrhundert ein farbenprächtiges Muster auf den hellen Granit der Säulen und den Kirchenboden – ein magisches Schauspiel, das die gotische Architektur zum Leuchten bringt.

Achten Sie bei Ihrem Rundgang auch auf die prächtig geschnitzte Holzkanzel aus dem 17. Jahrhundert. Sie zeigt detailreiche Szenen aus dem Leben des Heiligen Corentin und ist ein wunderbares Beispiel für die Handwerkskunst dieser Epoche.

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Quimper genießen: Ein Tag voller Entdeckungen

In Quimper kann man ohne Probleme einen ganzen Tag verbringen, ohne dass auch nur einen Moment Langeweile aufkommt. Die Stadt versteht es meisterhaft, ihre reiche Geschichte mit einem lebendigen, modernen Alltag zu verknüpfen.

 

Zwischen Shoppingglück und Gaumenfreuden

Ein Einkaufsbummel durch die historischen Gassen macht in Quimper besonderen Spaß. Das Angebot ist riesig und abwechslungsreich:

  • Individuelle Boutiquen: In den malerischen Fachwerkhäusern finden Sie charmante kleine Lädchen mit lokalem Kunsthandwerk, Mode und natürlich der berühmten Quimper-Keramik.

  • Große Auswahl: Ergänzt wird dies durch moderne, große Geschäfte, sodass Sie hier wirklich alles finden, was das Herz begehrt.

Verweilen und Genießen

Überall in der Stadt locken gemütliche Cafés, Crêperien und Restaurants mit regionalen Leckereien. Ob ein schneller Espresso mit Blick auf die Kathedrale, eine traditionelle bretonische Galette in einer versteckten Gasse oder ein feines Abendessen am Ufer des Odet – die gastronomische Vielfalt ist verführerisch.

Lassen Sie sich einfach treiben, entdecken Sie die versteckten Hinterhöfe und genießen Sie das besondere Flair dieser Stadt. Quimper ist nicht nur ein Ort zum Besichtigen, sondern vor allem ein Ort zum Erleben und Genießen.

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Der Fluss Odet und die Blumenbrücken

Quimper wird oft als eine der blumigsten Städte Frankreichs bezeichnet.

 

Warum: Die vielen kleinen Fußgängerbrücken über den Steir und den Odet sind im Sommer über und über mit Geranien und anderen Blumen geschmückt.

 

Tipp: Ein Spaziergang entlang des Treidelpfades (Halage) am Odet in Richtung Locmaria ist eine der schönsten Routen der Stadt. 

Die Markthallen (les halles)

Wenn Sie Quimper wie ein Einheimischer erleben möchten, führt kein Weg an den Halles Saint-François vorbei. Der zentrale Markt blickt auf eine bewegte Geschichte zurück und ist heute der Treffpunkt für Feinschmecker und Entdecker regionaler Spezialitäten.

 

Geschichte und Architektur

An der Stelle eines ehemaligen Franziskanerklosters errichtete der Architekt Joseph Bigot im Jahr 1847 die erste überdachte Markthalle Quimpers.

Sie ersetzte die hölzernen Marktstände aus dem 16. Jahrhundert. Nachdem das ursprüngliche Gebäude 1976 einem Brand zum Opfer fiel, wurden die heutigen Hallen modern wiederaufgebaut und festigten ihren Ruf als wichtigster Marktplatz der Stadt. 

 

Das Angebot: Regionalität trifft Vielfalt

Als einziger überdachter Markt der Stadt bietet er eine beeindruckende Auswahl an lokalen Produkten der Bretagne. Ob für den täglichen Einkauf oder als touristisches Highlight – die verschiedenen Stände bieten:

Frische regionale Erzeugnisse und Terroir-Produkte.

Vielfältige Gastronomie-Optionen zum Vor-Ort-Verzehr oder zum Mitnehmen.

Eine lebendige Atmosphäre im historischen Zentrum (Rue Astor). 

Quimper-Keramik: Ein Besuch bei Henriot-Quimper Porzellanfabrik und Porzellanmuseum

Porzellanfabrik Henriot

Place Denis Bérardier

29000 Quimper

 

In Quimper kann man die Porzellanfabrik Henriot besuchen. Dort werden unter anderem die traditionellen Schälchen, Tassen und Bolées mit dem bekannten blauen Muster und den kleinen bretonischen Männchen darauf hergestellt.

 

Erleben Sie die Entstehung der berühmten „Bol à Prénom“ (die Schälchen mit den Vornamen). Die 30-minütigen Führungen geben Einblick in das Gießen, Emaillieren und die filigrane Handbemalung.

  • April, Mai, Juni & September: Montag bis Freitag um 14:30 und 16:00 Uhr. (Vormittags-Termine nur für Gruppen auf Anfrage).

  • Juli & August (Hauptsaison): Montag bis Freitag stündlich von 10:00 bis 11:00 Uhr sowie von 14:00 bis 17:00 Uhr. Samstags nur nachmittags.

Preise 2026 (Einzelbesuch Fabrik):

  • Erwachsene: 6,00 €

  • Jugendliche (18-25 Jahre): 5,00 €

  • Kinder (7-17 Jahre): 3,00 €

 

Musée de la Faïence de Quimper

 14, rue Jean-Baptiste Bousquet

29000 QUIMPER

 

Das Museum ist ein privates Kleinod und liegt nur wenige Schritte von der Fabrik entfernt. Es zeigt über 500 Exponate aus drei Jahrhunderten.

  • Öffnungszeiten: Mitte April bis Ende September, Montag bis Samstag von 10:00 bis 18:00 Uhr (durchgehend geöffnet). Sonntags geschlossen.

Das vorteilhafte Kombiticket (7 Tage gültig):

  • Erwachsene: 9,00 €

  • Jugendliche (18-25 Jahre): 7,00 €

  • Kinder: 4,00 €

Direkt am Place Denis Bérardier gibt es einige Parkmöglichkeiten, die jedoch oft belegt sind. Alternativ bietet sich der größere Parkplatz am Place du Stivel (ebenfalls in Locmaria) an, von dem aus Sie in zwei Minuten zu Fuß bei der Fabrik sind.

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