Die Halbinsel von Crozon, Natur pur.
Zwischen der Rade de Brest im Norden und der Bucht von Douarnenez im Süden ragt die Halbinsel von Crozon wie ein gewaltiges Kreuz weit in den Ozean hinein. Nur eine gute Autostunde von Plouhinec entfernt, betreten Sie hier eine Welt, die zum Parc Naturel Régional d'Armorique gehört und einige spektakuläre Naturerlebnisse bietet.
Auf der Halbinsel von Crozon scheint die Zeit an vielen Orten stehengeblieben zu sein. Die Landschaft ist geprägt von faszinierenden Kontrasten:
Schroffe Steilküsten: Die Felsen ragen oft bis zu hundert Meter senkrecht aus dem Meer empor.
Versteckte Buchten: Zwischen den Felsen finden sich immer wieder malerische, windgeschützte Badeplätze.
Farbenpracht: Blühende Heide- und Ginsterlandschaften überziehen die Kaps mit einem Teppich aus Gelb und Violett.
Idylle: Kleine, verschlafene Dörfchen bilden den ruhigen Gegenpol zur wilden Küstenlinie.
Kleine Dörfchen mit romantischen Steinhäusern sind typisch für die Halbinsel von Crozon
Die verschiedenen Kaps (Pointes) der Halbinsel ragen wie Finger in den Atlantik und bieten jeweils ganz eigene, atemberaubende Ausblicke:
| Pointe: | Besonderheit: |
| Pointe de Pen-Hir | Vorgelagerten Felsinseln „Tas de Pois“ (Erbsenhaufen). Lothringer Kreuz, Denkmal für die Bretonen des freien Frankreichs. |
| Cap de la Chèvre | Der südlichste Punkt mit weitem Blick über die Bucht von Douarnenez. Der Sémaphore, Überwachung des Atlantiks. |
| Pointe des Espagnols | Im Norden gelegen, bietet es einen direkten Blick auf die Militärstadt Brest. Alte Verteidigungsanlagen. |
| Pointe de Dinan | Bekannt für das „Château de Dinan“, eine natürliche Felsformation, die wie eine Burgruine aussieht. Felsentor |
Ganz am südlichen Ende der Halbinsel von Crozon liegt das Cap de la Chèvre – auf Bretonisch „Beg Penn ar Roz“. Es ist ein Ort der weiten Horizonte: Bei klarem Wetter blickt man von den schwindelerregenden, hundert Meter hohen Klippen weit über die Bucht bis zum Cap Sizun. Auch die Sicht auf die benachbarten Pointes, wie die Pointe de Dinan und die Pointe de Pen-Hir, ist von hier aus spektakulär.
Das markanteste Gebäude am Kap ist der Sémaphore. Er ist weit mehr als nur ein Aussichtspunkt:
Strategische Bedeutung: Das Gebäude ist rund um die Uhr von der französischen Marine besetzt.
Modernste Technik: Von hier aus werden die Seefahrt, der Luftraum und wichtige Wetterdaten für die gesamte Region überwacht.
Hinter dem Sémaphore trifft man auf die bewegte militärische Vergangenheit dieses Ortes. Die Küste hier war über Jahrhunderte von strategischem Wert:
Mémorial de l'Aéronautique Navale: Dieses 1988 errichtete Denkmal ehrt die im Einsatz gefallenen französischen Marineflieger. Es ist ein Ort der Stille und des Gedenkens.
Spuren des Atlantikwalls: Die Geschichte ist hier buchstäblich in den Boden gegraben. Das Denkmal selbst steht auf den Überresten einer alten französischen Stellung, die später von den deutschen Besatzern in den Atlantikwall integriert wurde.
Bunkeranlagen: Nur ein kleines Stück weiter rechts an der Küste kann man noch heute die massiven Bunker des Atlantikwalls sehen, die der Witterung trotzen und als mahnende Zeugen der Geschichte dienen.
Vom Cap de la Chèvre führt der Weg weiter nach Norden zur Pointe de Dinan. Dieser Ort wirkt wie eine natürliche Festung, die der Brandung des Atlantiks seit Jahrtausenden trotzt.
Das absolute Highlight dieses Kaps ist das sogenannte Château de Dinan. Dabei handelt es sich nicht um ein Bauwerk von Menschenhand, sondern um eine gigantische Felsformation, die einer verfallenen Burgruine täuschend ähnlich sieht.
Spektakuläre Felsentore: Besonders beeindruckend sind die riesigen, natürlichen Felsentore, durch die bei Sturm die Wellen mit lautem Tosen hindurchbrechen.
Naturwunder: Eine natürliche Brücke aus Stein verbindet den "Burgfelsen" mit dem Festland – ein Motiv, das Fotografen aus aller Welt anlockt.
Die beste Art, die Pointe de Dinan zu erleben, ist der wunderschöne Rundweg, der direkt an den Klippen entlangführt:
Rundum-Panorama: Während Sie den Pfad erkunden, genießen Sie grandiose Ausblicke in alle Richtungen – im Süden zurück zum Cap de la Chèvre und im Norden bis zur Pointe de Pen-Hir.
Flora & Fauna: Der Weg ist gesäumt von der typischen Küstenvegetation, die je nach Jahreszeit in den unterschiedlichsten Farben leuchtet und den herben Duft des Meeres trägt.
Wenn man der Küstenlinie weiter nach Norden folgt, erreicht man die Pointe de Pen-Hir. Es ist ein Ort der Superlative: Die Klippen fallen hier fast 70 Meter senkrecht in den Atlantik ab und bieten Ausblicke, die man so schnell nicht vergisst.
Von der Spitze der Klippen aus eröffnet sich ein atemberaubender Blick auf die Umgebung:
Der „Tas de Pois“: Wie eine Perlenkette ragen die berühmten sechs Felsinseln (der „Erbsenhaufen“) aus dem schäumenden Meer empor.
Strände & Leuchttürme: In der Ferne funkeln die weißen Sandstrände von Pen-Hat, und der Leuchtturm von Camaret-sur-Mer weist den Weg in den sicheren Hafen.
Inmitten dieser wilden Natur steht ein bedeutendes Stück französischer Zeitgeschichte. Das weithin sichtbare, mehrere Meter hohe Lothringer Kreuz (Croix de Lorraine) ist weit mehr als nur ein Orientierungspunkt:
Das Ehrenmal: Es wurde 1949 errichtet, um die Männer und Frauen der „Bretagne libre“ (des freien Frankreichs) zu ehren.
Ein historischer Moment: Eingeweiht wurde das Monument im Jahr 1951 von keinem Geringeren als General de Gaulle persönlich.
Die Bedeutung: Es erinnert an all jene Bretonen, die dem berühmten Appell de Gaulles folgten und sich dem Widerstand gegen die deutschen Besatzer anschlossen. An diesem exponierten Ort wirkt das Kreuz wie ein Symbol für Standhaftigkeit gegenüber allen Stürmen.
Die Pointe de Pen-Hir ist ein Paradies für Vogelbeobachter und Kletterer. Wenn Sie genau hinschauen, können Sie in den steilen Wänden oft mutige Sportler entdecken, die sich an den senkrechten Granitwänden versuchen – ein faszinierender Anblick vor der Kulisse der „Tas de Pois“.
Bevor man die geheimnisvolle Unterwelt der Halbinsel erkundet, lohnt sich ein Verweilen im malerischen Ort Morgat. Die Geschichte dieses Ortes ist eng mit einem großen Namen der Industriegeschichte verbunden.
Einst war Morgat ein beschaulicher, kleiner Sardinenhafen, in dem das Leben vom Rhythmus der Fischer bestimmt wurde. Doch das änderte sich schlagartig im Jahr 1883:
Die Entdeckung: Der Industrielle Peugeot erkannte das außergewöhnliche Potenzial der geschützten Bucht und beschloss, Morgat in einen exklusiven Badeort zu verwandeln.
Die Villen der "Belle Époque": Er lockte die reichen und schönen Familien aus Paris an die Küste. Noch heute zeugen die prachtvollen alten Villen, vor allem am Boulevard de la Plage, von diesem glanzvollen Aufstieg. Ein Spaziergang entlang der Promenade fühlt sich an wie eine kleine Zeitreise in die elegante Vergangenheit des frühen 20. Jahrhunderts.
Morgat ist jedoch nicht nur für seine Architektur bekannt, sondern vor allem als Ausgangspunkt für die Erkundung der spektakulären Meeresgrotten.
Zweierlei Grotten: Die Grotten von Morgat werden unterteilt in die "Kleinen" und "Grossen". Die "Kleinen" liegen im Norden des Strandes, an der Grenze zum Strand von Portzic. Man erreicht sie bequem zu Fuss - allerdigs nur bei Ebbe. Die wesentlich schöneren sind jedoch die grossen Grotten. Sie liegen im Süden, jenseits der mit Kiefern überzogenen Landzunge "Beg ar Gador", die wie eine Sichel ins Meer reicht und den Strand nach Süden hin abtrennt.
Eine Besichtigung der großen Grotten ist nur mit dem Boot möglich.
Nur vom Meer aus erreichbar: Da viele dieser Grotten nur bei Ebbe oder ausschließlich vom Wasser aus zugänglich sind, ist eine Tour mit dem Kajak oder einem Ausflugsboot ein unvergessliches Erlebnis.
Nur ein kurzes Stück von Morgat entfernt, in Richtung des Cap de la Chèvre, liegt ein Ort, der Besucher regelmäßig sprachlos macht: die Île Vierge.
Obwohl der Name eine Insel vermuten lässt, handelt es sich eigentlich um eine schmale, felsige Landzunge, die kühn in den Atlantik ragt. Doch das eigentliche Juwel ist der dazugehörige Strand, die Plage de l'Île Vierge:
Türkisfarbenes Paradies: Das Wasser glänzt hier in einem so intensiven Türkisblau, dass man sich eher in die Karibik als an die bretonische Küste versetzt fühlt.
Geschützte Lage: Die Landzunge umschließt den kleinen Strand wie einen schützenden Arm und bewahrt ihn vor den gröbsten Wellen des offenen Meeres.
Das Farbspiel: Der Kontrast zwischen dem hellen Sand, den rötlich schimmernden Felsen und dem tiefblauen Ozean macht diesen Ort zu einem der meistfotografierten Motive der gesamten Region.
Aufgrund seiner extremen Beliebtheit und zum Schutz der empfindlichen Natur ist der direkte Abstieg zum Strand über die Klippenpfade mittlerweile gesperrt und streng untersagt. Den besten Blick auf dieses „bretonische Juwel“ hat man jedoch ohnehin von oben, vom Küstenwanderweg GR 34 aus.
Während die Kaps und Buchten von der Natur geprägt sind, pulsiert im Hauptort Crozon das tägliche Leben. Mit seinen rund 7.500 Einwohnern bildet er das Zentrum der Halbinsel. Mittlerweile sind Crozon und das Seebad Morgat so eng miteinander verwachsen, dass oft nur noch die Ortsschilder verraten, wo der eine Ort endet und der andere beginnt.
Der Mittelpunkt des Städtchens ist die Kirche Saint-Pierre. Der weitläufige Kirchplatz davor verwandelt sich regelmäßig in eine Bühne für eines der schönsten Erlebnisse der Region: den Wochenmarkt.
Ein Besuch des Marktes ist ein Muss für jeden, der die echte Bretagne schmecken und erleben möchte. Besonders in der Hauptsaison herrscht hier ein buntes und geschäftiges Treiben:
Frische aus der Region: Hier wird ausschließlich angeboten, was die fruchtbare Erde der Umgebung hergibt. Importwaren suchen Sie hier vergeblich; stattdessen leuchten sonnengereiftes Obst und erntefrisches Gemüse an den Ständen.
Vom Netz direkt auf den Tisch: Ein besonderes Highlight sind die Fischstände. Hier verkaufen die Frauen der Fischer oft selbst den Fang der vergangenen Nacht – von fangfrischen Krabben und edlem Hummer bis hin zu glänzenden Fischen direkt aus dem Atlantik.
Nach dem Streifzug über den Markt, vorbei an den fangfrischen Meeresfrüchten und dem regionalen Gemüse, gibt es keinen besseren Ort, um das Erlebte Revue passieren zu lassen, als die direkte Nachbarschaft der Kirche Saint-Pierre.
Direkt neben dem geschäftigen Treiben finden Sie das Café de Bretagne. Es ist weit mehr als nur ein Ort für einen schnellen Kaffee:
Beobachtungsposten: Bei einem petit café auf der Terrasse können Sie entspannt das bunte Markttreiben und das Kommen und Gehen der Einheimischen beobachten.
Treffpunkt: Das Café ist eine Institution in Crozon – hier treffen sich die Nachbarn zum Plausch, und dank des Internet-Service ist es auch bei Reisenden als digitaler Anlaufpunkt beliebt.
Authentizität: Es ist einer dieser ehrlichen, bretonischen Orte, die den Charme des Alltags perfekt einfangen.
Wenn der Appetit nach dem Marktbesuch größer wird, liegt das wohl beste Restaurant des Ortes nur wenige Schritte entfernt: das „Le Mutin Gourmand“.
Die Küche: Hier wird die Frische des Marktes in kulinarische Kunstwerke verwandelt. Der Schwerpunkt liegt – wie es sich für die Halbinsel gehört – auf Meeresfrüchten, Hummer und feinstem Fisch.
Vielfalt: Doch auch Fleischliebhaber kommen auf ihre Kosten; die Gerichte werden modern, raffiniert und mit viel Liebe zum Detail zubereitet.
An der äußersten Spitze der Halbinsel Crozon liegt das einstige Fischerstädtchen Camaret-sur-Mer. Eingebettet in eine dramatische Kulisse aus vier weiten Sandstränden, drei markanten Landspitzen und einer Küstenlinie aus majestätischen Dünen und schroffen Steilküsten, ist der Ort ein Muss für jeden Bretagne-Reisenden.
Camaret blickt auf eine stolze maritime Geschichte zurück:
Der Langustenhafen: Einst war der Ort Frankreichs wichtigster Hafen für den Fang von Langusten.
Hafenromantik: Auch wenn es heute ruhiger zugeht, prägt der Fischereihafen noch immer das Stadtbild. Alte, farbenfrohe Thunfischfangboote schaukeln im Hafenbecken und erinnern an die goldene Ära der Seefahrt.
Maritimer Schiffsfriedhof: Ein besonderes Fotomotiv sind die alten Holzwracks am Sillon, die dort langsam und würdevoll vom Meer zurückgeholt werden.
Hinter der Hafenpromenade verbirgt sich das kreative Herz des Ortes. In den schmalen, verwinkelten Gässchen des ehemaligen Fischerviertels haben sich zahlreiche Galerien und Ateliers angesiedelt. Hier stellen sowohl lokale bretonische als auch Pariser Künstler ihre Werke aus, was Camaret eine fast bohemische Atmosphäre verleiht.
Entlang des Hafenbeckens reihen sich gemütliche Restaurants und typische Crêperien aneinander.
Das Treiben beobachten: Es gibt kaum etwas Schöneres, als hier bei einer frischen Galette oder einer Portion Meeresfrüchte zu sitzen und den Blick über die Masten der Boote und das geschäftige Treiben am Kai schweifen zu lassen.
Ein Highlight am Hafen von Camaret ist der markante Tour Vauban.
Dieser Verteidigungsturm ist Teil des UNESCO-Weltkulturerbes und zeugt von der strategischen Bedeutung, die dieser Ort einst für die Verteidigung Frankreichs hatte.
Meisterwerk der Verteidigung: Der Turm wurde vom berühmten Festungsbaumeister Sébastien Le Prestre de Vauban geplant und im Jahr 1697 fertiggestellt. Sein Ziel war es, die Rade de Brest (die Bucht von Brest) vor feindlichen Flotten – insbesondere der Engländer und Holländer – zu schützen.
Eindrucksvolle Bewaffnung: In seiner Blütezeit war der Turm mit elf Kanonen bestückt, die auf einer halbkreisförmigen Batterie positioniert waren.
Der Kanonenkugelofen: Eine technische Besonderheit ist der bis heute erhaltene Ofen zum Erhitzen von Kanonenkugeln. Die glühenden Kugeln sollten beim Aufprall auf die hölzernen Schiffe der Angreifer sofort Brände auslösen – eine furchteinflößende Verteidigungswaffe der damaligen Zeit.
Seine rötliche Farbe, die ihm den Beinamen „Tour Dorée“ einbrachte, leuchtet besonders schön in der Abendsonne und macht ihn zu einem der meistfotografierten Bauwerke der Halbinsel.
Nur wenige Schritte vom wehrhaften Vauban-Turm entfernt, steht die charmante Fischerkapelle Notre-Dame-de-Rocamadour. Erbaut zwischen 1610 und 1683, ist sie seit Jahrhunderten ein Ort des Gebets und der Zuflucht für die Menschen, deren Leben vom Meer abhängt.
Ein maritimes Heiligtum: Ursprünglich war sie die wichtigste Anlaufstelle für die Seefahrer und Fischer von Camaret, bevor sie zu ihren gefährlichen Fahrten auf den Atlantik aufbrachen oder wenn sie dankbar zurückkehrten.
Votivgaben an der Decke: Der maritime Charakter setzt sich im Inneren auf eindrucksvolle Weise fort. Wer den Blick nach oben richtet, entdeckt zahlreiche filigrane Schiffsmodelle, die von der Decke hängen. Diese sogenannten Votivgaben wurden von Seeleuten oder ihren Familien gespendet – oft als Dank für die Errettung aus schwerer Seenot.
Ein architektonisches Juwel: Die Kapelle aus dem typischen gelben Sandstein von Logonna bildet einen wunderbaren farblichen Kontrast zum rötlichen Tour Vauban und dem tiefen Blau des Hafenbeckens.
In Camaret-sur-Mer wird die Liebe zum Meer auch auf dem Teller zelebriert. Für alle, die Fisch und Schalentiere schätzen, ist der Ort ein wahres Schlaraffenland.
Les Viviers de Camaret (auch bekannt als Viviers Henry): Dies ist der traditionsreiche Betrieb direkt am Quai Louis-Auguste Téphany. Sie bieten weiterhin den Direktverkauf von Hummern, Langusten und Schalentieren an.
Le Vivier de la Pêche Camarétoise: Ebenfalls am Quai Téphany gelegen. Dieser Betrieb bietet neben dem Verkauf von lebenden Krustentieren oft auch kleine Verkostungen (Dégustations) an, bei denen man Austern oder Garnelen direkt vor Ort mit Blick auf den Hafen genießen kann.
Le Comptoir à Huîtres (im Bereich der alten Auktionshalle/Criée). Dort sitzt man in einer sehr urigen Atmosphäre zwischen den Wasserbecken und kann die Meeresfrüchte direkt dort verspeisen, wo sie gelagert werden – frischer und authentischer geht es kaum.
Camaret-sur-Mer wird von gleich vier wunderschönen Stränden eingerahmt, doch einer sticht durch seine dramatische Lage besonders hervor: der Plage de Pen-Hat.
Eingebettet zwischen den massiven Felsen der Pointe de Pen-Hir und der Pointe de Toulinguet, bietet dieser Strand eine Kulisse, die ihresgleichen sucht.
Das Panorama: Hier treffen der weite, helle Sand und die tiefblaue Brandung auf die schroffen, dunklen Steilküsten. Es ist ein Ort, an dem man die Kraft des Atlantiks bei jedem Atemzug spüren kann.
Für Entdecker: Die Dünenlandschaft hinter dem Strand lädt zu ausgiebigen Spaziergängen ein, bei denen man immer wieder neue Perspektiven auf die umliegenden Kaps gewinnt.
⚠️ So einladend das Wasser am Plage de Pen-Hat auch aussieht – das Baden ist hier aufgrund der extrem gefährlichen Unterströmungen (den sogenannten Baïnes) strengstens verboten. Es ist ein Strand zum Staunen, Wandern und Genießen der Aussicht, aber die Sicherheit geht hier vor der Erfrischung!
Neben dem wilden Pen-Hat bietet Camaret drei weitere Strände, die jeweils ihren ganz eigenen Charakter haben:
Plage du Corréjou: Er liegt am nächsten zum Stadtzentrum und ist ideal für einen schnellen Sprung ins Wasser oder einen Spaziergang nach dem Restaurantbesuch. Hier herrscht eine entspannte, familienfreundliche Atmosphäre.
Plage de Veryac'h: Direkt unterhalb der imposanten Klippen der Pointe de Pen-Hir gelegen. Er ist ein Paradies für Geologie-Begeisterte, da man hier die verschiedenen Gesteinsschichten der Klippen wie in einem offenen Buch lesen kann.
Plage de Trez-Rouz: Dieser Strand liegt etwas geschützter in der Bucht von Camaret. Er ist bekannt für seinen feinen Sand und ist besonders bei Familien beliebt, da das Wasser hier meist ruhiger ist als an den exponierten Weststränden.
Direkt oberhalb des wilden Strandes von Pen-Hat begegnet man der bewegten Vergangenheit der Region. Die Batteries de Kerbonn sind ein stummes Zeugnis der Verteidigungsgeschichte der Bretagne.
Die strategische Lage der Klippen wurde schon früh erkannt:
Ursprung: Die Verteidigungsanlage wurde bereits im späten 19. Jahrhundert errichtet, um die wichtige Meerenge von Brest vor Angriffen zu schützen.
Der Zweite Weltkrieg: Während der Besatzungszeit integrierte die deutsche Wehrmacht die alte Anlage in den Atlantikwall. Es wurden vier massive Bunker und Kasematten errichtet, deren Betonruinen heute noch der Witterung trotzen.
In einem dieser ehemaligen deutschen Bunker befindet sich heute ein Ort des Gedenkens: das Mémorial de la Bataille de l'Atlantique.
Die Ausstellung: Das Museum dokumentiert eindrucksvoll die Kämpfe um den Atlantik und das Schicksal der Seefahrer.
Ein Wald aus Ankern: Besonders ergreifend ist die Sammlung von Ankern, die von während der Atlantikschlacht gesunkenen Schiffen stammen. Sie wurden hier als Mahnmal zusammengetragen und ehren das Gedenken an die rund 45.000 Seeleute, die im Zweiten Weltkrieg auf See ihr Leben ließen.
Hoch über der Plage de Pen-Hat thronen die Ruinen eines Gebäudes, das einst ein Ort der Inspiration und Kunst sein sollte, heute aber als mahnendes Denkmal über dem Meer steht. Es erzählt die Geschichte des Dichters Saint-Pol-Roux und seines Schicksalsbergfrieds.
Im Jahr 1903 kaufte der Dichter ein einfaches Fischerhaus auf dem Hügel, fasziniert von dem unvergleichlichen Blick auf den Ozean. Er verwandelte das Haus in ein extravagantes, fast exotisch anmutendes Anwesen mit acht festungsartigen Türmen – das „Manoir de Boultous“.
Nachdem sein Sohn Cœcilian 1914 in der Schlacht vor Verdun gefallen war, gab der trauernde Vater dem Anwesen zu dessen Ehren einen neuen Namen: Manoir de Coecilian.
Doch das herrschaftliche Haus brachte kein Glück. Die Schrecken des Zweiten Weltkriegs erreichten den Dichter auf grausamste Weise:
Juni 1940: In einer schrecklichen Nacht überfiel ein deutscher Soldat das Anwesen. Er tötete die Haushälterin und verging sich an der Tochter des Dichters, Divine.
Verlust des Lebenswerks: Nur wenige Monate später wurde das Manoir erneut geplündert. Dabei wurden die meisten Manuskripte des Dichters zerstört oder geraubt – viele seiner Werke gelten bis heute als verschollen.
Saint-Pol-Roux starb kurz darauf, im Oktober 1940, in Brest. Er musste nicht mehr miterleben, wie sein geliebtes Anwesen 1944 bei einem Bombardement der Alliierten endgültig in Trümmern sank.
Heute stehen nur noch vier der ursprünglich acht Türme. Wie steinerne Wächter ragen sie aus dem Gras des Hügels empor und erinnern an das glanzvolle Leben des Dichters und die dunklen Schatten der Geschichte.
Die Ruine ist frei zugänglich und liegt direkt am Wanderweg. Besonders in der Abenddämmerung ist die Atmosphäre dort oben sehr speziell – man spürt förmlich den Geist des „Magnifique“, wie der Dichter oft genannt wurde.
So herrschaftlich sah das Anwesen einst aus
Vor der Ruine erinnert eine Gedenktafel an die bewegte Geschichte des Manoir und eine Zeichung läßt das Gebäude noch einmal in seiner damaligen Pracht vor dem Auge des Betrachters erstehen.
Auf der gegenüberliegenden Seite des Strandes von Pen Hat ragt die Pointe de Toulinguet in den Atlantik. Bis heute ist dieses Kap von großer strategischer Bedeutung, was sich in der dichten Bebauung mit militärischen Anlagen widerspiegelt.
Die Landspitze beherbergt eine faszinierende Mischung aus historischer und moderner Verteidigungsarchitektur:
Das Erbe Vaubans: Inmitten des heutigen militärischen Sperrgebiets steht ein Fort aus dem 17. Jahrhundert. Mit seinen massiven Festungsmauern und dem tiefen Graben wurde es einst von Sébastien Le Prestre de Vauban geplant, um die Hafenzufahrt von Brest zu sichern.
Der Napoleonische Turm: Ein besonderes Relikt ist der quadratische Turm (9 x 9 Meter) außerhalb der Festungsmauern. Er wurde während der Napoleonischen Kriege errichtet und bot einst 18 Soldaten Platz. Da er außerhalb des Sperrgebiets liegt, kann man ihn bei einer Wanderung aus nächster Nähe betrachten.
Leuchtturm Toulinguet: Das charakteristische Leuchtturmhaus, das den Seefahrern den Weg weist, stammt bereits aus dem Jahr 1848 und thront sicher hinter den Festungswällen.
Seit 1952 wird das Cap durch einen modernen Sémaphore der französischen Marine gekrönt. Von hier aus wird der gesamte Schiffsverkehr überwacht, der in die Rade de Brest ein- oder ausläuft. Es ist ein Ort, an dem die Marine rund um die Uhr ein wachsames Auge auf den Horizont hat.
Der Hafen von Camaret ist nicht nur ein Ziel an sich, sondern auch das ideale Tor zur wilden Inselwelt des Iroise-Meeres. Wer die salzige Freiheit des offenen Atlantiks spüren möchte, findet hier im Sommerhalbjahr hervorragende Möglichkeiten.
Vom Hafen aus starten Schiffe zur „Ile de Ouessant“, der wohl wildesten und abgelegensten Insel der Bretagne.
Erkundung per Rad: Einmal angekommen, ist das Fahrrad das Fortbewegungsmittel der Wahl. Direkt am Hafen finden Sie zahlreiche Anbieter, bei denen Sie sich ein Rad mieten können.
Das Land der Leuchttürme: Ouessant ist berühmt für seine monumentalen Leuchttürme. Einige trotzen den Naturgewalten weit draußen auf den Klippen im Meer, andere bewachen das zerklüftete Landesinnere. Mit dem Fahrrad lassen sich diese beeindruckenden Bauwerke am besten entdecken.
Neben Ouessant werden von Camaret aus regelmäßig zwei weitere Juwele angesteuert:
Île de Sein: Die extrem flache Insel scheint kaum aus dem Wasser zu ragen und bietet eine fast unwirkliche, stille Atmosphäre.
Île de Molène: Das Herz des Archipels, bekannt für seine reiche Flora und Fauna sowie die berühmte Wurstspezialität, die über Seetang geräuchert wird.
Die Schiffsverbindungen direkt ab Camaret werden hauptsächlich in der Hauptsaison (ca. April bis September) angeboten. In den Wintermonaten erfolgt die Überfahrt zu den Inseln meist über die Häfen von Brest oder Le Conquet. Es empfiehlt sich daher, die aktuellen Fahrpläne vorab zu prüfen.
Siehe auch, Ausflüge auf dem Wasser
Der Hafen von Camaret, auch sehr viele Freizeitskipper haben hier Boote liegen
Auf den schroffen Klippen der Halbinsel von Crozon, thront das Fort de la Fraternité, oder besser gesagt, seine Überreste. Einst, im 18. und 19. Jahrhundert, zur Verteidigung des Hafens von Brest errichtet, fügt sich die Festung heute fast organisch in die wilde Landschaft ein.
Ursprung: Die strategische Bedeutung des Ortes wurde früh erkannt. Bereits 1695 ließ der berühmte Festungsbaumeister Vauban hier eine erste Geschützbatterie errichten. Das eigentliche Fort, wie man es heute in Ruinen sieht, wurde jedoch erst 1791 während der Französischen Revolution fertiggestellt.
Aufgabe: Es war Teil des Verteidigungsgürtels rund um die Reede von Brest. Zusammen mit dem gegenüberliegenden Îlot du Diable sollte es die Bucht von Camaret vor feindlichen Schiffen schützen, die versuchen könnten, dort Truppen für einen Landangriff auf Brest abzusetzen.
Bewaffnung: In seiner Blütezeit war das Fort mit sechs massiven 36-Pfünder-Kanonen bestückt, die das Meer unterhalb der Klippen kontrollierten.
Der Kalkofen (Four à chaux): Direkt unterhalb des Forts befinden sich die Reste eines Kalkofens aus dem Jahr 1800. Das ist eine Besonderheit: Da vor Ort Kalkstein vorkam, wurde dieser dort direkt gebrannt, um Mörtel für den Bau und die Instandhaltung der militärischen Anlagen auf der Halbinsel zu gewinnen.
Das Ende der Dienstzeit: Bereits 1870 wurde das Fort militärisch aufgegeben, da die Mauern den modernen, durchschlagskräftigeren Geschützen dieser Zeit nicht mehr standhalten konnten. Später diente es nur noch als Lager für Holz und Kalkfässer.
Heutiger Zustand: Fast alle Gebäude sind heute verfallen, nur das Pulvermagazin mit seinem markanten Dach aus Granitplatten ist noch erstaunlich gut erhalten.
Die Überreste des Forts de la Fraternité auf der îlot du diable
Die Suche nach der Îlot des Capucins und dem gleichnamigen Fort gleicht einer kleinen Entdeckungsreise. Es ist nicht ganz einfach zu finden, doch wer den Weg auf sich nimmt, wird mit einem der atemberaubendsten Anblicke der Halbinsel Crozon belohnt.
Das Fort selbst, das Ende des 19. Jahrhunderts aus dem charakteristischen Schiefergestein der Region erbaut wurde, bietet ein unvergleichliches Fotomotiv und lässt die strategische Bedeutung der Verteidigung von Brest hautnah spürbar werden. Die Îlot des Capucins erhielt ihren Namen übrigens vom Felsen gleich neben ihr, denn dieser soll einem Mönch im Gebet ähneln.
Um zu diesem versteckten Ort zu gelangen, folgen Sie der Küstenstraße D355 in Richtung der Pointe des Espagnols.
Orientierung: Da es keinen großen offiziellen Parkplatz gibt, achten Sie auf die Stelle, die bei Google Maps als „Îlot des Capucins“ markiert ist. Meist stehen dort bereits einige Autos am Straßenrand – das ist Ihr Zeichen zum Parken.
Der Fußweg: Gehen Sie von der Straße aus einen der Pfade in Richtung Meer. Der Weg führt Sie zunächst an verlassenen Bunkern aus dem Zweiten Weltkrieg vorbei. Nach etwa zehn Minuten öffnet sich plötzlich die Küstenlinie und gibt den Blick auf das Fort frei, das spektakulär auf seinem Felsen thront.
Wichtiger Hinweis zur Sicherheit und Rechtslage:
Der Blick von oben auf das Fort ist legal und absolut lohnenswert. Der Abstieg zum Fort und das Betreten der Insel sind jedoch inzwischen offiziell verboten. Das Gelände ist baufällig, es besteht Lebensgefahr durch Steinschlag und marode Bausubstanz. Wer den steilen Pfad dennoch auf eigene Gefahr begeht, sollte sich bewusst sein, dass dies kein offizieller Wanderweg ist und die Brücke sowie das Fort jederzeit gesperrt sein können.
Spektakulär: Îlot des Capucins, Fort des Capucins und der Ausblick vom Fort aus
Obwohl das Fort erst im Jahr 1848 errichtet wurde, basierte es auf Entwürfen, die der berühmte Festungsbaumeister Vauban bereits 150 Jahre zuvor erstellt hatte. Gemeinsam mit dem Fort de la Fraternité auf der Îlot du Diable und dem gegenüberliegenden Fort du Petit Minou bildete das strategisch perfekt auf dem winzigen Inselchen Îlot des Capucins gelegene Fort ein unüberwindbares Verteidigungsdreieck, das die Meerenge von Brest und die Bucht von Camaret kontrollierte.
Technik unter Tage. Die Anlage ist ein Wunderwerk der Militärarchitektur:
Artilleriestellungen: Mehrmals wurde die strategisch wichtige Stellung umgebaut, eine tief in den Fels hinunterführende Treppe markiert bis heute den Zugang zu den ehemaligen Artilleriestellungen. Enorme Kanonen in unterirdischen Hallen sollten feindliche Schiffe versenken, noch bevor diese die Bucht erreichen konnten.
Sicher geschützt: Das riesige Pulvermagazin wurde tief in das Herz der Insel getrieben, geschützt von einer bis zu acht Meter dicken Gesteinsschicht.
Das Fort des Capucins, von der Brücke aus gesehen
An der äußersten Nordspitze der Halbinsel Crozon ragt die Pointe des Espagnols wie ein steinernes Bollwerk in die Rade de Brest. Dieser Ort ist weit mehr als nur ein Aussichtspunkt – er ist ein Logenplatz der Weltgeschichte und bietet einen guten Ausblick über die Rade de Brest.
Die strategische Bedeutung dieses Vorsprungs, der den Zugang zu einem der wichtigsten Naturhäfen Europas kontrolliert, ist seit dem Mittelalter unumstritten. Schon zu jener Zeit nutzten französische Truppen diesen Vorsprung, um feindliche Schiffe abzuwehren.
Ihren markanten Namen verdankt die Spitze einem Ereignis aus dem Jahr 1594: Während der Hugenottenkriege landeten hier spanische Truppen, um Brest zu belagern. Die Belagerung wurde zwar abgewehrt, doch der Name „Pointe des Espagnols“ blieb bis heute als Erinnerung an dieses Kapitel bestehen.
Über die Jahrhunderte hinweg wurde die Landspitze immer wieder befestigt, was sie heute zu einem faszinierenden Ort für Entdecker macht. Auf engstem Raum finden Sie hier:
Batterie Vauban (17. Jh.): Überreste der Verteidigungsanlagen des berühmten Festungsbaumeisters Ludwigs XIV.
Napoleonische Kasematten (19. Jh.): Zeugnisse der französischen Verteidigungspolitik gegen die britische Vorherrschaft zur See.
Der Atlantikwall (20. Jh.): Massive deutsche Bunkeranlagen aus dem Zweiten Weltkrieg.
Diese Ruinen bilden heute ein eindrucksvolles Freiluftmuseum, das die militärische Entwicklung Europas über 400 Jahre hinweg erlebbar macht.
Bei klarer Sicht bietet sich Ihnen ein spektakulärer Rundumblick:
Brest: Die gegenüberliegende Hafenstadt mit ihren Werften und Marineanlagen.
Fort de Bertheaume: Eine markante Festung, die westlich von Brest auf einem Felsen im Meer thront.
Die Inseln: Die geheimnisvolle Île Longue (der Stützpunkt der französischen Atom-U-Boote) sowie die Îles du Petit Minou mit ihrem berühmten Leuchtturm.
Nehmen Sie sich Zeit für den Rundweg entlang der Klippen. Der Kontrast zwischen den grauen Betonruinen, den gelben Ginsterbüschen und dem tiefblauen Wasser des Goulet (der Meerenge) macht die Pointe des Espagnols zu einem der fotogensten Orte der Halbinsel.
Alte Geschützstellungen an der Pointe des Espagnols
Das Flaggschiff der Stahlindustrie:
Diese gewaltige Kanone wurde 1888 an der Pointe des Espagnols installiert.
Sie war speziell für Munition des Kalibers 320 mm ausgelegt, wobei ein einzelnes Geschoss zwischen 200 und 300 kg wog. Gemeinsam mit den Stellungen am Fort Robert bildeten diese Geschütze einen unüberwindbaren Verteidigungsgürtel in der Rade de Brest und galten damals als technisches Meisterwerk der französischen Schwerindustrie.
Wenn Sie den Blick von der Pointe des Espagnols über das Wasser der Rade de Brest schweifen lassen, fallen zwei kleine Inseln mit markanten alten Aufbauten ins Auge. Sie wirken friedlich, doch ihre Namen und ihre Geschichte sind eng mit den Schicksalen der französischen Seefahrer verwoben.
Die Île Trébéron diente über Jahrhunderte als Quarantänestation für Seeleute.
Schutz vor Seuchen: Schiffe, die von weiten Reisen zurückkehrten und Krankheiten wie die Pest oder Gelbfieber an Bord hatten, mussten hier anlegen.
Das Sanatorium: Die heute noch sichtbaren Ruinen stammen teils von den Lazarettgebäuden, in denen die Kranken isoliert wurden, um die Stadt Brest vor Epidemien zu schützen.
Gleich daneben liegt die Île des Morts, deren Name bereits erahnen lässt, welche Funktion sie einst erfüllte.
Der letzte Hafen: Ursprünglich diente sie als Friedhof für die Seeleute, die die Quarantäne auf der Nachbarinsel Trébéron nicht überlebten.
Das Pulverlager: Im 19. Jahrhundert änderte sich ihre Nutzung radikal. Um die Stadt Brest vor verheerenden Explosionen zu schützen, wurden hier riesige, bombensichere Pulvermagazine errichtet. Die massiven, rechteckigen Gebäude, die Sie heute noch sehen können, lagerten tonnenweise Schießpulver für die französische Flotte.
Obwohl die Geschichte dieser Inseln heute meist in Vergessenheit geraten ist, bleibt ihre Bedeutung bestehen: Beide Inseln liegen im militärischen Sicherheitsbereich der Île Longue (dem Stützpunkt der Atom-U-Boote). Sie bleiben stumme Zeugen der Marinegeschichte, die man am besten mit dem Fernglas von der Küste aus erkundet.
Fahren Sie von der Pointe des Espagnols weiter Richtung Osten, dann begegnen Sie einem der schärfsten Kontraste der Bretagne: Während Sie eben noch die grenzenlose Freiheit des Atlantiks auf der Crozon Halbinsel genossen haben, blicken Sie nun auf die Île Longue – den als bestgesichert geltenden Ort Europas, den Ort, an dem sich die nukleare Abschreckung Frankreichs hinter unsichtbaren Mauern aus striktem Beobachtungs- und Fotografierverbot verbirgt .
Wenn Sie von der Pointe des Espagnols nach Osten fahren, sehen Sie sie, die Île Longue und was wie eine gewöhnliche Halbinsel aussieht, ist in Wahrheit der wichtigste Stützpunkt der französischen Marine und das Herzstück der französischen Atommacht. Von hier aus starten die strategischen Atom-U-Boote (SNLE) der Force de dissuasion zu ihren monatelangen Patrouillen in den Weltmeeren.
Sicherheitszone: Das gesamte Gebiet um die Insel und weite Teile der angrenzenden Gewässer sind militärisches Sperrgebiet.
Flugverbotszone: Es herrscht ein striktes Überflugverbot, auch für private Drohnen. Verstöße werden hier extrem streng geahndet.
In dieser Ecke der Bretagne ist beim Fotografieren Vorsicht geboten.
Fotografierverbot: An vielen Stellen, besonders in der Nähe von aktiven Militäranlagen wie dem Sémaphore de Toulinguet oder mit Blick auf die Île Longue, finden Sie Schilder mit einer durchgestrichenen Kamera.
Die goldene Regel: Fotografieren Sie die Landschaft, die Ruinen und das Meer, aber richten Sie Ihr Objektiv niemals direkt auf aktive militärische Einrichtungen, patrouillierende Marineschiffe, ein- oder auslaufende U-Boote oder die Hochsicherheitszäune der Île Longue.
Kontrollen: Die Gendarmerie ist hier sehr präsent. Wer beim Fotografieren von Sicherheitsanlagen erwischt wird, muss damit rechnen, dass Bilder gelöscht werden oder im Zweifelsfall das Equipment vorübergehend beschlagnahmt wird.
Auf Youtube zeigen wir Ihnen das schönste Ende der Welt:
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