Die Bretagne schmeckt überall anders – mal nach wildem Atlantik, mal nach süßem Karamell und immer nach einer Prise Meersalz.
Wir hoffen, diese kleine „Löffelliste“ hilft Ihnen dabei, die kulinarischen Schätze unserer Region zu entdecken und zu genießen.
Gehen Sie auf die Märkte, besuchen Sie die Fischgeschäfte oder den Fischhändler auf dem Markt und lassen Sie sich in den Crêperien und Restaurants verwöhnen.
Wir wünschen Ihnen eine genussvolle Reise durch das Land der Salzbutter und der Gezeiten. Bon appétit!
In der Bretagne führt kein Weg an ihnen vorbei: In fast jedem Ort finden Sie eine oder mehrere Crêperien. Doch Vorsicht bei der Bestellung – was oberflächlich ähnlich aussieht, unterscheidet sich grundlegend in Teig und Tradition.
Der feine Unterschied: Buchweizen vs. Weizen
Galettes: Die herzhafte Variante besteht aus Buchweizenmehl (auch Blé noir oder Sarrasin genannt). Der Teig wird traditionell mit dem berühmten grauen Meeressalz aus Guérande verfeinert, was ihm seine charakteristische, würzige Note verleiht.
Crêpes: Sie bestehen aus hellem Weizenmehl (Froment), sind süß und haben eine deutlich hellere Farbe.
Gut zu wissen: Besonders im Finistère weicht die Bezeichnung oft ab. Um Verwechslungen mit den gleichnamigen Butterkeksen zu vermeiden, bestellt man dort eher „Crêpes au froment“ (süß) oder „Crêpes au blé noir“ (herzhaft).
Von „Complète“ bis „Beurre-Sucre“
Die Füllungen sind so vielfältig wie die Region selbst:
Der herzhafte Klassiker: Eine Galette „Complète“ mit Schinken, Ei und Käse ist ein absolutes Muss.
Der süße Klassiker: Wenn Sie die Bretagne pur schmecken wollen, führt kein Weg an der Crêpe au Caramel Beurre Salé vorbei. Dieses hausgemachte, cremige Karamell mit gesalzener Butter ist eine regionale Spezialität, die fast jede Crêperie nach eigenem Geheimrezept herstellt.
Die puristische Alternative: Wer es ganz traditionell mag, wählt die „Beurre-Sucre“ – eine schlichte, aber köstliche Kombination aus geschmolzener Butter und Kristallzucker.
Für Genießer: Auch flambierte Crêpes mit Grand Marnier oder Crêpes mit geschmolzener Schokolade sind beliebt, doch das salzige Karamell bleibt die unangefochtene Nummer eins auf jeder bretonischen Löffelliste.
Tradition und Aberglaube
Hinter dem Genuss verbirgt sich eine alte heidnische Tradition. Am 2. Februar, dem Fest der Mariä Lichtmess (Chandeleur), symbolisieren die runden Fladen die wiederkehrende Sonne. Man nutzte das restliche Mehl des Vorjahres vor der neuen Aussat, um mit dem Backen die kalte Jahreszeit und böse Geister zu vertreiben.
Das beste Rezept?
Fragen Sie zehn Crêpiers nach ihrem Geheimrezept und Sie werden zehn verschiedene Antworten erhalten. Jeder hütet seine Mischung wie einen Schatz – am Ende entscheidet allein Ihr Gaumen, wer das Rennen macht.
Eine Crêpe Complète in Pors Poulhan von der Roulotte à Crêpes
Was der Wein für den Süden Frankreichs ist, ist der Cidre für die Bretagne: das Nationalgetränk. Dieser spritzige Apfelschaumwein ist weit mehr als nur ein Durstlöscher – er ist Ausdruck bretonischer Lebensart.
Je nach Gärdauer und Restzuckergehalt unterscheidet man beim Cidre verschiedene Charakterstufen:
Cidre Doux (mild): Fruchtig-süß mit einem geringen Alkoholgehalt von ca. 2,5 %. Ideal als Begleiter zu süßen Crêpes.
Cidre Brut (herb): Die kräftigere Variante mit bis zu 5,5 % Alkohol. Er ist deutlich trockener und passt hervorragend zu herzhaften Galettes oder Fleischgerichten.
Gut zu wissen: Der bretonische Cidre unterscheidet sich deutlich von seinem Nachbarn aus der Normandie. Da in der Bretagne säuerlichere Apfelsorten verwendet werden, schmeckt er insgesamt herber und charaktervoller.
Echten Cidre trinkt man in der Bretagne nicht aus dem Glas, sondern aus den sogenannten "Bolées" (kleinen Keramikschalen). Diese Tradition stammt aus einer Zeit, als Glas auf dem Land ein kostbares Gut war und man einfache Trinkgefäße aus Ton nutzte.
Bevor Sie sich ganz dem puren Cidre widmen, sollten Sie eine weitere bretonische Spezialität probieren: den Kir Breton. Dabei wird ein Schuss Crème de Cassis (Johannisbeerlikör) mit kühlem Cidre aufgefüllt. Es ist die regionale Antwort auf den klassischen Kir mit Weißwein – herrlich erfrischend und der perfekte Start in einen bretonischen Abend.
Unser Tipp: Genießen Sie einen gut gekühlten Cidre an einem warmen Sommerabend auf der Terrasse Ihres Ferienhauses. Er ist die perfekte Erfrischung und fängt das Urlaubsgefühl der Bretagne in einem Schluck ein.
Möchten Sie mit eigenen Augen sehen, wie aus den sonnengereiften Äpfeln das flüssige Gold gewonnen wird? Die Bretagne bietet wunderbare Möglichkeiten, den Herstellern über die Schulter zu schauen:
Die Route du Cidre: In der Region Cornouaille können Sie dieser speziellen Route folgen. Sie führt Sie direkt zu verschiedenen Erzeugern, bei denen Sie unterschiedliche Sorten probieren und Ihren Favoriten direkt für den Vorrat im Ferienhaus einkaufen können. Route du Cidre in der Cornouaille
Ein Geheimtipp in der Nähe: Nur etwa 5 Kilometer von Plouhinec entfernt, in Mahalon, liegt die „Cidrerie de Tromelin“. Hier wird die Kunst des Kelterns noch lebendig gehalten. Die Kelterei bietet Besichtigungen an, bei denen Sie den Prozess hautnah miterleben können. Im Hofladen finden Sie neben prämiertem Cidre auch naturtrüben Jus de Pomme (Apfelsaft) und würzigen Cidre-Essig – ein tolles Mitbringsel für die heimische Küche!
Das absolute Aushängeschild der bretonischen Küche ist das „Plateau de Fruits de Mer“. Man könnte es als die maritime Entsprechung zur Schlachtplatte bezeichnen – ein gewaltiges, kunstvolles Arrangement direkt aus dem Atlantik.
Damit Sie nicht irgendeine Platte erhalten, sondern echte bretonische Qualität, gibt es die „Charte du plateau de fruits de mer frais bretons“. Diese freiwillige Selbstverpflichtung der Gastronomen garantiert Ihnen Frische und Vielfalt. Die Vorgabe: Ein echtes Plateau muss zwingend mindestens drei verschiedene Arten von fangfrischen Schalen- und Krustentieren enthalten.
Ein typisches, üppiges Plateau ist oft eine Herausforderung für den Augenblick – und den Magen. Meist finden Sie eine Kombination aus:
Austern: Das bretonische Muss! (oft aus der Region Cancale oder Riec-sur-Belon).
Krustentieren: Garnelen (Crevettes) und Langustinen.
Muscheln: Venusmuscheln (Palourdes) und Strandschnecken (Bigorneaux).
Die "Hauptdarsteller": Ein Taschenkrebs (Tourteau) oder eine Meerspinne (Araignée de mer).
Das Luxus-Upgrade: Gegen Aufpreis krönt oft ein echter bretonischer Hummer (Homard breton) das Ensemble.
Profi-Tipp für den Genuss: Ein Plateau de Fruits de Mer wird traditionell mit gesalzener Butter, frischem Graubrot (Pain de seigle) und einer hausgemachten Mayonnaise serviert. Nehmen Sie sich Zeit – das Knacken der Schalen gehört zum Erlebnis dazu!
Hier ein Plateau de Fruits de Mer wie Sie es im Fischgeschäft Poissonnerie Quéré in Plozévet bestellen und abholen können.
Foto © : Poissonnerie Quéré, Plozévet
Was trinkt man zu einer so opulenten Auswahl an Meeresfrüchten? Während der Cidre hervorragend zu Crêpes passt, verlangt das Plateau de Fruits de Mer nach einem trockenen, mineralischen Weißwein.
Der Klassiker: Muscadet Sèvre et Maine. Dieser Wein aus der Nähe von Nantes (dem historischen Teil der Bretagne) ist der geborene Partner für Austern und Krustentiere. Besonders die Variante „sur lie“ (auf der Hefe gelagert) besticht durch eine feine Perlung und eine saline Note, die das Aroma des Meeres perfekt widerspiegelt.
Die Alternative: Auch ein spritziger Gros Plant du Pays Nantais oder ein trockener Sauvignon Blanc harmonieren wunderbar mit der Jodhaltigkeit der Meeresfrüchte.
Wenn das Meer in der Bretagne mit der Languste eine Königin hat, dann ist die Langustine (Langoustine) zweifellos die Prinzessin der bretonischen Küste. Besonders im Pays Bigouden, nur etwa 40 Minuten von Plouhinec entfernt, wird sie als „La Demoiselle de Loctudy“ (das Fräulein von Loctudy) verehrt.
Ein Besuch in Loctudy oder in Le Guilvinec ist ein Erlebnis für alle Sinne. Verpassen Sie auf keinen Fall den Moment, wenn gegen 16:00 Uhr die Fischerboote in die Häfen einlaufen. Es ist ein faszinierendes Schauspiel, zuzusehen, wie die kostbare, rosafarbene Fracht entladen wird.
Frischer geht es nicht: Sie haben dort die Gelegenheit, die Langustinen direkt beim Fischer oder in den Fischgeschäften am Hafen zu erwerben – ein echtes Stück bretonischer Lebensqualität.
Ferien in Plouhinec ohne diesen Leckerbissen sind eigentlich unvorstellbar. Die Zubereitung ist denkbar einfach, denn das zarte Fleisch benötigt kaum Ablenkung:
Der Klassiker: Ganz kurz in sprudelndem Salzwasser gekocht und noch lauwarm mit einer hausgemachten Mayonnaise serviert.
Für Genießer: In der Pfanne kurz angebraten, gegrillt oder sogar edel flambiert.
Falls Sie den Weg nach Loctudy oder Guilvinec nicht antreten möchten, müssen Sie dennoch nicht verzichten. In der Poissonnerie in Audierne oder in Plozévet erhalten Sie während der Saison zweimal täglich fangfrische Ware, die direkt von den lokalen Fischern angelandet wird.
Falls Sie sich unsicher bei der Zubereitung sind: In fast allen Fischgeschäften (Poissonnerien) können Sie die Langustinen bereits fachmännisch gegart kaufen (meist im Dampfgarer zubereitet).
So gehen Sie kein Risiko ein und können sicher sein, dass Sie perfekt gegarte „Demoiselles“ auf dem Teller haben – zart, saftig und auf den Punkt. Einfach eine frische Mayonnaise und ein Baguette dazu kaufen, und das Festmahl in Ihrem Ferienhaus kann beginnen!
Die Jakobsmuschel – französisch Coquille Saint-Jacques – ist weit mehr als nur eine Delikatesse. Als Symbol der Pilger auf dem Jakobsweg ist ihre markante Form weltbekannt, doch in der Bretagne ist sie vor allem eines: der Stolz der Fischer.
Jakobsmuscheln sind faszinierende Lebewesen. Sie leben in 10 bis 100 Metern Tiefe auf sandigem Boden und wachsen nur sehr langsam. Erst nach etwa zehn Jahren erreichen sie die Größe, die für den Fang zugelassen ist.
Hätten Sie es gewusst? Am Rand ihres Mantels sitzen zwischen kleinen Tentakeln insgesamt 60 winzige, blaue Augen. Zudem sind sie erstaunlich mobil: Bei Gefahr nutzen sie ihren kräftigen Schließmuskel, um durch schnelles Auf- und Zuklappen der Schalen in Sekunden meterweit davonzuschwimmen.
Um die Bestände nachhaltig zu sichern, gelten in der Bretagne extrem strenge Gesetze, die sogar aus der Luft überwacht werden:
Saison: Nur von Anfang Oktober bis Mitte Mai.
Zeitfenster: Die Fischer dürfen oft nur zweimal pro Woche für jeweils 45 Minuten ernten.
Mindestmaß: Jede Muschel muss einen Durchmesser von mindestens 10,2 cm haben.
Auch als Privatperson können Sie sich bei der pêche a pied (Fischen zu Fuß bei Ebbe) oder als Taucher (ohne Gerät!) versuchen – allerdings ist die Ausbeute streng auf maximal 30 Muscheln pro Person begrenzt.
Das feste, weiße Fleisch der Jakobsmuschel – die sogenannte „Nuss“ – besticht durch einen mild-nussigen, leicht süßlichen Geschmack mit einem Hauch von Meer.
Viele Feinschmecker schätzen zudem den „Corail“, den rötlich-orangenen Rogensack, der besonders intensiv schmeckt. Ob ganz pur als Carpaccio (roh), kurz in Butter gebraten, sanft gedämpft oder klassisch in der Schale gratiniert: Die Jakobsmuschel ist eine unwiderstehliche Gaumenfreude.
Siehe auch: Kochrezepte Muscheln
In der Bretagne ist Fisch kein bloßes Nahrungsmittel, sondern ein täglich frisch angelieferter Schatz des Ozeans. Um ihn noch frischer zu bekommen als in den erstklassigen Restaurants vor Ort, müssten Sie vermutlich schon selbst die Angel auswerfen.
Gleich nach dem Fang schlägt die Stunde der Criée – der traditionellen Fischversteigerung in den Häfen. Nur Stunden nach der Anlandung füllen sich die Auslagen der örtlichen Fischgeschäfte (Poissonnerien) und die Speisekarten der Küstenrestaurants mit einer beeindruckenden Vielfalt:
Die Edlen: Goldbrasse (Dorade), der legendäre Steinbutt (Turbot), die zarte Seezunge (Sole) oder die feine Rotbarbe (Rouget).
Die Charakterstarken: Der Petersfisch (Saint-Pierre) mit seinem markanten „Fingerabdruck“ oder der Rote Knurrhahn (Grondin).
Die Rustikalen: Unglaublich lecker schmecken Seehecht (Merlu) direkt vom Grill, Rochen (Raie) in Kapernbutter oder der furchterregend aussehende, aber geschmacklich überragende Seeteufel (Lotte).
Im Raz de Sein zwischen der Pointe du Raz und der Île de Sein wird der berühmte Wolfsbarsch, der „Bar de ligne“, noch ganz traditionell von kleinen Fischerbooten, den Ligneurs, aus mit der Angelleine gefangen.
Im Gegensatz zu Netzfängen bleibt das Fleisch dieser Tiere fest und makellos. Ein geangelter Wolfsbarsch gilt unter Kennern als der beste Fisch der Welt – oft einfach nur in einer Salzkruste zubereitet, um sein feines Eigenaroma perfekt zur Geltung zu bringen.
Die 'Ligneurs' von Audierne fahren hinaus in den Raz de Sein, zwischen der Pointe du Raz und der Île de Sein und angeln diesen kostbaren Fisch bei manchmal enormem Wellengang und sehr gefährlichen Strömungen mit der Hand. Ihre kleinen, wendigen Boote vollführen dabei oft ein regelrechtes Rodeo auf den Wellen.
Hier auf Youtube können Sie sehen, was diese Fischer täglich leisten:
https://www.youtube.com/watch?v=gB-iggHukw8
https://www.youtube.com/watch?v=nADBC5ghLTk&t=204s
https://www.youtube.com/watch?v=UlAIpN7bM6Q
Wenn es ein Produkt gibt, das die Herzen von Gourmets weltweit höherschlagen lässt, dann ist es der bretonische Hummer (Homarus gammarus). Er gilt als die unangefochtene Majestät unter den Krustentieren – ein Luxusgut, das seinen Preis hat, aber jeden Cent wert ist.
Der höhere Preis (oft doppelt so hoch wie beim amerikanischen Hummer) rechtfertigt sich durch das festere, nussigere Fleisch und das deutlich intensivere Aroma. Da er in den kalten, sauerstoffreichen und strömungsstarken Gewässern der Bretagne langsamer wächst, ist seine Fleischqualität unerreicht.
Häufig wird der bretonische Hummer mit seinem amerikanischen oder kanadischen Verwandten verglichen, doch Kenner wissen: Es liegen Welten dazwischen. Der „Amerikaner“ ist meist bräunlich-beige und deutlich heller. Der Bretone hingegen besticht durch einen stahlblauen bis fast schwarzen Panzer, der mit feinen hellen Sprenkeln übersät ist.
Auch nach dem Kochen bleibt der Unterschied sichtbar: Während der Import-Hummer eher hellrot wird, erstrahlt der Bretone in einem leuchtenden, tiefen Rot, das fast magisch wirkt.
Ein ausgewachsener bretonischer Hummer kann zwischen 20 und 60 cm groß werden und stolze 4 kg auf die Waage bringen. Die meisten Exemplare, die Ihnen in den erstklassigen Restaurants der Region begegnen, sind jedoch etwa 30 cm lang und wiegen rund ein Kilogramm – die ideale Größe für ein unvergessliches Festmahl.
Erwiesen ist, dass so mancher Hummer in den Händen von Hobbyköchen leider einen doppelten Tod sterben muss: Erst lässt er sein Leben im kochenden Wasser und anschließend verliert er sein gesamtes Aroma, weil die Kochzeit zu lang bemessen wurde. Das wertvolle weiße Fleisch in den Scheren und im Schwanz wird dann leider zäh und trocken.
Das Geheimnis: Der „glasige“ Genuss
In der Bretagne serviert man den Hummer mit Vorliebe glasig. Die Kochzeit wird dabei so präzise berechnet, dass das Fleisch im Kern des Schwanzes fast noch ein wenig roh ist.
Das Ergebnis: Der Hummer bleibt wunderbar saftig und weich.
Das Aroma: Nur so kommt das feine, leicht nussige Aroma voll zur Geltung
Unser Tipp: Wenn Sie sich im Ferienhaus an dieses königliche Gericht wagen möchten, dann lassen Sie sich in der Poissonnerie oder am Fischstand (z. B. in Audierne oder Plozévet) genau beraten. Die Fachleute dort wissen sekundengenau, wie lange „Ihre“ Majestät baden darf.
Jede gute Poissonnerie in der Region verkauft Ihnen den Hummer auf Bestellung auch bereits fertig gegart. Er wird dort im Dampfgarer exakt auf den Punkt gegart, sodass Sie sicher sein können, ein perfekt saftiges und aromatisches Fleisch auf den Teller zu bekommen.
Wenn Sie durch die Straßen eines bretonischen Städtchens spazieren und Ihnen ein unwiderstehlicher Duft von karamellisiertem Zucker und frischer Butter in die Nase steigt, dann sind Sie am Ziel: Sie haben einen Stand mit Kouign-amann gefunden.
Erfunden wurde der bretonische Butterkuchen um 1860 in Douarnenez.
Eigentlich war es ein Notbehelf: In einer Zeit, in der Mehl knapp, aber Butter reichlich vorhanden war, kreierte ein Bäcker diesen schweren, süßen Hefeteig. Heute ist er das süße Wahrzeichen der Region und darf auf keiner Festlichkeit fehlen.
Kouign-amann und Diät sind zwei Begriffe, die in der Bretagne niemals im selben Satz fallen sollten. Das Rezept ist so simpel wie sündhaft:
Der Teig: Ein buttriger Hefeteig wird ähnlich wie ein Blätterteig mehrfach gefaltet.
Die Füllung: Großzügige Schichten aus gesalzener Butter und Zucker.
Das Geheimnis: Traditionell wird so viel Butter und Zucker verwendet, dass das Mehl gerade noch bindet. Beim Backen schmilzt diese Mischung und verwandelt sich in die berühmte, klebrig-leckere Salzkaramellkruste, die den Kuchen so unverwechselbar macht.
Sie finden den bretonischen Kouign-amann eigentlich überall:
Frisch vom Markt: Oft noch warm direkt auf die Hand – ein unvergleichliches Erlebnis.
In der Bäckerei: Erhältlich als großer Kuchen für die ganze Familie oder als handliche kleine Kaffeeteilchen (Kouignettes).
Im Café: Besonders edel wird er serviert, wenn er leicht angewärmt ist und mit einer Kugel Vanilleeis kombiniert wird.
Unser Tipp: Kaufen Sie ihn am besten bei einem handwerklichen Bäcker (Boulanger Artisanal). Man sagt in der Bretagne: „Den Kouign-amann macht man nur, wenn man ihn beherrscht. Wer ihn nur halbherzig backt, verliert sein Gesicht.“
Neben dem Kouign-amann ist der Far Breton der unbestrittene Klassiker unter den bretonischen Kuchen. Wer ihn zum ersten Mal probiert, ist oft überrascht von seiner Konsistenz: Er ist kein lockerer Biskuit, sondern ein kompakter, puddingartiger Eierkuchen, der auf der Zunge zergeht.
Der Name leitet sich von der bretonischen Bezeichnung „farz fourn“ ab – was schlicht „Mehl aus dem Ofen“ bedeutet (farz für Mehl, fourn für Ofen).
Seine Geschichte reicht bis ins 18. Jahrhundert zurück. Ursprünglich war der Far ein salziger Getreidebrei, der so lange gekocht wurde, bis er fest war. Er wurde in Stücke geschnitten und als Beilage zu Fleisch serviert – neben den Galettes ein Hauptnahrungsmittel der ländlichen Bevölkerung. Erst später verfeinerte man das Rezept mit Eiern, Milch und Zucker zu der süßen Delikatesse, die heute bei keinem Familienfest fehlen darf.
Die bekannteste Variante ist der Far Breton aux Pruneaux. Hierfür werden Backpflaumen oft über Nacht in Rum eingeweicht und in den Teig gegeben. Doch die Vielfalt ist groß:
Klassisch: Mit Rosinen, frischen Pflaumen, Äpfeln oder getrockneten Aprikosen.
Pur: Ganz ohne Früchte, um den feinen Geschmack von Vanille und Eiern zu betonen.
Unter Liebhabern entbrennt oft ein leidenschaftlicher Streit: Schmeckt er warm oder kalt besser? In der Bretagne ist man flexibel:
Als Zwischengang während eines ausgiebigen Menüs.
Als kaltes Dessert zum Abschluss.
Oder sogar warm als vollständige Mahlzeit – besonders an gemütlichen Regentagen ein echter Seelenschmeichler.
Unser Tipp: Sie finden den Far Breton in fast jeder Bäckerei der Region. Er ist das perfekte I-Tüpfelchen für ein Picknick am Strand oder eine willkommene Stärkung nach einer Wanderung an der Steilküste.
Auf der Terrasse unseres Ferienhauses schmeckt er natürlich doppelt so gut!
Man kann es nicht oft genug betonen: Für einen echten Bretonen ist ungesalzene Butter (Beurre doux) schlichtweg kein Lebensmittel. Sie wird bestenfalls toleriert, meistens jedoch mit einer Mischung aus Unverständnis und tiefer Verachtung gestraft. Über „süße Butter“ werden in der Bretagne zahllose Scherze gemacht, und die Ablehnung geht so weit, dass mancherorts sogar leidenschaftliche Slogans wie „ON DÉTESTE LE BEURRE DOUX“ (Wir hassen süße Butter!) an Hausfassaden gesprüht findet.
Wer in einem bretonischen Haushalt versehentlich ungesalzene Butter auf den Tisch stellt, muss mit hochgezogenen Augenbrauen oder mitleidigen Blicken rechnen.
In der Bretagne ist Butter nicht einfach nur ein Streichfett – sie ist ein Kulturgut, ein unverzichtbarer Geschmacksträger und die geheime Zutat fast jeder Spezialität. Ein bekanntes Sprichwort bringt es auf den Punkt: „Un breton sans beurre meurt!“ (Ein Bretone ohne Butter stirbt!).
Die Liebe zur Butter geht so weit, dass ein stolzer, patriotischer Bretone als „un Breton pure beurre“ bezeichnet wird. Es gibt sogar ein eigenes „Comité culturel des beurres salés de Bretagne“, das sich der Bewahrung dieser Tradition verschrieben hat. Ohne diese wesentliche Zutat gäbe es weder den Kouign-amann noch das berühmte Karamell (Caramel au beurre salé) oder den mürben Gâteau Breton.
Original bretonische Salzbutter wird traditionell mit dem grobkörnigen Meersalz aus Guérande (Fleur de Sel) oder feinem Meersalz veredelt. Je nach Salzgehalt unterscheidet man zwei Varianten:
Beurre Demi-Sel (leicht gesalzen): Der Klassiker mit einem Salzgehalt zwischen 0,5 % und 3 %.
Beurre Salé (gesalzen): Die kräftigere Variante mit mehr als 3 % Salzanteil.
Egal ob für die tägliche Küche oder die feine Patisserie – ein Bretone kennt keine Kompromisse: Es muss gesalzen sein!
Es gibt wohl keine Spezialität, die das Lebensgefühl der Bretagne besser verkörpert als das Salzbutterkaramell. Es ist die perfekte Liaison aus der Süße des Zuckers und der herben Note der Meersalzbutter – einfach ein Stück bretonisches Glück für den Gaumen.
Obwohl man meinen könnte, diese Köstlichkeit gäbe es schon ewig, wurden die berühmten Salzbutterkaramellbonbons erst 1977 vom Chocolatier Henri Leroux in Quiberon erfunden. Er schuf etwas völlig Neues, indem er dem weichen Karamell zerkleinerte Haselnüsse, Mandeln und Walnüsse zusetzte. Mit dieser unverwechselbaren Kreation gewann er weltweit Preise und machte das bretonische Karamell weit über die Grenzen Frankreichs hinaus berühmt.
In Frankreich kennt heute jedes Kind das Caramel au beurre salé. Es ist ein echtes Multitalent in der Küche:
Als Aufstrich: Schmeckt fantastisch auf dem morgendlichen Croissant oder Baguette.
Als Veredelung: Unverzichtbar als Füllung für Crêpes, in Vanilleeis gerührt oder als Dessert-Sauce.
Für Naschkatzen: Als Füllung in Schokolade, im Joghurt oder sogar als besonderer Akzent im Kaffee.
Sogar den klassischen Schoko-Aufstrich gibt es hier in einer abgewandelten Form als bretonische Spezialität mit Salzbutterkaramell – eine gefährlich leckere Alternative zum herkömmlichen Nutella!
Aber Vorsicht: Wir müssen Sie warnen! Salzbutterkaramellbonbons haben einen extrem hohen Suchtfaktor. Einmal angefangen, ist es schwer, die Dose wieder zu schließen.
Nach einem ausgiebigen Essen mit Meeresfrüchten, Galettes und Kouign-amann gibt es in der Bretagne eine ganz besondere Art, den Magen zu „schließen“: Lambig.
Während die Normannen ihren Calvados haben, brennen die Bretonen ihren Lambig (auch Fine Bretagne genannt). Es handelt sich dabei um einen edlen Apfelbrand, der aus Cidre destilliert wird.
Frisch aus der Destille ist der Brand klar und feurig. Erst durch die jahrelange Lagerung in Eichenholzfässern erhält er seine bernsteinähnliche Farbe und sein komplexes Aroma. Je nach Alter variiert der Geschmack:
Jung: Fruchtig und frisch mit deutlicher Apfelnote.
Alt (Hors d’Age): Samtig, mit Noten von Holz, Vanille und getrockneten Früchten.
Ähnlich wie das berühmte Trou Normand kennen die Bretonen das „bretonische Loch“. Dabei wird mitten im Menü ein kleines Gläschen Lambig getrunken (oft in Kombination mit einem Apfelsorbet), um Platz für die nächsten Gänge zu schaffen. Aber auch als klassischer Digestif zum Kaffee ist er der perfekte Begleiter.
Unser Tipp: Probieren Sie auch den Pommeau de Bretagne. Dies ist eine Mischung aus frisch gepresstem Apfelsaft und Lambig, die im Eichenfass reift. Er ist süßer und milder als der reine Brand – der perfekte Aperitif!
Lambig ist jedoch weit mehr als nur ein Digestif im Glas – er ist das Geheimnis vieler gelungener Desserts. In der bretonischen Küche wird er leidenschaftlich gerne zum Flambieren genutzt. Egal ob salzig oder süß, mit einem ordentlichen Schuss Lambig gelingt Ihre Kreation immer.
Probieren Sie in der Crêperie unbedingt einmal Crêpes aux pommes caramélisées, flambées au Lambig: In Butter und Zucker karamellisierte Apfelspalten, die mit einem Schuss Lambig übergossen und entzündet werden. Der Alkohol verfliegt, aber das konzentrierte Apfelaroma und eine feine Karamellnote bleiben zurück. Ein spektakulärer und köstlicher Abschluss für jedes Abendessen!
Jakobsmuscheln in der Pfanne gebraten und mit Lambig flambiert sind ein kulinarisches Hightlight, das Sie auch ganz einfach in ihrem Ferienhaus zubereiten können. Aber vorsicht mit dem Flambieren ..... es kommen noch Gäste nach Ihnen....
Siehe auch: Muschelrezepte
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